Die Meinung der Anderen

In Kooperation mit der Initiative Die offene Gesellschaft starten wir einen Essaywettbewerb zum Thema »Meinungsfreiheit«

Wenn Meinungsfreiheit praktisch verhandelt wird, hat das immer auch mit dem Aushalten des Anderen zu tun; erst wenn sich jemand, Staat oder Bürger, an der Meinung eines Anderen stößt – erst dann bekommt die Meinungsfreiheit, sowohl als Recht als auch als Ideal, seinen Wert. Neben der Verwirklichung von Meinungsfreiheit in der Praxis ist gerade auch die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit ihr, als grundlegendes Prinzip unserer demokratischen Lebenswirklichkeit, von essentieller Bedeutung.

Gerade im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl zeigt sich, dass Meinungen, die frei geäußert werden, keine vom Leben unabhängigen rationalen Konzepte sind. Vielmehr hängt mit einer echten Meinung auch eine lebenspraktische und politische Einstellung zusammen. Und immer wieder muss man im öffentlichen Diskurs derzeit feststellen, dass eben diese lebenspraktischen Aspekte des Meinung-Habens bis an den Rand der Illegalität ausgetestet werden. Vor diesem Licht muss eine offene Gesellschaft wie unsere sich immer wieder fragen, wo diese Grenzen verlaufen.

Was muss man aushalten? Was darf man verurteilen? Wo liegen die Verantwortlichkeiten von Bürgern und Regierung? Was muss im Rahmen des technischen Wandels neu verhandelt werden? Bedingt Demokratie die Meinungsfreiheit oder geht sie aus ihr hervor? Inwieweit machen Literatur, Musik und Kunst Meinungsfreiheit zum Thema und dienen ihr zugleich als Spielwiese? All diese Fragen verstehen sich lediglich als Denkanstöße und lassen viel Raum für weitere Reflexionen offen.

Ungeachtet der Herangehensweise an das Thema Meinungsfreiheit – für die Essays sind wir an einer Bandbreite von geisteswissenschaftlichen Perspektiven auch über die Literaturwissenschaft hinaus sehr interessiert –, ist es gerade auch im Hinblick auf die gegenwärtige in zunehmend vielen, auch liberalen Staaten populistisch instrumentalisierte Medienkritik und die starke Einschränkung der Pressefreiheit, das Anliegen der Kritischen Ausgabe in Kooperation mit der Initiative Die offene Gesellschaft einen Essaywettbewerb zum Thema Meinungsfreiheit zu initiieren, um auf diese Weise für ihre Bedeutung und ihren Erhalt einzustehen.

Der beste Essay unter den eingesandten Texten wird im Online-Magazin der Offenen Gesellschaft publiziert. Die zweit- und drittplatzierten Essays veröffentlichen wir in unserem Online-Magazin Kritische Ausgabe plus. Die Frist für die eingesandten Texte ist der 1. August 2017. Die fertigen Beiträge können an folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: chefredaktion@kritische-ausgabe.de und dürfen einen Umfang von 8000 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht überschreiten. Bei Rückfragen können Sie uns gerne unter der genannten E-Mail-Adresse kontaktieren.

Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen!

 

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