Mit Herz und Humor

Bei der Literaturshow Import/Export begrüßt Dorian Steinhoff heute Abend Axel Ranisch

Um 20 Uhr startet heute Abend in der Fabrik 45 in Bonn eine neue Folge der Literaturshow Import/Export, die das Literaturhaus Bonn mit Dorian Steinhoff als Gastgeber veranstaltet. Zu Gast ist dieses Mal der vielfach ausgezeichnete Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller Axel Ranisch. Im Gepäck hat er seinen in diesem Jahr erschienenen Debütroman Nackt über Berlin, eine irre Coming-of-Age-Geschichte um die beiden Teenager Jannik und Tai, die ihren Schulrektor entführen.

Axel Ranisch ist vieles: Er arbeitet als Regisseur und das nicht nur für Fernsehen und Kino, sondern auch für die Opernbühne. Er ist zugleich auch Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent. Doch damit nicht genug. Seit einiger Zeit kennt man Ranisch auch als Schriftsteller. Geboren wurde er 1983 in Berlin. Nach einer Ausbildung in Medien- und Theaterpädagogik begann er 2004 ein Regie-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam Babelsberg. Sein Diplomfilm Dicke Mädchen aus dem Jahr 2011, der ohne richtiges Filmteam und Budget gedreht wurde, war bei den Hofer Filmtagen ein voller Erfolg und wurde stark bejubelt. 2012 lief der Film, der insbesondere durch die Kunst der Improvisation lebt, auch bundesweit in den Kinos.

Immer für Überraschungen gut

In seinem Roman Nackt über Berlin, der bei der diesjährigen lit.cologne auch mit dem Debütpreis ausgezeichnet wurde, erzählt Ranisch die verrückte Geschichte des Teenagers Jannik und seines Freundes Tai, der vietnamesische Wurzeln hat. Beide sind Außenseiter. Als sie zufälligerweise ihren betrunkenen Rektor Jens Lamprecht auf der Straße finden, bringen sie ihn zurück in seine Wohnung und nutzen die Gelegenheit. Sie sperren ihn kurzerhand ein. Während Tai es genießt, so über den Rektor zu »herrschen«, ist Jannik von Schuldgefühlen geplagt. Anders als sein Freund möchte er Schluss mit dem Ganzen machen und den Seelenstriptease des Lehrers beenden. Er weiß aber nicht, wie er Tai zum Aufhören bewegen kann. Janniks Gefühle für Tai sind zu stark.

Ranisch erzählt diese Geschichte, die, wie er selbst betont, durchaus auch Spuren seines eigenen Lebens beinhaltet, äußerst liebevoll und so, dass auch der Witz nicht zu kurz kommt. Als jemand, der es versteht die Improvisation für die Kunst zu nutzen, ist er heute Abend der geradezu ideale Gast für die Literaturshow Import/Export. Das Format, dem es auf erfrischende Weise immer wieder aufs Neue gelingt, eine Brücke zwischen klassischer Wasserglas-Lesung und Late Night zu bauen, lebt gerade von den überraschenden Momenten. Man darf also auf heute Abend gespannt sein.

Axel Ranisch: Nackt über Berlin. Berlin: Ullstein, 2018. 384 Seiten. ISBN 9783961010134. 20 Euro.

 

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