Dummy

Entdeckt, gehört und empfohlen bekommen, dann sofort gekauft und gewundert ... Dummy/Gesellschaftsmagazin. Was bitte ist ein Gesellschaftsmagazin? Gute Frage, schlauer bin ich nach der Lektüre von Dummy auch nicht geworden, aber sie war durchaus nicht für die Katz. Aber fangen wir doch einfach mal ganz vorne an. Also, Dummy erscheint in Berlin und wird herausgegeben von Jochen Förster und Oliver Gehrs. Förster schrieb bisher dann und wann für den Stern und war Redakteur bei der Literarischen Welt; Gehrs leitete die Medienseite der taz, schrieb für die Berliner Zeitung, den Spiegel und war Chef der Berlin-Seite der Süddeutschen. Mittlerweile ist er bei der Frankfurter Rundschau gelandet. Warum auch immer taten sich die beiden im Sommer des letzten Jahres zusammen um eine Alternative zu den bisher auf dem Markt angebotenen Klatschmagazinen anzubieten. Heraus kam ein Heft, dass zwar aussieht wie ein Lifestyle-Magazin, aber tatsächlich wesentlich mehr zu bieten hat. Der Name Dummy stehe für den Experimentiercharakter des Magazins und wolle verdeutlichen, dass jedes Heft seinen eigenen Charakter besitze. Tja, hört sich recht großspurig an, aber tatsächlich widersetzen sich die Macher den gängigen Marktregeln. Jedes Heft hat sein eigenes Layout, jede Ausgabe ihre eigene spezielle Typografie. Himmel, mich als Layouter der K.A. würde das wirklich in den Wahnsinn treiben, aber andererseits ist es wirklich mal witzig Layouter beim Amoklauf beobachten zu können.Das Heft erscheint vierteljährlich jeweils zum Jahreszeitenwechsel und nimmt sich ähnlich der K.A. pro Heft eines bestimmten Leitthemas an (blöde Nachmacher). In diesem Heft regiert der Spaß. Im letzten waren es Verbrechen und im vorletzten einfach nur der Titel "nummer eins". Am 20. September kommt das nächste raus unter dem Titel "Deutschland". Mal sehen, was das wird. Scheint mir doch ein wenig abgegriffen, aber wer weiß. Nach dem aktuellen Heft trau ich den Herrschaften aus Berlin durchaus zu, noch einiges zum Thema beisteuern zu können. Spaß wird im aktuellen Heft zumindest recht pfiffig angegangen. Um direkt klarzustellen wo der Hase langläuft, gibt es erstmal auf 6 Seiten eine Fotostrecke mit lachenden Indern. Klingt wunderlich, ist es auch, aber durchaus witzig. Darauf folgt eine Heftgliederung in 6 Rubriken: Deutschland, Ausland, Medien, Gesellschaft, Freizeit und Mode. Wie man darin "Spaß" unterbringt? Nun, zunächst gibt es einen Essay von Matthias Heine mit dem Titel "What's so funny about fun?". Die Geschichte der Menschheit als Geschichte von Spaßklassenkämpfen. Wunderlich, aber gut. In Deutschland eröffnet das Heft mit einem Artikel über Fips Asmussen: "Der ist gut! Fips Assmusen erzählt seit 40 Jahren die selben Witze. Und das mit Erfolg." So habe ich Asmussen noch nicht betrachtet bzw. ernstgenommen. Darauf folgt ein kleiner Societyreport: "Reise ans Ende der Nacht/ Geschlossene Gesellschaft: Wenn die deutsche Society Partys feiert, ist die Psychiatrie nicht weit." Und so geht es denn auch weiter. Neiderfüllt muss ich zugeben, dass die Leute von Dummy wirklich witzig sind und was noch viel schlimmer ist: Gut. Ich dachte erst, dass sich Dummy nahtlos in die jüngst publizierte Reihe von Hipsterheften wie Deutsch oder Zoo einreiht, aber ich habe langsam den Verdacht, dass sie es wirklich können. Intelligenter Journalismus profaner Prägung mit Witz. Echt, schaut mal rein. Ich war verwundert und angetan. Besonders nett fand ich einen Artikel mit dem Titel: "Wer kommt in der Armee?" Schön, wirklich schön ... Weiteres unter www.dummy-magazin.de

 

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