19.12. - Warum arbeitest du?

2014 fragt die KA nicht nach dem »Was«, sondern nach dem »Warum«

Einem Thema, das in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte immer höhere Wellen schlägt, hat sich das zweite, im Jahr 2014 erschienene Heft der Kritischen Ausgabe angenommen: der Arbeit. Mindestlohn, 40-Stunden-Woche, Home Office, flexible Arbeitszeiten, bedingungsloses Grundeinkommen, Urlaubstage - von Schlüsselbegriffen wie diesen ist die Diskussion darüber geprägt, unter welchen Bedingungen wir heute am liebsten arbeiten wollen. Sie spiegelt sich nicht nur in privaten Gesprächen, sondern vor allem in den Medien wider - eine bekannte deutsche Wochenzeitung hat dem Thema Arbeit sogar ein eigenes Ressort auf ihrer Internetseite gewidmet. Die Debatte über die Wochenarbeitszeit ist aktueller denn je. Gerade hier wird das Spannungsverhältnis zwischen den Interessen großer Konzerne und den Wünschen ihrer Angestellten deutlich. Dieses schwierige Machtverhältnis behandelt seit der Jahrtausendwende eine auffällig gestiegene Zahl an Romanen. Drei von ihnen hat Annemarie Matthies im Thementeil von Heft #27 unter die Lupe genommen und dabei festgestellt:

Entsprechend platzieren sie ihre Protagonisten in der vermeintlich schönen neuen Arbeitswelt und inszenieren an deren sukzessivem Scheitern die Ungültigkeit diskursiv erzeugter Positivbilder der neuen Arbeitswelt, die mit Topoi von Selbstverwirklichung, Freiheit, dem Ausleben individueller und kreativer Potenziale sowie viel Spaß an der Arbeit verknüpft sind.

Der Autor ist eine Selbstvermarktungsmaschine

Die schöne neue Arbeitswelt des jungen 21. Jahrhunderts erlebt in diesen Erzähltexten ihre Dekonstruktion. Dass die Behauptung von der Arbeitslosigkeit als Chance zur Selbstverwirklichung hier zurückgewiesen wird, ist nicht weiter verwunderlich – kann diese doch nur eine Erfindung derjenigen sein, die vergessen haben, wie es ist, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden.

Letztere ist auch für freiberufliche Schriftsteller meist kein Fremdwort. Daher passt Carolin Amlingers Themenbeitrag über Klassifizierungskämpfe um die Leistung schriftstellerischer Arbeit im gegenwärtigen Literaturbetrieb mehr als gut in ein Heft, das sich dem Thema Arbeit in der Literatur verschrieben hat. Schriftsteller bewegen sich in einer »Ökonomie der Unsicherheit«, stellt die Autorin fest. Stets schwebt über ihrer Arbeit der Konflikt von künstlerischer Freiheit versus finanzieller Ertrag. Dass Autoren daher nicht selten zu Selbstvermarktungsmaschinen mutieren, spiegelt sich auch anschaulich in Johannes Witeks Beitrag im Literaturteil dieses Hefts mit dem bezeichnenden Titel: AUTOR SCHRIFTSTELLER DREHBUCH GENIAL.

Mit der Leitfrage »Warum arbeitest du?« hat sich die Kritische Ausgabe im Jahr 2014 einige Ebenen tiefer gewagt als es die übliche Small-Talk-Frage nach dem »Was« tut. Wer nun entdecken möchte, wie aktuell dieses Themenheft auch in diesem Jahr noch ist, kann es sich weiterhin in unserem Shop bestellen!

 

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