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Crauss.

K.A. Plus

Ein Sommer mit Kikujiro

Japan-Liebhaber Manfred Poser hat ein Buch von und über Takeshi Kitano entdeckt

Manfred Poser, 3. September 2010

Kitano par Kitano (Cover; Ausschnitt)Noch vor Sommerbeginn las ich in einem Satz die vielen Sätze des Buches Kitano par Kitano, in diesem Jahr bei Bernard Grasset in Paris erschienen. Dann legte ich es auf einen Stapel, und immer wenn ich vorbeikam, fiel mein Blick auf Takeshi Kitanos Gesicht auf dem Titelbild: Er hält sich das linke Auge zu und trägt eine unergründliche Maske zur Schau wie der blinde Masseur Zatoichi in seinem Film von 2003. Der französische Journalist Michel Temman lebte zufällig in Kitanos Nähe und unterhielt sich über vier Jahre hinweg mit ihm; daraus wurde dieses Buch …

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»Heute ist sein Werk Gegenstand globaler Diskussion«

Oder: Strategie der Exkulpierung und Apologie in biografischem Gewand – Zu Reinhard Mehrings Carl-Schmitt-Biographie

Klaus Popa, 24. August 2010

Es erfordert allerhöchste Sorgfalt der recht schwierigen Problematik ›Carl Schmitt‹ mit biografischen Mitteln gerecht zu werden. Die Belobigung mancher Rezensenten, Reinhard Mehring habe die bisher beste Biografie Schmitts geliefert, scheint dieses Kriterium außen vor gelassen zu haben. Die zweigleisige Verfahrensweise des Biografen erweckt jedoch ernsthafte Zweifel, dass diese Biografie es schafft, Schmitt und sein Werk ins rechte Licht zu rücken.

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Objektwelt und Traumwelt

Manfred Poser versucht, zwischen unserer gegenständlichen Welt und der fünften Dimension zu vermitteln. Ob das gutgeht?

Manfred Poser, 20. August 2010

(Foto: Manfred Poser)Es gibt eine neue philosophische Richtung. Sie heißt Object-oriented ontology oder kurz OOO. Die Objektorientierte Ontologie ist am 23. April mit einem Einweihungs-Symposium an der Georgia-Tech-Universität aus der Taufe gehoben worden. Teilnehmer waren Graham Harman, der an der amerikanischen Universität Kairo lehrt und den Begriff schuf, Ian Bogost, Levi Bryant und Steven Shaviro, ein großer Kant- und Whitehead-Experte (immer lesenswert, wenngleich »langfädig«: sein Weblog). Sie sind die Hauptvertreter der neuen Philosophie …

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David, Jan und Elvis

Manfred Poser war lange auf Radtour – und hat als radelnder Mönch viel Bedenkenswertes erlebt

Manfred Poser, 6. August 2010

Jan Paulsen (Foto: Manfred Poser)Vier Wochen lang war ich mit dem Fahrrad, Zelt und Schlafsack in Deutschland, Dänemark und Südschweden unterwegs. Ich stellte mir vor, ein Sufi-Mönch zu sein, und kannte natürlich die Essays von Hakim Bey über Sufi-Reisen. Der Mönch fährt los und schaut, was ihm begegnet. Alle Erfahrungen und Koinzidenzen sagen ihm etwas über seinen spirituellen Zustand – und über die Organisation der Welt.
Der Reisende ist immer bereit, anderen sein »baraka« (Segen) zu spenden. Ich war oft gut gelaunt und freute mich, wenn etwas gut lief, ich tat kund, wenn mir das Essen schmeckte oder ich glücklich war, einen Campingplatz erreicht zu haben. Ich war spontan und sprach aus, was mir in den Sinn kam. Oft habe ich dann bemerkt, wie der Gesprächspartner strahlte; dann war mein Segen angekommen …

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Das neue Denken

Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt

Manfred Poser, 23. Juli 2010

(Foto: Manfred Poser)Bei meinem netten Buchhändler Herrn Eberth in Heitersheim aus der Ramschkiste gefischt: »Das neue Denken«, dtv-Taschenbuch von Fritjof Capra, erschienen 1992. Das lesend, spürte ich wieder die Begeisterung, die mich in jenem meinem ersten Jahr in Freiburg am Institut (1992) bei der Lektüre der Bücher aus den 1980er Jahren beseelt hatte. Die Quanten waren Zen-Buddhismus, jüdische Mystik und Novalis in einem! Capra, der Innsbrucker, spricht in dem Buch mit Gregory Bateson, Krishnamurti, Werner Heisenberg, Stanislav Grof und Ronald D. Laing …

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Schwarz und Weiß

Manfred Poser sitzt wie viele täglich vor schwarzen Buchstaben auf weißem Papier. Aber da ist mehr ...

Manfred Poser, 9. Juli 2010

(Foto: Manfred Poser)Esra ben Salomon aus Gerona schreibt in seinem Kommentar zum Hohelied, die Tora (die fünf Bücher Moses oder der Pentateuch) enthalte auch nicht einen überflüssigen Buchstaben oder Punkt, »weil sie in ihrer göttlichen Totalität einen Bau darstellt, der aus dem Namen des Heiligen, gelobt sei Er, ausgehauen ist«. Und der Autor des Buches Sefer Jesirah (3. Jahrhundert) schildert, wie der Schöpfer aus der Urluft die 22 hebräischen Urbuchstaben herausholte …

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Ordnung und Sprache

Manfred Poser wird wieder einmal vom Sortierengel heimgesucht, der Theorie einfordert – und Ordnung

Manfred Poser, 25. Juni 2010

(Foto: Manfred Poser)Der Sortier-Engel fühlte sich vernachlässigt, kam vorbei, half mir ein wenig, und im Wegfliegen flüsterte er mir ins Ohr, ich möge doch etwas zur Ordnung im Universum sagen; das hätten ihm deutsche Physiker aufgetragen … und dann war er weg.

Wo anfangen? Beim Anfang, beim Urknall. Danach war plötzlich Materie da. Sie besteht aus Protonen, Neutronen und Elektronen. Dann, 1932, spürte Carl Anderson in der Höhenstrahlung das Positron auf, das erste Beispiel eines Antiteilchens. Es lebt nicht lange und wird beim Zusammenstoß mit dem Elektron eliminiert. 1955 entdeckte man im Beschleunigerlabor das Antiproton. Jedes Teilchen hat sein Antiteilchen. Das weiß man theoretisch …

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Der Schein trügt

Warum das Leben ohne Tageszeitung ärmer wäre – am Beispiel der Berner Band Schöftland

Benedikt Viertelhaus, 22. Juni 2010

Die Band Schöftland (Foto: © Schöftland, Bern)Die Informationsfülle im Internet bietet nur wenig orientierenden Überblick über das gesamte Tagesgeschehen. Schnell geht dabei etwas unter, das einen im Grunde auch interessiert hätte. Die Alternative heißt bis heute Tageszeitung, in deren Feuilleton man zum Beispiel auf eine Rezension des Albums Der Schein trügt der Berner Band Schöftland stoßen konnte …
 

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Lookism oder die hässliche Seite der Schönheit

Einige Gedanken zur Rolle der Schönheit in Gesellschaft, Globalisierung und Arbeitswelt

Roberto Jurkschat, 14. Juni 2010

Fight-Lookism-Streetart in Berlin (Foto: © Projekt L)Unter dem Begriff ›Schönheit‹ verstand man einmal »interessenloses Wohlgefallen«, aber das ist inzwischen lange her. Die gesellschaftliche Bedeutung des äußeren Erscheinungsbildes, des Stylings, des Gewichts und der Körpergröße, hat längst die Grenzen der Pathologie durchbrochen. Ob Essstörungen, plastische Chirurgie oder Diskriminierung. Ignorierbar sind die verheerenden Folgen des Schönheitswahns eigentlich schon lange nicht mehr – auch nicht für die Politik. Doch der Druck zur Anpassung an das Ideal sichert der Kosmetikindustrie jährlich Gewinne in Milliardenhöhe …

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Fußball in Afrika

Manfred Poser kontrastiert das Bild der westlichen Medien vom »schwarzen Kontinent« mit seinen eigenen Reiseerlebnissen

Manfred Poser, 11. Juni 2010

(Foto: Manfred Poser)Das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft! Das war ja schon lange bekannt, also konnte ich meine Geschichte vorbereiten. Afrika bedeutet mir viel. Ich war 1978 in der Sahara und 1984 in Ostafrika, damals schrieb ich sogar einige Artikel darüber. Wäre ich mutiger gewesen, hätte ich mich in Nairobi niedergelassen und von dort als Stringer (freier Journalist) für deutsche Zeitungen geschrieben. Doch dann ging ich zur dpa in Hamburg, und im Großraum tauchte plötzlich ein Schweizer Journalist auf, den ich in Nairobi getroffen hatte und der wohl, da er Schweizer war, auch ein wenig auf Sicherheit aus war. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist. Meier hieß er …

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Erkundungen des weiten Feldes Familie

Release-Party der Kritischen Ausgabe mit Lesung und Musik am 14. Juni

Redaktion, 7. Juni 2010

»Familie ist ein weites Feld. Wer sich mit ihr beschäftigt, muß fest vor Augen haben, was er von ihr wissen will, sonst verliert er sich«, stellte John von Düffel unlängst in einer seiner Bamberger Poetikvorlesungen fest. Dem weiten Feld der Familie ist auch das jüngste Heft der Kritischen Ausgabe gewidmet. Literarisch und literaturwissenschaftlich erkunden die Beiträge ein Thema, das jeden betrifft. Familie ist, das zeigt sich allerorten, etwas »irgendwie Normales« und in der Vielzahl der möglichen (und unmöglichsten) Konstellationen etwas Besonderes.

Das Heft und die Weite des Feldes Familie präsentiert die Redaktion am kommenden Montag, dem 14. Juni, ab 20 Uhr im KULT 41 in Bonn mit einer »Release-Party«, einem Mix aus Lesung und »Musik, die zum Thema passt« …

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Zwischen den Flüssen

Eine wissenschaftliche Tagung am 4. und 5. Juni widmet sich der »Literatur an der Nahtstelle zwischen Ruhr und Rhein«

Tim Kangro, 31. Mai 2010

Der Rhein ist der Ort der Romantik, der hübschen kleinen Städte und eines beschaulichen Miteinanders von Natur und Kultur. Die Ruhr dagegen barg lange Zeit schon in der Artikulation ihres Namens Assoziationen von grauen, hässlichen Industrielandschaften, verschmutzter Luft und dem Triumph der Technik über die geschändete Natur. Dabei lag das Ruhrgebiet schon immer im Spannungsfeld zwischen diesen beiden Diskursen – und zwischen diesen beiden Flüssen …

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Gräfin Dracula

Auch Manfred Poser ist fasziniert vom Horror – aber nicht alle Monster sind welche

Manfred Poser, 28. Mai 2010

Spukgemäuer in Irland (Foto: Manfred Poser)Das klang packend: Countess Dracula – The Life and Times of Elisabeth Báthory, the Blood Countess. Dieses Buch des Engländers Tony Thorne erschien 1997, es stand am Institut und ich entlieh es mir. Schon die Einführung! »In den Jahren, bevor sie sich umbrachte, schrieb die argentinische Surrealistin Alejandra Pizarnik kleine Geschichten und Gedichte.« Eine Erzählung behandelte die Blutgräfin, »la Condesa Sangrienta« Elisabeth Báthory. Sie lebte von 1560 bis 1614 in Transsylvanien, das damals ungarisch war. Gerüchten zufolge soll sie 650 junge Mädchen gefoltert und getötet haben, nach anderen Angaben waren es 220, und Zeugen vor Gericht kamen auf 35 …

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Nachruf auf die Tabakspfeife

Viele große Autoren haben Pfeife geschmaucht, weiß Manfred Poser, der ebenfalls am Abend seinen Kocher nicht ausgehen lässt

Manfred Poser, 14. Mai 2010

Auch ein Pfeifenraucher: Vilém Flusser (Foto: orange-press)Ein heißer Sommertag an der Côte d’Azur. Der belgische Romancier Georges Simenon hat sich vier Pfeifen gestopft, die nun vorbereitet in einem Gestell neben der Schreibmaschine auf ihn warten. Dann zieht er die Vorhänge zu, schenkt sich einen Genever ein und fängt zu schreiben an, denn Kommissar Maigret soll an einem nebligen Abend in Belgien einem Fall nachgehen, der auf einem Schiff spielt. Der Autor hört, wie das Wasser an die Bordwand klatscht …

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Identität = Nationalität?

Ab dem 6. Mai sind in der Rheinlandhalle in Köln Werke aus allen Bereichen der bildenden Kunst zu sehen, die sich der Frage nach der Identifikation mit der eigenen Nationalität widmen

Ute Friederich, 5. Mai 2010

»Du bist Deutschland – wer bin ich?« (Ausstellungsplakat, © www.arts-and-lyrics.de)»Du bist Deutschland« – so lautete vor ein paar Jahren der Slogan einer großen Werbekampagne, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, ein neues deutsches Nationalgefühl heraufzubeschwören. Sieben in Deutschland lebende Künstler nahmen diesen Slogan zum Anlass, sich die Frage »Wer bin ich?« zu stellen. Die individuellen Antworten werden vom 6. bis 24. Mai 2010 in einer Ausstellung in der Rheinlandhalle in Köln-Ehrenfeld präsentiert. Diese zeigt verschiedene Sichtweisen auf das Leben in Deutschland, die sich in ebenso vielfältiger Weise in allen Bereichen der bildenden Kunst manifestieren …

 

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Japan-Liebhaber Manfred Poser hat ein Buch von und über Takeshi Kitano entdeckt
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