Caesar über den Dächern von Bonn

Bundeskunsthalle zeigt wieder Filme unterm Sternenhimmel

Großes Kino mitten in einer paradiesischen, geradezu märchenhaften Gartenlandschaft gibt es derzeit in der Bundeskunsthalle Bonn. Eine riesige Leinwand auf dem Dach des Museums lädt bereits zum vierten Mal zu interessanten Kinoabenden ein. Den Auftakt zu einem Reigen sowohl bekannter als auch unbekannter Filme machte in der vergangenen Woche der Hollywood-Blockbuster Hail, Caesar!.

Eine lange Treppe führt in der Abendhitze auf das Dach der Bundeskunsthalle. Dort, wo man derzeit noch die Ausstellung »Parkomanie« über die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler bewundern kann, geht die Sonne unter. Was danach klingt, als sei man in einem Film gelandet, ist nichts weniger als der Weg dorthin, denn in der Bundeskunsthalle ist wieder Zeit für Kino. Noch bis zum 3. September zeigt das Museum in Kooperation mit der Bonner Kinemathek zahlreiche bekannte und eher unbekanntere Filme. Kunst trifft Kino? Das hat bereits Tradition. Während in den 90er Jahren ein Zelt zwischen die Bundeskunsthalle und das benachbarte Kunstmuseum Bonn gespannt wurde, findet das Open Air Kino in diesem Jahr bereits zum vierten Mal auf dem Dach statt. Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Nach Sonnenuntergang ist es soweit. Der Film Hail Caesar! startet, der Ton kommt über kabellose Kopfhörer. Der Zuschauer wird mitgenommen ins Hollywood der 50er Jahre, dem Goldenen Zeitalter der Filmindustrie. Der Film der Regisseure Ethan und Joel Coen erzählt aus dem Leben des »Problemlösers« Eddie Mannix, verkörpert von Josh Brolin, der für ein erfolgreiches Filmstudio arbeitet. Dabei hat er alle Hände voll damit zu tun, den passenden Ersatz zu finden, wenn ein Schauspieler ausfällt; er hat sich mit der Klatschpresse und der Gerüchteküche um die Schauspieler und Starletts herumzuschlagen; und er kümmert sich nicht zuletzt darum, dass ein uneheliches Kind keinen Skandal verursacht. Lösegeldforderungen in der Höhe von 100.000 Dollar für einen entführten Star gehören zum Arbeitsalltag.

Kunst bestimmt das Programm

Wie in ihren Filmen Inside Llewyn Davis und Barton Fink nehmen sich die Coen-Brüder auch in ihrem aktuellen Film dem Thema des Widerstreits zwischen Kunst und Kommerz an. Schillernd eingepackt in Wasserballettszenen, Musicalproben steppender Matrosen und Verfolgungsjagden Lasso schwingender Westerncowboys nimmt der Film an Fahrt auf. Und wenn der entführte Star Baird Whitlock, gespielt von George Clooney, in voller Römermontur durch das nächtliche Los Angeles fährt, öffnet sich der Sternenhimmel auch über die Leinwand hinaus.

Mit dem Film Hail, Caesar! ist den Veranstaltern in der vergangenen Woche bereits ein schräger und farbenfroher Auftakt zum diesjährigen Programm gelungen, das unter dem Motto ›Best of Arthouse‹ steht. Neben vor kurzem erschienenen Erfolgsfilmen wie dem oscargekrönten The Revenant – Der Rückkehrer oder Toni Erdmann, dem deutschen Liebling der Filmfestspiele in Cannes, werden auch unbekanntere Filme wie Der Schamane und die Schlange gezeigt. Die Verknüpfung von Kunst und Kino wird thematisch in den Filmen Peggy Guggenheim – Ein Leben für die Kunst und Pina wieder aufgenommen. Das Besondere: Alle fremdsprachigen Filme werden im englischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Noch bis zum 3. September läuft das Programm »Filmnächte auf dem Dach der Bundeskunsthalle«. Karten können über die Bonner Kinemathek vorbestellt werden: www.bonnerkinemathek.de oder telefonisch unter 0228 478489.

 

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