05.12. – »Krise der Germanistik«?

Die Industrie als unheimliche Macht

Industrie findet man in der Literatur in zweierlei Gestalten: als unheimliche Macht, die den Menschen bezwingt, und als die vom Menschen erschaffene Macht, die ihm dadurch gleichgestellt ist. In der bürgerlichen Literatur wird das Thema bis ins 20. Jahrhundert hinein ausgeklammert, erst in den darauffolgenden Jahren gewinnt es an Bedeutung. So unter anderem bei Ernst Jünger in seinem 1932 erschienenen Buch Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt. Der meiner Meinung nach interessanteste Artikel zum Thema ist ein Vergleich zwischen Parzival, dem Held der Erzählung von Wolfram von Eschenbach und Neo aus der Matrix-Trilogie. Aber was hat das mit Industrie zu tun? Das können Sie selbst herausfinden, den Artikel gibt es auf unserer Internetseite als pdf Download. Hervorzuheben sind auch die vielen kleinen Interviews von Marko Milovanovic, der unterschiedliche Leute zum Wechselspiel zwischen Industrie und Literatur/Kultur befragt.

Germanistik lässt sich nicht begrenzen

»Die Industrie ist Göttin unsern Tagen«, so schreibt es Georg Weerth in seinem Gedicht Die Industrie aus dem Jahr 1845. Man könnte meinen, dass wir mittlerweile im postindustriellen Zeitalter angelangt seien, doch Industrie 4.0 und ähnliche Phänomene zeigen ein anderes Bild. Christoph Schmitz bietet in diesem Heft eine ausführliche Analyse dieses Gedichts und beschreibt darin vor allem die interessanten Zusammenhänge zwischen der griechischen Mythologie und der personifizierten Industrie. Im Forschungsteil hat mich ein Artikel besonders angesprochen, da er seine Gültigkeit nicht verloren hat. Die Germanistik befindet sich ständig in einer Krise. Immer wieder neu wird darüber diskutiert, neue Bereiche kommen im Zuge der Debatte zur interdisziplinären Forschung hinzu, wie zum Beispiel die Medienkulturwissenschaft. Ein Problem: die Germanistik lässt sich nicht begrenzen. Zu diesem Schluss kommt auch Rainer Kolk, Kustos am Institut für Germanistik, Vergl. Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Bonn. 

Das Jahr 2003 ist überdies für die Redaktion wieder ein erfolgreiches Jahr: Dank eines florierenden Anzeigengeschäfts können endlich wieder zwei Hefte produziert werden. Außerdem wird die KA in diversen größeren Medien positiv besprochen. So kann es weitergehen!

 

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