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Letzte Sätze II

Manfred Poser schreibt noch einmal über Letzte Sätze – und verabschiedet sich von seinen Lesern

Zurück zu den Letzten Dingen. Auch Artikel zu letzten Sätzen sind nie das letzte Wort – so wenig, wie es letzte Sätze in Büchern sind. Erst einmal muss man zu einem möglichen letzten Satz kommen können. Ernest Hemingway schrieb im Oktober 1935 in seinem Monolog, an den Maestro gerichtet: »Sie müssen das lernen: einen Roman schreiben. Das Schlimmste kommt erst, wenn Sie das Ende finden müssen.«


Ansichten aus der rorwolfschen Welt

Manfred Poser gratuliert Ror Wolf schon eine Woche vorher zum achtzigsten Geburtstag

Am 29. Juni wird Ror Wolf achtzig. Bleibt also noch eine Woche, damit alle, die diesen großartigen Autor noch nicht kennen, zu ihrer Buchhandlung eilen und sich mit dem Wolfschen Werk vertraut machen. Es lohnt sich. Es sind kurzweilige, nicht dicke Bücher, die eine Menge Vignetten enthalten. Manche sind nur zehn Zeilen lang. Das liest man zwischen zwei Haltestellen der Tram.


Letzte Sätze

Manfred Poser wendet sich – nach dem Vorbild Letzter Worte berühmter Personen – letzten Sätzen in Büchern zu

Dass ich nicht früher darauf gekommen bin! Ich stand spät am Abend auf einer Terrasse bei Zürich, rauchte meine Pfeife, und da fiel mich der Gedanke an: Wären nicht letzte Sätze von Romanen ähnlich aussagekräftig, wie es erste Sätze sind (oder wie sie es nicht sind)? Man könnte eines Tages einen Lehrstuhl gründen, der literarische Finalität zum Thema hätte.


Das Mäandern der Prosa

Manfred Poser liest gern Sebald und Saramago, die verbindet, dass sie Sätze zu endlosen Fäden verbinden

Vor Ostern imitierte Harald Schmidt in seiner Late-Night-Show auf Sat.1 einmal Christian Streich, den Trainer des SC Freiburg. Anscheinend genießen dessen Ein- und Auslassungen in Fachkreisen bereits »Kultstatus«. Ich hörte und sah mir also einen Monolog des Trainers an. Da kommt einer neu und überraschend in ein relativ hohes Amt und versucht, den Erfordernissen der Mediengesellschaft gerecht zu werden. Alles ist wichtig, alles ist ganz wunderbar, alles wird gut.


Der Kuss der Tosca

Manfred Poser liebt natürlich auch die Oper, und manchmal steckt ihr ganzer Geist in fünf Minuten

Italien pflegt noch seine großen abendlichen Fernsehshows und Galas. Da wird dann ausgiebig gesungen und man hört oft die ›Gassenhauer‹ des Opern-Repertoires. Ich mag Oper, bin aber ein konventioneller Konsument wie die Rai-Zuschauer auch: Tosca und Carmen also.


Heilige Texte

Manfred Poser hat ein Faible für Einzelkämpfer und Leute mit großen Ideen, und John Bruno Hare war einer von ihnen

Vor zwei Jahren, am 27. April, starb nach langer Krankheit John Bruno Hare (JBH), knapp 55 Jahre alt. Er ist der Begründer des Internet Sacred Texts Archive (ISTA), das er in 13 Jahren zu einem unschätzbaren Kompendium heiliger Texte aus allen Epochen und allen Weltregionen gemacht hat. ISTA gehört zu den 20.000 meistkonsultierten Seiten im Internet.


Der Untergang der Titan(ic)

Manfred Poser hat ein paar merkwürdige Details zum Untergang der ›Titanic‹ zu bieten

Am 15. April 1912 ging der englische Luxusdampfer RMS Titanic unter und riss mehr als tausendfünfhundert Menschen in den Tod. Es war die Schiffskatastrophe, die in den 100 Jahren seither die Menschheit am stärksten beschäftigte. Zu diesem Fall ist ja alles gesagt worden – wenngleich, nach einem Bonmot von Karl Valentin, noch nicht von allen –, und es wird alles auch schon immer früher gesagt, weit vor dem Jahrestag, weil man schneller sein will als die anderen. Am Jahrestag selbst steht man dann wie ein Zuspätgekommener da. Wissen wirklich schon alle alles? Oder lesen sie das Falsche?


Sir Arthur Conan Doyle lebt!

Manfred Poser hat ein Buch aufgespürt, in dem der Schöpfer des Sherlock Holmes aus dem Jenseits Ratschläge gibt

Im vergangenen Dezember kam der Film Spiel im Schatten in die Kinos, gedreht von Guy Ritchie. Robert Downey jr. spielt den Sherlock Holmes, Jude Law den Doktor Watson. Es ist die Fortsetzung von Sherlock Holmes, und man könnte sagen, dass der geniale, in London tätige Detektiv die berühmteste literarische Gestalt aller Zeiten ist.


Huren und Hetären

Manfred Poser über das älteste Gewerbe der Welt und dessen Spuren in der Literatur

Das älteste Gewerbe der Welt hat noch einen Beitrag verdient. Es hat Schriftsteller immer in seinen Bann gezogen, da sie das Verbotene und Verruchte dem banalen Treiben der Welt vorziehen. Den Sonderling zieht es hin zu den Randgebieten der Gesellschaft, und beide, Huren und Autoren, verkaufen sich, müssen sich manchmal verkaufen und hoffen, dabei ihre Seele bewahren zu können.


Sade, Defoe, Pasolini

Manfred Poser, den sie früher auch ›Marquis‹ nannten, liest gerne seinen Adelsbruder, den Herrn von Sade

Vor 40 Jahren hat der französische Soziologe Roland Barthes das Buch Sade, Fourier, Loyola geschrieben. Darin geht es um Liebe und Macht, denn der Marquis propagierte das Böse, Charles Fourier eine Republik der Liebe, und Ignatius von Loyola setzte auf Strenge und Gehorsam. Ihr Wirken überspannte zweieinhalb Jahrhunderte – wie auch das meiner drei Protagonisten.


 

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