Die Fliegerin und der Tod – Wenn Engel abstürzen
Uwe Timms Roman Halbschatten vermittelt, schockiert und verliert trotz sprechender Toter den Bezug zur Realität nicht
Laura Potting, 27. Juli 2010
Was bringt eine 25-jährige, unabhängige Frau dazu, sich in einem Flugbunker in Syrien zwei Kugeln in den Kopf zu schießen? Wie kann ein Mann, der Tausende auf dem Gewissen hat, so schön Violine spielen, dass es zu Tränen rührt? Diese Fragen stellt Halbschatten, der neue Roman von Uwe Timm. Er ist zugleich der dritte Band von Timms Berlin-Trilogie, die angefangen mit Johannisnacht und Rot nun ihren Abschluss findet.



Die Informationsfülle im Internet bietet nur wenig orientierenden Überblick über das gesamte Tagesgeschehen. Schnell geht dabei etwas unter, das einen im Grunde auch interessiert hätte. Die Alternative heißt bis heute Tageszeitung, in deren Feuilleton man zum Beispiel auf eine Rezension des Albums Der Schein trügt der Berner Band Schöftland stoßen konnte …
Ben Hecht. Ein Name, der vielleicht nicht jedem bekannt ist, aber hinter dem sich eine Erfolgsgeschichte verbirgt, die den amerikanischen Traum beschreibt, wie er in den Köpfen der Menschen verankert ist. In der Folge seines Lebens arbeitete er an sechzig Filmen, u.a. an Howard Hawks’ Scarface, Alfred Hitchcocks Spellbound und Notorious, sowie an Billy Wilders Extrablatt und lieferte Ideen für fünfzig Hollywood-Produktionen in denen sein Name nicht auftaucht. Der, im Gegensatz zu Deutschland, in Amerika deutlich bekanntere Drehbuchautor hat nach Jahren in Hollywood ein zweiseitiges Verhältnis zu der gigantischen Filmfabrik, wie in dem Buch Von Chicago nach Hollywood deutlich wird.
Raymond Federman wurde am 15. Mai des Jahres 1928 im beschaulichen Montrouge geboren. Die ersten Jahre seines Lebens jedoch spielten sich weitgehend in der französischen Metropole schlechthin ab. Schon als Kind lebte er mit seinen Eltern in Paris, von wo er aufgrund eines furchtbaren Kriegserlebnisses jedoch bald fliehen sollte.
In Das Champignonvermächtnis erzählt Autorin Laima Muktupavela uns vom Leben und Leiden der lettischen Gastarbeiterin Iva. Man kann dieses Werk als Rezeptbuch für das Leben sehen, zu jeder Situation gibt es ein Rezept, zu jedem Problem einen Lösungsvorschlag. Doch man braucht viel Durchhaltevermögen, um sich all diese Vorschläge bis zum Schluss durchzulesen …