2016 – ein Jahr voller Highlights

Rückblick auf drei Lesungen, zwei Hefte und einen neuen Literaturzirkel

Im vergangenen Jahr beschäftigte sich die Redaktion der Kritischen Ausgabe nicht nur mit dem Thema »Freundschaft«, sondern ging für ihr zweites Heft, das in ganz neuer Aufmachung erschien, auch in den Untergrund. Doch damit nicht genug: Neben drei Lesungen, die im Rahmen der Lesereihe »Forum Junge Literatur« stattfanden, startete auch der Literaturzirkel LESBAR.

Im letzten Jahr fand zum zweiten Mal unsere Lesereihe »Forum Junge Literatur« statt. Wie bereits 2015 hatten junge Autorinnen und Autoren Gelegenheit dem Bonner Publikum Einblicke in ihre Werke zu geben. Darüber hinaus standen sie im Anschluss an die Lesung auch für Gespräche rund um ihr Werk oder aber die literarische Karriere zur Verfügung. Ort der Veranstaltungen war wie bereits 2015 wieder das Buchcafè Antiquarius in der Bonner Südstadt. In den kleinen gemütlichen Räumen, umgeben von Wänden mit alten Büchern, machte im April die aus Siegburg stammende Autorin Julia Trompeter mit ihrem neuen Gedichtband Zum Greifen nah den Anfang und erzeugte mit ihrem Debüt als Lyrikerin eine besondere Stimmung.

Ende Oktober folgte die Lesung mit Sven Heuchert, der seinen Erzählband Asche mitbrachte. Thema seiner Erzählungen sind meist schöne Frauen, Liebe, Alkohol und die Hässlichkeit des Alltags. Im Gespräch nach der Lesung berichtete er, dass die Grundlage seiner Geschichten oft Situationen sind, die er selbst erlebt hat. Seine teilweise schonungslose Sprache und sein spezieller Stil begeisterten das Bonner Publikum. Heuchert lässt dem Leser in seinen kurzen Geschichten viel Raum für Phantasie. Seine Figuren werden äußerlich nicht beschrieben, da der Leser diese selbst, durch Sprache und Handlung, einordnen soll.

Ungezwungen über Literatur sprechen

Die Lesereihe beendete im November Chris Nolde. Der Kölner Autor hat ich erst relativ spät für Literatur interessiert und begann zunächst als Mediengestalter zu arbeiten. Daraufhin studierte er in Bonn und Berlin Literatur, Philosophie und Politik. Nolde brach jedoch das Studium ab, um sich ganz dem literarischen Schreiben zu widmen: »Nach dem Abbruch meines Studiums war ich ein bisschen frustriert und wollte etwas Schönes verfassen, was mich selbst auch zum Lachen bringen könnte«. Heute, so sagt er, ist er mit seiner Beschäftigung zufrieden. Sein erstes Werk Riss erschien 2013. Für die Lesung im Buchcafé Antiquarius brachte er seinen zweiten Roman Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel mit. Auf charmante und humorvolle Weise erzählt Nolde hier die Geschichte des Schriftstellers Max, der in Berlin wohnt und sich in einer Lebenskrise befindet. Obwohl dieser Probleme mit seiner Freundin hat, seine Wohnung kaum bezahlen kann und sein Verlag von seinen Geschichten nicht mehr überzeugt ist, nimmt er das Leben positiv.

Heft-Cover Untergrund
Die Heft-Cover der KA #30 und #31

Alle drei Autoren fanden auf ganz unterschiedliche Weise auch Einzug in die Hefte des vergangenen Jahres. Während Fabian Beer Julia Trompeters Lyrikdebüt in unserem Heft #30 (»Freundschaft«) und Dominika Solecka das neue Buch von Chris Nolde im Heft #31 rezensierten, sprach Michael Preidel mit Sven Heuchert für das zweite Heft 2016. Dank der finanziellen Unterstützung des Literaturfonds konnte gerade für diese Ausgabe auch die Idee einer neuen Gestaltung umgesetzt werden. So zeichnet sich das Heft #31 nicht nur durch die Fotografien des Künstlers Esteban Sánchez aus, gerade auch die neue Anordnung von Text und Bild trägt entscheidend zum veränderten Aussehen bei. Das neue Heft gibt es wie alle anderen im Online-Shop, beispielsweise auch ganz neu im Abo für Studierende.

Ein besonderes Highlight des vergangenen Jahres war aber vor allem die Gründung des Literaturzirkels LESBAR, der sich seitdem regelmäßig im Café Orange in Bonn trifft. Hier lässt sich abseits literaturwissenschaftlicher Diskussionen über zeitgenössische Literatur sprechen. Es gibt ausreichend Platz für lebhafte und oft auch nachdenkliche Diskussionen, bei denen die gemeinsame Lust, über Literatur sprechen zu wollen, zählt. Wer Interesse an diesen ungezwungenen Gesprächen hat, ist übrigens herzlich eingeladen am 19. Januar um 17:00 Uhr dabei zu sein. Dann findet der nächste Termin der LESBAR im Café Orange statt. Nähere Infos zum Buch, das dann besprochen wird, aber auch zu allen anderen Veranstaltungen, die für 2017 geplant sind, gibt es wie immer hier oder aber auf den Präsenzen der KA auf Facebook, Twitter und Instagram.


 

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