Bonner Germanisten sind schneller

Wir ahnten es ja schon immer, wenngleich es *hüstel* nicht auf alle zutreffen mag: Bonner Germanistik-Studenten sind schneller. Das zumindest geht aus einer Studie des Wissenschaftsrats (Titel: "Entwicklung der Fachstudiendauer an Universitäten von 1999 bis 2003") hervor. Als erster berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger, sowie der Spiegel in dem Beitrag "Karriere im Kriechgang": Immer größer, so hat der Spiegel der Studie entnommen, würden die Unterschiede zwischen solchen Universitäten, an denen die Studenten lange brauchen, und solchen, an denen die Studenten schnell durch den Hochschulbetrieb geschleust werden. Im Schnitt seien bis zu neun Semester Unterschied zu verzeichnen und im Fach Germanistik seien die Unterschiede besonders auffällig. So bräuchten Bremer Germanistik-Studenten im Schnitt neun Jahre. Ganz im Gegenteil zu den Absolventen dieses Fachs an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn:

Aber es gibt auch positive Beispiele: Schneller geworden ist etwa die Universität Bonn. Dort studieren die künftigen Sprachwissenschaftler im Schnitt 9,4 Semester.

Der Spiegel zitiert dazu die Bonner Geschichtsstudentin (in Anglistik und Geschichte ist Bonn ebenfalls bemerkenswert schnell) Mareike Glöss, die diese Geschwindigkeiten mit "dem regen Austausch mit ihren Dozenten" erklärt. "Das motiviert", sagte die 22-Jährige, die seit einem Jahr studiert und noch in diesem Semester ihre Magister-Zwischenprüfung in Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ablegen will, den Spiegel-Journalisten. "Das ging viel schneller, als ich gedacht habe", wird sie weiter zitiert, an der Uni herrsche eine "sehr ehrgeizige Atmosphäre". Außerdem seien die Kurse sehr praxisorientiert: "Man hat immer vor Augen, wohin das alles führen soll, das macht Lust aufs Fertigwerden." (Zum Stichwort "praxisorientiert" dürfen wir nochmals auf unsere Literarische Übung »Kritische Genres« hinweisen, die im vergangenen Sommersemester erstmals und im kommenden Sommersemester übrigens erneut angeboten werden soll. Dort vermittelten Mitglieder der Redaktion der Kritischen Ausgabe unter Leitung von Dozentin Ursula Geitner Kenntnisse für das Erstellen kulturjournalistischer Texte. Siehe auch hier und hier!) Generell bräuchten die Studenten in Deutschland jedoch deutlich zu lange, so das Fazit der Studie, fast immer länger, als die Regelstudienzeit vorgebe. Diskutiert wird im Spiegel-Artikel in diesem Zusammenhang auch die Einführung neuer, kürzerer Studiengänge (die freilich auch in Bonn, auch im Fach Germanistik ins Haus stehen). Damit allein könne aber keine Verbesserung erreicht werden, wenn nicht auch die Studien-Bedingungen verbessert würden, warnt der Leipziger Bildungssoziologe Ulrich Heublein. Erfolg versprechend seien zudem eher verschulte Systeme, in denen weitestgehend festgelegt ist, wann wer wo welche Veranstaltungen zu besuchen habe, wie sich etwa am Beispiel Kanadas zeige. Also, liebe Kommilitonen am Germanistischen Seminar in Bonn: Ihr seid einfach zu schnell! Lehnt Euch ein wenig zurück, entspannt Euch, nehmt Euch ein gutes Buch (schon den Wilhelm Meister gelesen?) oder am allerbesten die neue Kritische Ausgabe, die Ende Oktober erscheinen wird. Es lohnt sich! Addendum: Passend dazu erreicht die K.A.-Redaktion die folgende Meldung aus dem Manager-Magazin, die wohl endgültig das üble Gerücht wiederlegt, mit Germanistik könne man nichts ordentliches werden.

 

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