Carlo Levi und die »Angst vor der Freiheit«

Ein italienischer Intellektueller während des Faschismus

Im Laufe der Geschichte wurde immer wieder von Schriftstellern, Künstlern und Philosophen versucht, das strittige Thema Angst zu definieren. Es wurde niemals eine definitive Antwort gegeben, hinter jedem Vorschlag bearbeitete jeder Autor seine eigene Definition, die zugleich in kritischen als auch narrativen Schriften eine neue Weltanschauung zeigen wollte. Im Mittelpunkt des vorliegenden Artikels steht die Definition von Angst durch Carlo Levi (1902-1975). In der Sammlung seiner Aufsätze Paura della libertà (Angst vor der Freiheit)1 konzentrierte sich Levi zum ersten Mal kritisch und wissenschaftlich auf eine mögliche Definition der Angst, auf die Gründe und die Folgen eines ängstlichen menschlichen Verhaltens, auf das Leben des Individuums und schließlich auf die Beziehungen des Einzelnen mit der Gesellschaft. Er versuchte mit diesem Werk, den Begriff ›Angst‹ mit dem von ›Freiheit‹ in Verbindung zu setzen. So wurde der Mensch in einer neuen Perspektive betrachtet, die nach über sechzig Jahren immer noch modern und aktuell klingt. Im Jahre 1944 schrieb er:

La paura della libertà è il sentimento che ha generato il fascismo. Per chi ha l’animo di un servo, la sola pace, la sola felicità è nell’avere un padrone e nulla è più faticoso e veramente spaventoso dell’esercizio della libertà.http://www.carlolevifondazione.it/index.php?option=com_content&task=view...)" href="#footnote2_p75uoyt">2

Im Jahre 1902 geboren, stammte Carlo Levi aus einer wohlhabenden jüdischen Familie aus Turin und studierte Medizin an der Universität. Nach dem Abschluss seines Studiums hat er nicht als Arzt gearbeitet, sondern sich mit Literatur und Malerei beschäftigt. Dank seines Onkels Claudio Treves, einem Mitglied der italienischen sozialistischen Partei, lernte er den Journalisten Pietro Gobetti kennen, der ihm vorschlug, an seiner Zeitschrift Rivoluzione liberale mitzuarbeiten. So begegnete er dem Maler Felice Casorati und wurde bald Mitglied in seiner avantgardistischen Schule der Malerei. In den zwanziger Jahren verbrachte er einige Monate in Paris, wo er seinen Horizont und Bekanntenkreis erweiterte. In denselben Jahren traf er oft den schon erfolgreichen italienischen Schriftsteller Cesare Pavese, den Herausgeber Giulio Einaudi und den Politiker, Philosophen und Journalisten Antonio Gramsci. Wie viele andere Künstler seiner Zeit, nahm Levi eine klare und eindeutige Stellung zu den politischen Begebenheiten der dreißiger und vierziger Jahre in Italien ein. Nach der Machtergreifung Mussolinis bekämpfte er den Faschismus und wurde deswegen in die Verbannung geschickt. Die Erfahrungen, die er in seiner in Lukanien verbrachten Verbannungszeit sammelte, bilden das Leitmotiv seines berühmtesten Romans Cristo si è fermato a Eboli (Christus kam nur bis Eboli). Obwohl er in Italien erst im Jahre 1945 durch die Veröffentlichung dieses Werks berühmt wurde, verfasste Carlo Levi seine ersten literarischen Schriften schon zwischen 1939 und 1940, als er in Frankreich lebte. Es handelte sich um eine Sammlung von Aufsätzen, die sich mit dem Menschen, seinen Eigenschaften und seinem Verhalten in der dramatischen Epoche des Zweiten Weltkrieges befassen. Trotz seiner persönlichen Freundschaft mit Giulio Einaudi war die Veröffentlichung dieser Schriften damals nicht möglich. Der Verlag konnte es sich nicht leisten, Aufzeichnungen herauszugeben, die gegen den Faschismus interpretiert werden konnten und demnach gefährlich waren. Deshalb wurde diese Sammlung später, nach dem Ende des Zweiten  Weltkriegs unter dem Titel Paura della libertà herausgegeben. Die fast gleichzeitigen ersten Veröffentlichungen des Romans und der Aufsätze entsprechen einer inneren und engeren Verwandtschaft der zwei Werke. In beiden konzentrierte sich Carlo Levi immer wieder auf den modernen Menschen, auf sein Sozialleben und auf die Beziehungen zwischen Macht, Institutionen und Individuum.

(Foto: © Andy Scholz)
Foto: © Andy Scholz

Zwischen Erbsünde und moderner Malerei

Der für die Sammlung ausgewählte Titel bedarf mehr als einer Erklärung, da ›Angst‹ und ›Freiheit‹ zwei Begriffe sind, die nicht zusammenpassen. Die acht Kapitel, aus denen das Buch besteht, stellen einen Versuch dar, die Gültigkeit des herausfordernden Titels zu begründen. Durch diese anthropologische Studie ist es möglich, viele, auf den ersten Blick unverständliche, geschichtliche Ereignisse zu erklären. Die Angst vor der Freiheit, wie von Levi erklärt wurde, lässt uns verstehen wie eine Nation – ein ganzes Volk – eine Diktatur unterstützen kann. Freiheit wird nur als Verantwortung im Sinn von Belastung von der Masse verstanden; wie etwa die Machtergreifung der Faschisten in Italien, die von den Massen unterstützt wurde zeigte. Levi bemerkt, dass das Alltagsleben der Menschen in Lukanien durch die faschistische Regierung keine Verbesserung erlebte, trotzdem wurde Mussolini unterstützt. Laut Levi wird die Entstehung einer Diktatur nur durch die Angst der Massen vor der Freiheit verständlich. Die Charaktere des Individuums und der Masse liegen im Blickpunkt der Untersuchung Levis: Die Angst entsteht aus der Masse und nicht aus dem Individuum,3 genauso wie der Staat von den Massen und nicht von den einzelnen Menschen verehrt wird.4 Schließlich kommt Levi zu dem Ergebnis, dass die Masse uniform, unendlich und uneingeschränkt sei. Durch die Masse verzichte das Individuum auf seine Besonderheit und verehre stattdessen den Staat, dem es dient und den es fürchtet. So würden menschliche Beziehungen unmöglich und was hier vergöttert werde, sei kein Staat mehr, sondern nur sein Symbol, das durch die Verehrung von seinen Inhalten entleert werde. Der Staat habe somit all seine Werte verloren. Dank der Angst schaffe der Mensch seine Regeln, die seine Gesellschaft bestimmten, die aber nicht authentisch, sondern eine Art von Tröstung seien. Durch die Angst verzichte der Mensch auf seine Unabhängigkeit und trage jemand anderem die Verantwortung seiner Entscheidungen auf. Durch den Verlust der Unabhängigkeit scheine das Leben einfacher, weil es von jemand anderem geführt werde. Individualität und Verantwortung zu übernehmen, sind damit für den abhängigen Menschen abgeschafft. Sowohl zu vorchristlicher/biblischer Zeit als auch im 20. Jahrhundert kann man solche Abfolgen in der Geschichte immer wieder beobachten. Durch die Analyse der menschlichen Beziehungen und des menschlichen Verhaltens in der Gesellschaft, wie es beispielhaft auch in der Bibel erzählt werde, ist es möglich, noch etwas von der Gegenwart zu verstehen. In der menschlichen Seele gibt es keine Entsprechung für Fortschritt und Modernität. Deshalb klingt Levis Werk immer noch aktuell. Er legt außerdem besonderen Wert auf die Bedeutung der Erbsünde: Nach der Erbsünde habe der Mensch seine Freiheit verloren und darauf verzichtet, sein Leben allein und selbstständig zu regeln. Die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen, so Levi, ist die eigentliche Verantwortung. Das bedeutet, dass frei zu sein nicht so einfach ist, daher bevorzuge der Mensch es, seine Unabhängigkeit zu verlieren und ein einfaches und sorgloses Leben zu führen ohne Entscheidungen treffen zu müssen. Die Furcht vor Gott sei eigentlich die Furcht vor sich selbst und den eigenen Möglichkeiten,5 weil Gott den befreiten Menschen darstellt.6 Im letzten Kapitel der Sammlung setzt sich Levi mit einem neuen Aspekt der menschlichen Angst auseinander und zwar mit der Angst vor der Revolution der Malerei.7 Die zeitgenössische Malerei, die mit der Revolution der Vielfältigkeit von Cézanne begonnen habe, spiegele die Krise der Welt und der Menschheit wider, weil sie die tödliche Gefahr des modernen Lebens zeige. Die Angst vor der Welt, vor dem Leben und deshalb vor dem Menschen selbst seien eigentlich mit der Angst vor der Malerei vergleichbar, weil diese Kunst das wahre Gesicht des Lebens und die Seele des modernen Menschen zeige.8 Cézanne und Picasso konzentrierten sich auf die Angst des Menschen im 20. Jahrhundert und zeigten sie in ihren Bildern, die der klassischen Malerei gegenüberstehen. Die Angst des Menschen und ihre Darstellung ist der Inhalt der zeitgenössischen Malerei.9

Christus kam nur bis Eboli

Ganz kurz nach der Herausgabe dieser komplexen Sammlung von Aufsätzen schrieb Levi seinen berühmten Roman, in dem die oben erklärten philosophischen Überlegungen weiterverarbeitet werden. Es handelt sich um die Erzählung der persönlichen Erfahrungen von Carlo Levi, als er nach Gagliano, in ein kleines Dorf in Lukanien, verbannt wurde. Schon mit dem Titel Cristo si è fermato a Eboli betont der Schriftsteller die Schlüsselbegriffe, um den Roman zu verstehen. Außer den Einwohnern kannte niemand das Dorf, wo Levi die Jahre seiner Verbannung verbrachte und kein Ausländer fuhr freiwillig dorthin, sogar Christus kam nur bis Eboli.10 Die Einwohner des lukanischen Dorfes Gagliano, die einfach und ungebildet waren, schienen ein alltägliches ängstliches Verhalten zu haben. Sie lebten in einem Gebiet, das isoliert und schwer zu erreichen war. Sie erhielten nur relativ wenige Nachrichten aus der »zivilisierten« Welt. Diese abgesonderte und statische Lage machte jede Veränderung und jeden neuen Kontakt traumatisch. Ihr soziales Leben wurde von einer irrationalen Angst vor dem Unbekannten bestimmt. Glauben und Aberglauben, die laut Levi nicht so unterschiedlich waren, wurden von dem Turiner Intellektuellen und Künstler kritisch betrachtet. Wenn man an etwas Irrationales glaube, verzichte man auf die eigene Freiheit, die dem Menschen durch die Logik und Vernunft geliefert werde. Schon mit dem gewählten Titel ist die Stellungnahme des Autors zur Religion eindeutig. Er betrachtet sie als eines der wichtigsten Elemente, das die menschliche Angst verursacht habe. In einem offenen Brief an Giulio Einaudi schreibt Levi, dass er sich während seiner Verbannung in Süditalien frei und sogar aus seiner Zeit verbannt gefühlt habe. Deshalb konnte er immer zeitgenössisch, modern und jung bleiben; er war gewissermaßen konserviert. Lukanien stellte laut Levi nicht nur eine Verbannungsregion, sondern auch eine innere und ewige Dimension des Individuums dar.11 Es ist zeitlos. Daran anknüpfend kann man besser verstehen, dass der Roman nicht nur damals, sondern auch heute weltweit bekannt ist. In demselben Brief stellte Carlo Levi fest, dass dieser Roman vor allem Erfahrung, Malerei und Dichtung war.12 Danach wurde er Theorie und Wahrheit (durch die Veröffentlichung der Aufsätze der oben genannten Sammlung) und schließlich wurde er Handlung.13 Levi hielt alle seine späteren Bücher für Produkte, die diesen schöpferischen Prozess widerspiegelten.

Zur Entstehung des Romans und der Aufsatzsammlung

Jean Paul Sartre schrieb, dass Levi wie ein Mensch aussehe, der sein Zuhause immer mit sich trage aber gleichzeitig ein Weltbürger sei, der sich überall zuhause fühle.14 Sowohl Levis Persönlichkeit wie auch seine Schriften enthalten widersprüchliche Züge. Dank seiner starken Empfindsamkeit konnte er die kleinsten Nuancen der komplexen menschlichen Natur erkennen und sich ihnen anpassen. Als Grund dafür, erwähnte Sartre die Leidenschaft des Turiner Künstlers für das Leben. Seine Neugier und sein Verlangen nach Wissen haben immer einen großen Einfluss auf sein Verhalten ausgeübt. Levi interessierte sich nicht nur für die offizielle Fassung einer Sache, so wollte er beispielsweise auch das Alltagsleben der Arbeiter und Schriftsteller in Moskau kennen lernen um einen umfassenden Überblick über die UdSSR zu haben, wie Sartre berichtete. Er legte besonderen Wert auf die Gesten, die Anekdoten und die Besonderheiten, die das Leben jedes Menschen charakterisieren und einmalig machen. Nur wenn er diese Elemente sammelte, bildete er sich eine Meinung. Mit Blick auf Cristo si è fermato a Eboli bemerkt man, dass der Autor nicht nur die Geschichte seiner Zeit, sondern viele Geschichten beschrieb: seine persönlichen Erfahrungen schließen sich der sozialen Geschichte, den einzelnen Anekdoten der Einwohner von Gagliano und der offiziellen Geschichte, der Geschichte der Mächtigen, die Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat, an. Im Roman finden sich einige Beispiele, die bereits in den Aufsätzen über die Angst der Massen und ihren spontanen, doch unverständlichen Verzicht auf Freiheit erklärt worden sind. Italo Calvino, der einen Essay über Levi und seinen Roman geschrieben hat, vertritt die Ansicht, dass sein erster literarischer Versuch ein »seltsames Buch«15 sei, welches eine neue Interpretation der Geschichte und der Welt darstelle. Levi bleibe, so Calvino, auf jeden Fall optimistisch und verrate immer seine Liebe für das Leben. Trotz der dramatischen Ereignisse seiner Zeit versuche er, die oben genannten Schwierigkeiten durch seine innere Ruhe zu überwinden. Calvino stellt fest, dass im Mittelpunkt der Sammlung Paura della Libertà der Gegensatz zwischen dem Selbstdenkenden und dem Religiösen stehe. Durch seine Gedanken zu dieser Gegenüberstellung versuche Levi, die ganze Realität auf eine neue Weise zu klassifizieren. In keinem dieser Aufsätze nimmt der Autor direkt Bezug auf die Begebenheiten seiner Zeit, es geht eher um eine allgemeine Beschreibung der Menschheit, ihre Entstehung und ihres religiösen Glaubens.16 Als Paura della Libertà 1946 erschien, beschrieb Levi in seiner Einleitung, in welchen Umständen er sich befand, als er sich für die Herausgabe dieser Schriften entschied. Er war in Frankreich und der Zweite Weltkrieg hatte gerade angefangen. Er glaubte vor der Umwerfung aller Werte zu stehen. Die alten Ideologien spielten keine Rolle mehr und neue Vorbilder wurden bald vorgeschlagen. Die Vergangenheit war vorbei und nicht wiederholbar, während die Gegenwart ihm unsicher und provisorisch erschien. Genau zu dieser Zeit kam ihm die Idee zu einem Buch, das die allgemeine Krise der Modernität analysieren sollte. Das Buch musste umfangreich sein, da jedes einzelne Problem genau untersucht werden sollte. Er hatte keine Bücher, um seine historischen Kenntnisse zu vertiefen, deshalb wurde das Schreiben zu einer neuen Entdeckung. Wegen der dramatischen Ereignisse des Jahres 1940 in Frankreich, musste er das Schreiben nach der Abfassung von acht Kapitel unterbrechen, zumal er bemerkte, dass das Buch, so wie es war, bereits vollendet war. Obwohl die Seiten, die er so rasch verfasst hatte, nur allgemeine Definitionen über das Heilige und das Religiöse enthielten, konnte man schon Bezüge auf die Bedeutung des Nationalismus, auf eine Staatstheorie und auf die Freiheit erkennen. Levi fand damals keinen Herausgeber und musste sieben Jahre warten. Das Buch, so wie es damals geschrieben worden war, konnte sowohl als Zeugnis für eine Epoche, als auch als anthropologische Analyse interpretiert werden, aus der die Leser heute noch eine Lehre ziehen können. Im Anschluss an diesen Gedanken wird klar, welchen Beitrag zum Verständnis der zeitgenössischen politischen Situation die Sammlung dieser Aufsätze leisten kann.

  • 1. Levi, Carlo: Paura della libertà. Torino 1964.
  • 2. »Die Angst vor der Freiheit ist ein Gefühl, das durch den Faschismus entstanden ist. Für die Person, die die Seele eines Dieners hat, ist das einzige Frieden und Glück im Haben eines Vorgesetzen und nichts ist mühseliger und in der Tat schrecklicher als das Ausüben der Freiheit.« (http://www.carlolevifondazione.it/index.php?option=com_content&task=view...)
  • 3. Levi, Carlo: Paura della libertà. [wie Anm. 1], S. 109.
  • 4. Die Verehrung des Staates ist ein Ausdruck, der von Levi geprägt wurde. Er spricht über das Idol des Staates. Ganz bewusst benutzt er einen religiösen Wortschatz.
  • 5. Levi, Carlo: Paura della libertà. [wie Anm. 1], S. 123.
  • 6. Laut Levi stellt Gott die utopische Figur des Menschen dar. Gott wird hier nicht im religiösen Sinn verstanden, sondern als Mensch, der seine Fähigkeiten komplett verwendet. Die Furcht vor Gott entspricht dann der Frucht vor sich selbst, d. h vor seinem Potenzial, weil er die Macht aller seinen Fähigkeiten beobachten kann.
  • 7. Er bezieht sich dabei auf Cézanne und seine Revolution, die die Vielfalt der Perspektiven in seinen Bildern einführte.
  • 8. Levi, Carlo: Paura della libertà. [wie Anm. 1], S. 130.
  • 9. Ebd., S. 133.
  • 10. Nach Eboli kam Christus nicht, obwohl er seine Religion überall verbreiten wollte, weil das Dorf zu weit weg von der »zivilisierten Welt« war.
  • 11. Levi, Carlo: L’autore all’editore, Roma giugno 1963. In: Ders.: Cristo si è fermato a Eboli. Torino 1964. S. 8 f.
  • 12. Levi hat in Gagliano viel gemalt und geschrieben. Der Roman ist aus diesen Erfahrungen entstanden. Das Malen ist als Entwicklungsprozess seiner Persönlichkeit zu verstehen.
  • 13. Die Handlung ist in diesem Roman nebensächlich, daher wundert es auch nicht, dass sie erst zuletzt dazukam. Es handelt sich eher um eine Sammlung von Levis Erfahrungen. Die Handlung, die schließlich erfunden wurde, stellt nur die äußere Struktur des Romans dar.
  • 14. Sartre, Jean Paul: saggio introduttivo. In: Levi, Carlo: Cristo si è fermato a Eboli. Torino 1990. S. XII.
  • 15. Calvino, Italo: Saggio introduttivo. In Levi, Carlo: Cristo si è fermato a Eboli [wie Anm. 14], S. 7.
  • 16. Calvino, Italo: Saggio introduttivo. In Levi, Carlo: Cristo si è fermato a Eboli [wie Anm. 14], S. 9.

Carlo Levi

Um Carlo Levis Hauptwerke Christus kam bis Eboli und Die Uhr verstehen zu können, muss man Paura della libertà gelesen haben. Diesbezüglich siehe die Analyse von Donato Sperduto: Maestri futili? Gabriele D'Annunzio, Carlo Levi, Cesare Pavese, Emanuele Severino, Aracne, Roma 2009.

Sehr geehrte Autorin! Schön,

Sehr geehrte Autorin! Schön, etwas über Carlo Levi lesen zu dürfen! Paura della libertà ist auch mein bevorzugtes Buch von ihm, weil so vieles drinsteckt. Ihr vorletzter Satz ist treffend: Das dünne Buch ist mehrschichtig, und ich habe es eben immer, meinen Interessen folgend, anthropologisch gelesen. Zum Beispiel schildert Levi fesselnd, wie sich der Mensch im Wald, aus dem er kam, verloren fühlte; wie er die Sprache bildete, die eine Art Vergöttlichung war (Dinge wurden aus dem Uniformen herausgehoben), wie er Götter verehrte und sie wieder absetzen und zerstören musste, weil sie ihre ursprüngliche Kraft verloren hatten; und welchen Sinn die Opfer hatten. Da hat einer alles frisch von vorne (oder hinten) aufgerollt und verblüffende Zusammenhänge erkannt. Das wäre eines der vielen wertvollen Bücher, die man noch übersetzen müsste, unbedingt. Und es hat ja höchstens 130 Seiten! Viele Grüße Manfred Poser.

Carlo Levi

Um Carlo Levis Hauptwerke Christus kam nur bis Eboli und Die Uhr gut verstehen zu können, muss man Paura della libertà gelesen haben. Für eine ausführliche Analyse siehe Donato Sperduto: Maestri futili? Gabriele D'Annunzio, Carlo Levi, Cesare Pavese, Emanuele Severino, Aracne, Roma 2009.

 

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