Blues aus dem Kaukasus

Im neuen Album In Winter kombiniert Katie Melua ausgesprochen raffiniert georgische Volksmusik mit modernen Klängen

Die Sängerin Katie Melua wird zurecht immer wieder in einem Atemzug mit anderen großen Nachwuchssängerinnen, wie zum Beispiel Norah Jones und Joss Stone, genannt. Längst ist sie wegen ihrer Stimme weltbekannt. Dass sie trotz ihrer internationalen Karriere immer wieder auch zu ihren georgischen Wurzeln zurückfindet, macht ihr aktuelles Album In Winter deutlich. In der Mischung aus Volksmusik und Blues lässt sich die junge Sängerin ganz neu entdecken.

Katie Melua ist der neue Stern im britischen, aber auch internationalen Musikgeschäft. Ihr Debüt entstand vor ein paar Jahren. Schritt für Schritt machte sich die junge Sängerin auch über die Grenzen Georgiens hinaus einen Namen. Ketevan, besser bekannt als Katie Melua wurde am 16.09.1984 in Kutassi, Georgien geboren. Heute ist sie eine georgisch-britische Sängerin und Komponistin, die auch auf ihre Heimat Georgien eine neue Aufmerksamkeit lenkt. Ihre Jugend verbrachte die Sängerin in Tiflis. Schon in der Kindheit hatte sie Gelegenheit die Spuren der Weltmusik für sich zu entdecken. Neben Tiflis, hat Melua auch in Moskau gelebt, wo ihr musikalisches Leben anfing. Danach setze sie ihre musikalische Karriere in Belfast fort. Britische Komponisten haben ihr ausgesprochenes Talent erkannt und sie dem entsprechend gefördert. Dabei hat der Produzent und Komponist Mike Batt die bedeutendste Rolle gespielt. Batt fand die Art und Weise überzeugend wie Katie Melua Jazz und Blues mit ihrer gigantischen Stimme interpretierte. Der Komponist hat sich große Mühe gegeben das Talent öffentlich zu machen. Durch TV- und Radioauftritte, aber auch durch Live-Konzerte wurde sie berühmt.

Katie Melua hat in den vergangenen Jahren schon einige Alben veröffentlicht, die allesamt schnell ausverkauft waren. Zu ihren bekanntesten gehört auch ihr aktuelles Album, welches sie selbst produziert hat. Meluas siebtes Album heißt In Winter (2016). Für das Album arbeitete sie mit dem georgischen Gori Women‘s Choir zusammen. Der Chor wurde 1979 gegründet und besteht aus 25 Frauen, die georgische Volksmusik singen. Mit den neuen Stücken gelingt es Melua nicht nur ihre georgischen Wurzeln zu beleuchten. Die Sängerin schafft es auch diese ganz bewusst in Szene zu setzen. In Winter kombiniert Volksmusik und Blues ausgesprochen raffiniert und scheut dabei nicht harmonische Jazzakzente zu setzen. In den stimmigen Volksliedern entdeckt sich Katie Melua dabei auch selbst neu. Das Ergebnis ist ein Album, das georgische Kultur sehr modern interpretiert. Der Frauenchor klingt dabei erfrischend innovativ. Und doch verrät der Titel des Albums, dass Melua ein fast melancholisch-verträumtes Album geschrieben hat, welches sich am besten an nachdenklichen Wintertagen hören lässt. Man könnte Meluas Album fast schon biographisch nennen, da in ihm die Brücke zwischen georgischem Liedgut und britischer Popmusik musikalisch gebaut wird. Es ist Meluas Heimkehr nach Georgien. Dass im Zuge dieses Albums auch der Gori Women‘s Choir internationale Aufmerksamkeit erregt, bleibt den Sängerinnen zu wünschen.

Katie Melua: In Winter. Featuring Gori Women’s Choir. BMG Rights Management. Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2016. 14,72 Euro.

 

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