Trockenschwimmen

Die Wassermetaphorik neuerer Flanerie- und Entfremdungsdiskurse in Georges Perecs Un homme qui dort

Die Flanerie stellte stets eine Kombination aus Bewegung und Beobachtung dar – von den ersten, aristokratischen Flaneuren des frühen 19. Jahrhunderts, die sich mit ihrem exklusiven Erscheinungsbild vom Großbürgertum abzusetzen suchten, über die literarischen Flaneure der ›kleinen Form‹, die ihre ›Observateur-Perspektive‹ in Zeitungsartikeln über gesellschaftliche Ereignisse einbrachten, bis zu Baudelaire und seinen Nachfolgern.[1] Doch diese Autonomie des ostentativen Gehens wurde immer wieder durch ein Gefühl der Fremdbestimmung abgelöst (man denke an Benjamins »Magnetismus der nächsten Straßenecke«[2]), welches in Georges Perecs 1967 erschienenen Roman Un homme qui dort ungeahnte Ausmaße annimmt und den Flaneur ziellos und unkontrolliert durch die Pariser Straßen spült. Er ist nicht von der Schönheit der Stadt, der Sehnsucht neuer Eindrücke oder dem Wunsch zur Performanz angetrieben, sondern versucht stattdessen sein Ideal, die absolute Gleichgültigkeit, zu erreichen. Es ist die Gehbewegung, die ihn zunehmend von der Gesellschaft und von sich selbst entfremdet.

Zentrales Element in der Darstellung dieser Flanerie- und (Selbst-)Entfremdungsbewegungen ist die Wassermetaphorik. Das Wasser durchdringt den gesamten Textkörper und erscheint als großer Nivellierer, der nahezu sämtliche Differenzen zwischen den Menschen und Dingen verschwimmen lässt, und der somit den vom Protagonisten angestrebten Gleichmachungsprozess ermöglicht. Die verschiedenen Qualitäten des Wassers – Liquidität, Homogenität, Transparenz und die Möglichkeit der unterschiedlichen Verläufe, der Glättung einer gewellten Oberfläche bei gleichzeitigen untergründigen Strömungen – bezeugen die Komplexität der Angleichung und offenbaren eine facettenreiche Erfahrungsstruktur des isolierten Individuums. Dabei bedingt das Wasser die Auflösung der Ich-Konstitution des Protagonisten, wie auch die Homogenisierung der Pariser Passanten. Es exponiert sich als konstituierendes Moment der Flanerie, die durch die Integration der Wasserbewegung in den Raum der Großstadt zu einer Art Trockenschwimmen wird. Im Folgenden sollen daher die Erfahrungen des Flaneurs anhand der verschiedenen Bewegungen des Wassers verfolgt werden. Die Verflüssigung des Studenten und die der Menge, das Fließen der Flaneriebewegung, die Wellen als Entscheidungskonflikte der Figur, sowie eine abschließende Emulsion, die Verbindung von Menge und Flaneur, sollen die Struktur dieser Arbeit bilden.

Verflüssigung

Der namenlose Protagonist Perecs steht am Tag seines Staatsexamens in Soziologie nicht auf. Er bricht mit seinem vorherigen Leben, verweigert nahezu jegliche menschliche Interaktion und verbringt fortan seine Zeit damit, sich möglichst isoliert durch die Pariser Straßen treiben zu lassen oder in einem unbestimmten Zustand zwischen Wachen und Schlafen im Bett zu liegen. In solchen (Wach-)Traumsequenzen kommt es zu Auflösungserscheinungen, die sich in Imaginationen von zerfließenden Festkörpern eröffnen. Durch den Kontakt seiner Körperteile mit dem Bettlaken findet eine Osmose (der Fluss molekularer Teilchen durch eine semipermeable Membran[3]) statt (GPF, 123),[4] wodurch Körper und Bettlaken verschmelzen. Daraufhin verschieben sich Körperteile an andere Stellen, die Wade des Studenten verflüssigt sich (GPF, 125), das ganze Bein wird ein Fluss und schmilzt dahin (GPF, 164). Die Verflüssigungsimaginationen bedingen das Verschwimmen der Ich-Konstitution des Subjektes, indem sich organisches und anorganisches Material zu einem gleichen Ganzen verbindet.

Die in der Erzählform der 2. Person Singular schon angelegte doppelte Perspektive zwischen angesprochenem Du und sprechendem Ich[5]  weitet sich zu einem Ich-spaltenden Widerspruch aus[6].  Der Student sieht das dunkle Zimmer als schwarze See und seine Nase als weiße Spur, die ein Dampfer durch dieses Meer zieht: »tu es tout à la fois l’étrave et le navire et toi sur le navire.« (GPF, 101–102), (»du bist gleichzeitig der Vordersteven und das Schiff und du auf dem Schiff.«, GPD, 59)[7].  Die Depersonalisation der Figur zeigt sich hier in der Spaltung des Subjekts in mehrere Teile. Es lässt sich nicht mehr eindeutig lokalisieren. So korrelieren die Imaginationen der physischen Nivellierung und der Aufspaltung des Ichs mit der psychischen Indifferenz und namentlich mit den Selbstentfremdungserfahrungen des Protagonisten.

Sobald der Flaneur sein Zimmer, seine isolierte »île[…]« (GPF, 64) (»Insel[…]«, GPD, 38) verlässt, stellt die Menge der Passanten eine ihn umgebende Opposition dar, die exemplarisch für ein typisiertes Bild einer Leistungsgesellschaft steht, aus welcher der Protagonist mit dem Abbruch seines bisherigen Lebens ausgetreten ist. Die Metapher, die den gesamten Roman über die Bestandteile und das Verhalten dieser Menge beschreibt, ist die des »flot qui va et vient« (GPF, 34) (»Strom, der hin- und herwogt«, GPD, 19). Dieses Bild transformiert ein heterogenes Feld von Individuen nicht nur in ein zusammenhängendes Kollektiv, sondern in eine homogene Masse, in welcher sich die einzelnen Menschen und ihr individueller Wille auflösen, um sich in einer einheitlichen Wassergewalt zu vereinigen. Entgegen Simmels Auffassung, Menschen würden sich als Reaktion auf die Gefahr der Nivellierung in der Stadt individualisieren,[8]  geben die hier beschriebenen Menschen der Gleichmachung nach und werden zu einer einzigen bewegten Formlosigkeit.

Fließen

Paris steht mit seinem Wappen, welches ein weißes Segelschiff abbildet, und dem dazugehörigen Motto »Fluctuat nec mergitur« (»Es schwankt, aber es sinkt nicht«)[9] symbolisch für die Flanerie des Protagonisten. Das schwankende Schiff wird zur Metapher für den Flaneur, der sich ohne Kontrolle auf dem Strom der Menge eben jener Stadt bewegt. Im Gegensatz zu der linearen Vorwärtsbewegung seines vorherigen Lebens, folgen die Formen des Trockenschwimmens weitestgehend ziellosen Gehbewegungen. »Te laisser porter par les foules« (GPF, 65) (»Dich von der Menge tragen lassen«, GPD, 38). Die Menge ist die Flüssigkeit, auf deren Oberfläche sich der Flaneur treiben lässt. Er ist der »Bouchon sur l’eau« (GPF, 114) (»Kork auf dem Wasser«, GPD, 68), der unbewusst, automatisiert und fremdbestimmt dem zufälligen Strömen der Menge folgt. Diese passive Bewegung, die an die psychischen Automatismen der Surrealisten erinnert[10] und die sich konzeptuell zwischen Fließen und Flanieren verordnen lässt, soll hier als Flanießen bezeichnet werden.

Perecs Protagonist bewegt sich zwischen Selbstauflösung und kontinuierlichem Flanießen durch die Stadt. Das folgende Satzfragment wird dabei symptomatisch für die Figur: »Flâneur minutieux, nyctobate accompli, ectoplasme« (GPF, 117) (»Gründlicher Bummler, vollendeter Nachtschwärmer, Ektoplasma«, GPD, 69). Die erneute zellbiologische Metapher des Ektoplasmas (eine homogene, durchscheinende Flüssigkeit und äußere Schicht des Zytoplasmas[11]), betont wie schon die Kork-Metapher die verbleibende Trennung zur Menge und die Stellung des Protagonisten als Randfigur. Zudem wird die Transparenz der Figur herausgestellt. Die Verflüssigung geht in der Flanerie mit der Entfremdung von der Gesellschaft einher, für die der Flaneur unsichtbar bleibt.

Das zufällige Fließen, das von der Bewegung der Flanerie zur Bewegung des Lebens selbst wird, steht im Kontrast zum zielgerichteten Stadtleben. Nach der Terminologie von Deleuze und Guattari, stellt das Meer den Archetypus des glatten Raums dar, während sie in der Stadt den gekerbten Raum par excellence sehen.[12] Die Bewegungsform des Protagonisten, welche »Geschwindigkeitsdifferentiale, Verzögerungen und Beschleunigungen, Umorientierungen, kontinuierliche Variationen«[13] beinhaltet und die anhand der Qualitäten des naturgemäß unstrukturierten Wassers dargestellt wird, erlaubt die Integration des glatten Raums in den starr strukturierten; gekerbten Raum der Stadt. Deleuze und Guattari unterscheiden weiter, dass es im gekerbten Raum Punkte gibt, denen Linien zugeordnet werden, während im glatten Raum den Linien Punkte untergeordnet werden. Die Orte, die der Protagonist Perecs zufällig ansteuert, sind nachrangig. Die gleichförmige Ziellosigkeit der Flaneriebewegung stellt eine verschlungene Linie dar, der erst nachträglich die Pariser Topographien zuzuordnen sind, und die ihm somit erlaubt, in einem isoliert glatten Raum innerhalb des gekerbten Raums der Großstadt zu leben.

Die überbordende Wassermetaphorik Perecs verknüpft sich an vielen Punkten, stellt jedoch kein geschlossenes System dar. Die entscheidenden Bewegungen innerhalb der großen Bewegung der Nivellierung, die kontinuierlich durch das Wasser dargestellt werden, sind jedoch die der Verflüssigung und die des Flanießens auf dem Strom der Menge. Es bilden sich also zwei Flüssigkeiten heraus, die in ständigem Kontakt miteinander stehen, die jedoch klar voneinander getrennt bleiben. Zwischen dem Flaneur und der Menge kommt es zunächst zu keiner Verbindung, da ihnen diametral verschiedene Geistesrichtungen innewohnen. Die Menge handelt zielgerichtet motiviert, der Flaneur hingegen verhält sich möglichst neutral. Die Entfremdung des Studenten von den ihn umgebenden Menschen verhindert eine Emulsion. Während die Menge die lineare Vorwärtsbewegung der Leistungsgesellschaft repräsentiert, steht der Student für den Stillstand. Dass der Flaneur trotzdem zum »marcheur infatigable« (GPF, 117) (»unermüdliche[n] Marschierer«, GPD, 70) wird, der die gesamte Stadt durchgeht, ist nicht mit asketischer Verbissenheit, sondern mit der fremdbestimmten Bewegung begründet. Simmel wie auch später Blumenberg schreiben über diese paradoxe Bewegung des großstädtischen Schwimmers mit dem Strom, »in dem es kaum eigener Schwimmbewegungen bedarf«[14] und der ihn trotzdem weiterträgt.

Wellen

In Perecs Roman tritt das Wasser als Element auf, das sich in der fließenden Bewegung der Flanerie präsentiert und das die Differenzen zwischen Körpern und (zwischen) Dingen aufhebt. Die Nivellierung wird insbesondere durch ein weiteres Motiv des Wassers gezeichnet. Auf verschiedenen Ebenen exponieren sich Wellen, die der Gleichmachung und der Glättung zu widersprechen scheinen. Diese Wellen werden jeweils durch Oppositionen gebildet, die eine binäre Entscheidungsstruktur eröffnen. So verfolgt der Roman immer wieder das Hin oder Her der wogenden Menge, wie auch das Hin oder Her der jeweils gegenteiligen Möglichkeiten äußerer Umstände[15]:

Der Text zeichnet hier auf zwei Ebenen Wellen. Aus semantischer Perspektive werden jeweils zwei Antithesen der möglichen Umstände für den Flaneur gegenübergestellt. Aus phonologischer Sicht werden die Oppositionen durch die jeweils abwechselnd auf- und absteigende Höhe der Tonlage verdeutlicht, aus denen sich eine leiernde, immer wiederkehrende Oszillation herausbildet. Die Wellen stellen hier Konflikte zwischen den entgegengesetzten Möglichkeiten des Wetters, der Tageszeit und dem Vorhandensein anderer Passanten dar, die der Student durch seine Gleichgültigkeit außer Kraft setzt. Welcher Fall in dieser binären Möglichkeitsstruktur auch eintritt, er setzt sein kontinuierliches Flanieren fort.

Die Sehnsucht, einen Konflikt zu unterlaufen, beschäftigt auch Roland Barthes in der Vorlesungsreihe Le Neutre (1977–1978). Das Neutrum setzt hier das Paradigma außer Kraft, indem es ein tertium außerhalb der binären Struktur darstellt.[16] Der Prozess dieser Affirmation außerhalb der Kategorien Negation und Affirmation ist bei Barthes eine »leidenschaftliche, inbrünstige Aktivität«, während sie sich bei Perec in einer Neutralität oder »Ununterschiedenheit«[17] ausdrückt. Doch auch der Flaneur möchte »der drohenden Aufforderungen der Welt, ›eine Wahl zu treffen‹«,[18] entgehen. Sein Versuch, diesen Entscheidungskonflikt durch Gleichgültigkeit aufzulösen, äußert sich in der Verweigerung, seiner Flanerie selbstbestimmt eine Richtung zu geben, und in der Lokalisierung der Zugehörigkeit seines Ichs darin, dass er weder mit sich selbst identisch sein kann, noch mit der Menge identisch sein will. Er versucht sich diesen Kategorien zu entziehen. Doch die Struktur des unumgänglichen Konfliktes führt den Studenten in ein fremdbestimmtes Gehen, das ihn unbewusst zu einer Entscheidung über die Richtung zwingt. Auch die nicht kategorisierbare Position außerhalb der Menge und außerhalb seiner selbst kann der Student nicht aufrechterhalten.

Emulsion

Im Laufe der Zeit beginnt sich die Gleichgültigkeit des Protagonisten langsam aufzulösen. Paradoxerweise führt ihn die Indifferenz dem Normalen und der Menge gegenüber zur Annäherung an eben jene, da ihn die Bewegung des Stroms, auf dem er sich treiben lässt, immerhin in die gleiche Richtung trägt. Durch die ständige Konfrontation mit der Menge findet der Student zurück zur Emotionalität, die sich insbesondere durch das Empfinden von »peur« (GPF, 163) (»Angst«, GPD, 98) ausdrückt. Das Gefühl wird durch die einzige Metapher des Romans verbildlicht, in der das Wasser im festen Aggregatzustand auftaucht und die damit der flüssigen Indolenz gegenübersteht: »ton ventre est une banquise« (GPF, 164–165) (»dein Bauch ist Packeis«, GPD, 99).

Auch die Bewegung der Flanerie verändert sich und entpuppt sich als »tourisme« (GPF, 109) (»Tourismus«, GPD, 64). Damit stellt sie die Orte in den Vordergrund, denen anschließend eine Linie zugeordnet wird. Die Integration des glatten Raums kann also nicht aufrechterhalten werden. Im entfremdeten Verhältnis zwischen dem Studenten und den ihn umgebenen Menschen kommt es durch den Verlust der Gleichgültigkeit zu Annäherungen. Der Protagonist erkennt, dass auch er, der sich mit seiner Apathie gegen die Menge stellte, nicht anders ist, dass sein Abbruch ein bloßer Versuch, eine »hypocrisie« (GPF, 178), (»Heuchelei«, GPD, 106) war. Zuletzt kommt es also zu einer Umkehrung der angleichenden und verflachenden Prozesse. Gleichzeitig findet jedoch eine abschließende Nivellierung zwischen Menge und Flaneur statt. Anstatt weiter auf der Oberfläche zu treiben, verbinden sich Individuum und Menschenmasse – es kommt zur Emulsion.

Über weite Teile des Romans tritt das Wasser in Metaphorik und Imagination als gleichmachendes Moment auf. Dabei wirkt es wie ein glatter Meeresspiegel, der sich über die Erhebungen der Großstadt legt, der die fließende Bewegung des Flanierens, die Verflüssigung der Menge, wie auch des Protagonisten bedingt, Auseinandersetzungen und Emotionen auflöst und alle Teile zu einem gleichen Ganzen macht. Das Wasser bedingt aber auch den Bruch mit den Nivellierungsbewegungen und der Gleichgültigkeit: »Le malheur […] a minutieusement imprégné ta vie« (PGF, 137), (»Das Unglück […] hat sorgfältig dein Leben durchtränkt«, GPD, 82). So wird die oberflächliche Glättung durch untergründige Strömungen unterlaufen, welche die Indifferenz des Studenten langsam auswaschen.

Auch das Romanende wartet mit einem finalen Wasserbezug auf. Der Protagonist beobachtet die unzähligen Menschen auf den Straßen, »en pleine rêverie océanique, attendant les embruns, le déferlement des marées, l’appel rauque des oiseaux de mer.« (GPF, 181) (»mitten in einer Ozeanträumerei, und sie warten auf den Nieselregen, auf die Brandung der Gezeiten, auf den rauen Ruf der Seevögel.«, GPD, 108). Die Passanten sehnen sich nach Meer, Regen und Nässe, nach dem Wasser also, das sie alle vereint. Der Student hingegen, von Angst erfüllt, wartet darauf, dass der Regen aufhört zu fallen. Er ist noch immer nicht bereit, sich der Nivellierung hinzugeben. Trotz der Emulsion zwischen Flaneur und Menge, die den Eindruck der Gleichheit vortäuscht, sind die Differenzen zwischen ihnen nicht vollends aufgehoben.

Dieser Beitrag ist ein Online-Spezial zu unserem Themenheft #32 »Wasser«, das im Herbst 2017 erschienen ist. Sie finden es auch hier in unserem Online-Shop.



[1] Keidel, Matthias: Die Wiederkehr der Flaneure, Literarische Flanerie und flanierendes Denken zwischen Wahrnehmung und Reflexion. Würzburg 2006. S. 13.

[2] Benjamin, Walter: Das Passagen-Werk. Hrsg. v. Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser, Frankfurt a.M. 1982. S. 525–26.

[3] Lexikon der Biologie. Band 10. Hrsg. v. Rolf Sauermost. Heidelberg 2002. S. 294.

[4] Perec, Georges: Un homme qui dort. Paris 1967. S. 123. – Das Werk wird nachfolgend als GPF zitiert.

[5] Vgl. hierzu Kuhn, Roman: Zweite Person Singular Präsens. Überlegungen zu Ein Mann der schläft von Georges Perec. In: Der Präsensroman, Hrsg. v. Armen Avanessian und Anke Henning. Berlin/Boston 2013. S. 210–223.

[6] Diese Ich-Spaltung erinnert an die corps morcelé Lacans. Vgl. hierzu Lacan, Jacques: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion. In: Ders.: Schriften, Bd. 1. Hrsg. v. Norbert Haas. Freiburg i.B. 1973. S. 61–70.

[7] Perec, Georges: Ein Mann der schläft. 2. Aufl. Übers. v. Eugen Helmlé, Zürich 2012. S. 73. – Die deutsche Übersetzung wird nachfolgend als GPD zitiert.

[8] Simmel, Georg: Die Großstädte und das Geistesleben. In: Ders.: Georg Simmel. Gesamtausgabe. Bd. 7. Aufsätze und Abhandlungen 1901 – 1908. Band 1. Hrsg. v. Rüdiger Kramme, Angela Rammstedt und Otthein Rammstedt, Frankfurt a.M. 1995. S. 116–131.

[9] Wolff, Uwe: Goethes Paradies in Rätseln – ›Natürliche Tochter‹ im Spiegel der Wassermetaphorik. Hrsg. v. Ulrich Müller, Franz Hundsnurscher und Cornelius Sommer, Stuttgart 1979. S. 7.

[10] Vgl. hierzu Breton, André, Das erste Manifest des Surrealismus. In: Ders.: Die Manifeste des Surrealismus. Hrsg. v. Jürgen Manthey. Übers. v. Ruth Henry, Reinbek b.H. 1977. S. 9–43.

[11] Lexikon der Biologie. Band 4. Hrsg. v. Rolf Sauermost. Heidelberg 2002. S. 483–484.

[12] Deleuze, Gilles/Guattari, Felix: Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie. Hrsg. v. Günther Rösch. Übers. v. Gabriele Ricke und Ronald Vouillé. Berlin 1992. S. 657–693.

[13] Ebd., S. 668.

[14] Simmel, Georg: G und G [wie Anm. 8], S. 130. Vgl. hierzu auch: Blumenberg, Hans: Quellen, Ströme, Eisberge. Hrsg. v. Ulrich Bülow und Dorit Krusche. Berlin 2012. S. 178–179.

[15] »Ob schönes Wetter ist oder schlechtes, ob Regen fällt oder die Sonne scheint, ob der Wind in Böen bläst oder sich kein Blättchen an den Bäumen bewegt, ob das Morgengrauen die Laternen auslöscht, ob die Dämmerung sie wieder anzündet, ob du in der Menge verloren oder allein auf einem einsamen Platz bist, du gehst immer noch vor dich hin, du bummelst immer noch umher.« (GPD, 51).

[16] Barthes, Roland: Das Neutrum. Vorlesung am Collège de France 1977–1978. 2. Aufl. Hrsg. v. Eric Marty. Übers. v. Horst Brühmann. Frankfurt a.M. 2015.

[17] Ebd., S. 34.

[18] Ebd., S. 33.

 

 

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