23.12. - Was bedeutet dir Freiheit?

Facettenreich und abstrakt: Das Thema »Freiheit«

Das Themenheft #33, das in diesem Herbst erschienen ist, behandelt ein besonders abstraktes Konzept, das sich nicht so leicht definieren lässt, aber dennoch schon immer relevant gewesen ist: das Thema »Freiheit«. Ein Thema, das einem nicht nur in der Literatur, sondern auch der Wissenschaft immer wieder begegnet. Allgemein kann gesagt werden, dass Freiheit Unabhängigkeit bedeutet und notwendig ist, damit Menschen friedlich zusammenleben können. Trotzdem gibt es keine eindeutige Definition, da der Begriff vieldimensional ist und von jedem anders verstanden wird. Was wir als Freiheit empfinden, ist abhängig von unseren Lebensumständen und somit subjektiv.

Die zweite Ausgabe des Jahres 2017 zeigt, dass dieses Thema vor allem in der Literatur einen wichtigen Aspekt darstellt. Die Freiheit wird nicht als Grundvoraussetzung veranschaulicht sondern viel mehr als ein Ideal, für das immer wieder gekämpft werden muss. Fernando Martins de Toledo fokussiert sich anhand von deutscher und brasilianischer postkolonialer Literatur auf ›die Freiheit als Befreiungsprozess‹. Dabei bezieht er sich vor allem auf Migrationsliteratur und beschreibt, dass »die Befreiung durch die Literatur als ein unaufhörlicher Selbstfindungsprozess« gekennzeichnet wird, der »dem Individuum und/oder seiner kulturell zugehörigen Gruppe eine einzigartige Bedeutung zuschreibt«. Einen anderen Aspekt im Bezug auf das Thema »Freiheit« hebt hingegen Giorgio Ferretti hervor, wenn er die Freiheit im Kontext von Kunst-, Körper- und Geschlechtergrenzen behandelt:

Sie besteht aus der Bewusstwerdung der menschlichen Möglichkeiten sich selbst zu begegnen. Frei zu sein, bedeutet in erster Linie sich über jedweden Weg bewusst zu sein, den ein Mensch nehmen könnte. […] was die Rolle der Kunst, der Literatur und der Kultur im Allgemeinen ist und immer bleiben muss: Das Zelebrieren des freien, unabhängigen und antinormativen Denkens.

Doch nicht nur in der Literatur spielt das Thema Freiheit eine große Rolle. Anna Kosmützky erwähnt die Freiheit in den Wissenschaften und kritisiert die Abkürzungsmechanismen auf dem Publikationsmarkt sowie ihre Auswirkungen auf die Forschungsfreiheit, welche vor allem momentan stark diskutiert wird. Sie bezieht sich auf aktuelle (politische) Ereignisse, welche die Freiheit von Forschung und Wissenschaft bedrohen, wie zum Beispiel die Entlassung tausender Wissenschaftler*innen an Universitäten in der Türkei im Jahre 2016. Doch neben diesen wissenschaftsexternen gibt es auch wissenschaftsinterne Bedrohungen, wie zum Beispiel der Wettkampf um Aufmerksamkeit auf dem Publikationsmarkt und die Abkürzungen über akademische soziale Netzwerke wie beispielsweise academia.edu.

2017 bedeutet für die Kritische Ausgabe neben einem erneuten Wechsel in der Chefredaktion vor allem eine große Veränderung. Nachdem die Redaktion seit ihrem Bestehen den Vertrieb der Zeitschrift - auch dank der Lagermöglichkeiten an der Universität Bonn und die Unterstützung des Instituts für Germanistik - selbst organisiert hat, übernimmt diese Aufgabe nun der Berliner Dreiviertelhaus Verlag. Er ist ein Projekt, das unter anderem von den ehemaligen KA-Chefredakteuren Marcel Diel und Benedikt Viertelhaus gegründet wurde.

 

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