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Crauss.

Just left the building: Robert Gernhardt

Marcel Diel, 30. Juni 2006, 16:26 Uhr

Robert Gernhardt ist tot. Der vielfach preisgekrönte Lyriker, Satiriker, Karikaturist und Maler, Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule und der Satire-Zeitschrift Titanic etc. pp. starb heute im Alter von 68 Jahren in Frankfurt am Main.

Robert Gernhardt, zunächst als Nonsens-Autor von der Kritik verpönt, wurde einer der einflussreichsten Satiriker der Bundesrepublik. Er schaffte, was nicht vielen Kollegen seines Faches gelang: Das seriöse Feuilleton nahm ihn ernst, der einfache Mensch auf der Straße nahm ihn wahr. »Deutschlands erfolgreichster lebender Dichter« wurde in den großen Zeitungen des Landes ebenso publiziert wie auf Häuserwänden [und] in Schulbüchern. Gernhardt war Kult.

Bestürzung und Trauer äußern sich bereits jetzt in einer wahren Flut an Nachrufen. Es kondolieren unter vielen anderen: Roger Willemsen im Tagesspiegel, Uwe Wittstock in der Welt, Hubert Spiegel in der FAZ (die weitere Artikel über und auch von Gernhardt in einem Online-Special zusammengestellt hat), Thomas Steinfeld in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, Stefan Behr, Michael Braun und Martin Lüdke in der Frankfurter Rundschau, Peter Henning in der Zeit, Klaus C. Zehrer in der taz, Daniel Haas auf Spiegel-Online und Lutz Bunk im Deutschlandradio. Außerdem hat die Titanic auf ihrer Internetseite ein offenes Kondolenzbuch eingerichtet.

addendum (03.07.06): Für die K.A. hat Nadja Wick einen Nachruf auf Robert Gernhardt verfasst. Die FAZ meldet unterdessen, dass der umfangreiche Nachlass des Autors zwischen dem Deutschen Literararchiv in Marbach und dem Museum für Komische Kunst in Frankfurt a.M. aufgeteilt wird.

(30. Juni 2006)

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