Raum für Spontaneität

Beim Auftakt von IMPORT/EXPORT zeigt sich junge Literatur ganz ungezwungen

Der Bonner Kulturkalender ist zwar bereits gut gefüllt, doch seit dem vergangenen Mittwoch ist er um eine neue Veranstaltung reicher. In der Fabrik 45 feierte die neue Literaturshow IMPORT/EXPORT Premiere. Ausgedacht hat sich das Format der Kölner Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff. Mit seinen ersten beiden Gästen, der Autorin Mercedes Lauenstein und dem Schauspieler Birger Frehse, gelang ihm ein bravouröser Start der Reihe.

Am Ende ist sich Dorian Steinhoff sicher, die Bonner Premiere von IMPORT/EXPORT in der Fabrik 45 ist geglückt: »Das Format funktioniert und ich bin sehr zufrieden.« Die neue Literaturshow findet künftig alle zwei Monate an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Düsseldorf und Bonn statt und soll junge Literatur kurzgetaktet, smart, mit Verve und Witz zeigen. Das neue Format entstand durch eine Kooperation zwischen dem Düsseldorfer Kulturzentrum zakk sowie dem Literaturhaus Bonn und geht auf eine Idee Steinhoffs zurück, der als Autor und Literaturvermittler in Köln lebt und bereits auf diverse Erfahrungen bei der Gestaltung von Kulturveranstaltungen zurückgreifen kann. Im Rahmen von IMPORT/EXPORT tritt er selbst als Moderator und Gastgeber auf. Seine ersten Gäste am vergangenen Mittwoch waren die Journalistin und Schriftstellerin Mercedes Lauenstein, die ihr Debüt Nachts mitgebracht hatte, und der Schauspieler Birger Frehse.

Das Aufeinandertreffen der drei Künstler war ganz ungezwungen. Es gab zwar geplante Abläufe, doch dazwischen war auch Raum für Spontaneität. So verzichtete Steinhoff beispielsweise auf eine klassische Autorenvorstellung. Lauenstein gab stattdessen Details aus ihrem Leben als Schriftstellerin preis, indem sie ihre Assoziationen zu bestimmten, zufällig gezogenen Begriffen nannte. Als »Assoziationskettenspaß« bezeichnete Steinhoff diese Methode. Zwischendurch schaltete sich immer wieder Frehse ein, indem er thematisch passende Auszüge aus literarischen Texten vortrug. Unterbrochen durch Diskussionen zwischen Steinhoff und seinen Gästen, las Lauenstein schließlich ausgewählte Passagen aus ihrem Erzählband vor und empfahl dem Publikum ihr aktuelles Lieblingsbuch.  So war das Publikum gleich Zeuge einer zweifachen Literaturvermittlung: Steinhoffs Vorstellung von Lauensteins Nachts und dem Hinweis, auch Mercè Rodoredas bereits 1967 erschienenen Roman Der Garten über dem Meer zu lesen. Neue Empfehlungen gibt es übrigens am 14. Juni, denn dann geht IMPORT/EXPORT in die zweite Runde und Steinhoff gibt sich nach dem gelungenen Auftakt ganz hoffnungsvoll: »Es war schon gut, aber es wird noch besser.«

 

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