Heimat, schöne Fremde

Hermann Peter Piwitt liest aus seinen Romanen und Erzählungen

»Es ist ein Skandal!« Das Urteil von Buchhändler Alfred Werner Böttger ist entschieden: Dass der Schriftsteller Hermann Peter Piwitt seit Jahren in die Schublade »Kommunist« gesteckt werde und deshalb im Literaturbetrieb nur eine Nebenrolle spiele, das sei schon ein bemerkenswertes Ärgernis, findet der Bonner Buchhändler. Dabei habe Piwitt in »seinen wunderbaren Romanen« und in »seinen brillanten Essays« die deutsche Zeitgeschichte stets sehr einfühlsam und nicht ohne Ironie begleitet – und das seit fast 50 Jahren. Piwitt, geboren 1935, war Mitglied der Gruppe 47, in den 60er Jahren druckt die FAZ einen Roman Piwitts ab – später freilich nie mehr. Sein Name taucht immer wieder auf im Zusammenhang mit anderen Autoren: Zuletzt gehörte sein Briefwechsel mit dem verstorbenen Nicolas Born zu den Meistbeachteten in der 2007 veröffentlichten Korrespondenz Borns. Ein anderer berühmter Briefwechsel Piwitts mit dem zornigen Pop-Poeten Rolf Dieter Brinkmann ist in dessen Rom. Blicke verewigt. Kürzlich veröffentlichte die Princeton-University Tondokumente der legendären Tagung der Gruppe 47: Man darf annehmen, dass der Beitrag mit Piwitts Lesung der mit großem Abstand meistgeklickte ist – freilich, weil Peter Handke die anschließende Diskussion zu dem Text für seine berühmt gewordene Wutrede kaperte. In seinem jüngsten Band Heimat, schöne Fremde, erschienen 2010 bei Wallstein, schreibt Piwitt über Schriftstellerkollegen und bezieht auch Stellung zu seiner politischen Vergangenheit. Morgen, Donnerstag, 7. Juli, liest Piwitt in Böttgers Buchhandlung aus dem Band und – auf ausdrücklichen Wunsch des Buchhändlers – auch aus früheren Romanen, etwa aus Die Gärten im März, aus der italienisch-mondänen Schelmengeschichte Der Granatapfel oder aus seinem jüngsten Roman Jahre unter ihnen. Donnerstag, 07. Juli 2011, 20:00 Uhr: »Heimat, schöne Fremde«. Hermann Peter Piwitt liest aus seinen Romanen und Erzählungen. Buchhandlung Böttger, Maximilianstraße 44, (Bonn-Innenstadt gegenüber des Hbf). Eintritt: 8 Euro (erm. 6 Euro).

 

Spendenaufruf

Die »Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Literatur im Dialog« sowie das Online-Magazin wird von einer jungen, ehrenamtlichen Redaktion betreut. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, mit unserer Arbeit weiterzumachen.

Detaillierte Hinweise für Spenden finden Sie im Impressum.

Wenn Sie mögen, können Sie uns auch ganz einfach unterstützen, während Sie online einkaufen, einen Flug oder Ihren nächsten Urlaub buchen – ohne, dass es Sie mehr als ein paar zusätzliche Mausklicks kostet. Wenn Sie vor dem Einkauf bzw. der Buchung über nachstehenden Button zu einem Online-Shop gehen und dort dann wie gewohnt einkaufen, bekommt die »Kritische Ausgabe« automatisch eine kleine Spende von etwa fünf Prozent des Einkaufswertes gutgeschrieben. Ihnen entstehen dadurch garantiert keine Mehrkosten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!