04.12. - Vertriebsverbot aufgehoben!

Zwei wichtige Themen der Literatur: Frauen und Krieg

Wir schreiben das Jahr 2002. Nach zwei Jahren wird das Vertriebsverbot des Rektorats gegen die Zeitschrift aufgehoben. Endlich kann wieder richtig »KA-lauert« werden. Eigentlich war für die erste Zeitschrift des Jahres zum Thema »Frauen« ein Interview mit der EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer geplant, aber das nötige Kleingeld fehlte. Dafür finden sich aber eine ganze Reihe von spannenden Texten zum Thema »Frauen & Literatur«. Im Literaturteil wird das Klischee zunichte gemacht, dass Frauen ausschließlich Lyrik schreiben, indem nur Kurzprosa von AutorINNEN publiziert wird.

Was ist eigentlich Frauenliteratur?

Gero von Wilpert gibt dazu folgende Antwort im Sachwörterbuch der Literatur: Frauenliteratur ist, im Unterschied zur tendenziösen feministischen Literatur ganz allgemein das von Frauen verfasste Schrifttum. Ganz einfach eigentlich, oder? Die KA hakt nach, bei denen, die es wirklich wissen müssen: Anne Jüssen, damalige Leiterin des FrauenMuseums Bonn, Ingeborg Mues, Herausgeberin der Fischer Taschenbuchreihe Die Frau in der Gesellschaft, Franziska Wolffheim, Kulturressort der Brigitte und die immer noch an der Uni Bonn lehrende Ursula Geitner. Sie gibt die Antwort, dass allein der Paratext, also unter anderem der Autor, oder eben Autorinnenname auf dem Cover die Entscheidung beeinflusse, wie ein Text gelesen wird.

Insgesamt bietet das Heft einen sehr interessanten Einblick in die Wahrnehmung und das Studium von explizit weiblicher Literatur. Und obwohl seit Erscheinen dieser Ausgabe bereits 15 Jahre vergangen sind, ist das Thema gerade in der aktuellen Zeit wieder hochaktuell. Unter den besprochenen LiteratInnen befinden sich unter anderem Sarah Kane, Luise Rinser und Friederike Kemper - drei komplett unterschiedliche Autorinnen, die zudem auch ganz unterschiedlichen Epochen entstammen. Und am Ende steht die Frage: Warum und zu welchem Ende gibt es noch eine Gleichstellungsbeauftragte? Diese Frage ist bis heute nicht gelöst worden.

Nah am Geschehen

Im Jahr 2002 gab es keine zweite Ausgabe mehr, denn die finanziellen Mittel waren erst im folgenden Jahr wieder vorhanden. Das neue Thema lautete: »Krieg«. Zwei Jahre nach Beginn des Afghanistankriegs und im Kontext des Irakkriegs gab es damit wieder eine Ausgabe, die auf der Höhe der Zeit war, auch wenn das Heft die Thematik natürlich vor allem literarisch beleuchtete. Und so finden sich in der Ausgabe von 2003 diverse Beiträge, zum Beispiel über die Kriegstagebücher von Theodor Fontane. Er schrieb einst über den Schleswig-Holsteinschen Krieg im Jahr 1864 und den Krieg gegen Frankreich 1870/71. Beides Kriege, die längst vergessen sind. In der Literatur aber lebt die Erinnerung an sie weiter.

Auch der Autor Gert Ledig ist Teil des Hefts. Er schrieb ebenfalls über den Krieg: Vergeltung, ein Roman über einen Luftangriff auf eine deutsche Stadt und Die Stalinorgel, beschäftigt sich mit der russischen Perspektive, dem Krieg an der Ostfront. Zwischen den beiden Romanen liegen fast 50 Jahre, und doch sind sie, aufgrund Ledigs eigener Kriegserfahrung, sehr nah am Geschehen. Vor allem der Zweite Weltkrieg spielt immer noch eine wichtige Rolle in der deutschen Literatur, dies zeigt auch ein Abriss über literarische Werke der 1990er Jahre. Zu nennen sind hier: Ein springender Brunnen von Martin Walser, Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm und Günter Grass Im Krebsgang. Autoren, die wichtiger Bestandteil im Kanon deutschsprachiger Literatur sind.

 

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