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Und das Wort wurde Fleisch

Als Protestant beim Feierlichen Hochamt - Ein Erfahrungsbericht

Am Zweiten Weihnachtsfeiertag wurde es endlich Zeit das zu tun, worum sich seit einem Vierteljahr jede dritte Frage indirekt drehte: zum Feierlichen Hochamt in die Kirche zu gehen.


»Nur eins verliert er nicht: Sein Gesicht.«

Ein literaturwissenschaftlicher Beitrag zum Disput im Erzbistum Köln

Es gibt für einen Wissenschaftler nichts Spannenderes, als seine Wissenschaft an aktuellen Themen konkret zur Anwendung zu bringen. Richtig spannend wird es vor allem dann, wenn Wissenschaftler jedes Fachgebiets ihre Erkenntnisse auf Geschehnisse anwenden können, die mit dem eigenen Fach zunächst rein gar nichts zu tun zu haben scheinen.


Wie verfilmt man Geruch?

Tom Tykwer wagt sich an Patrick Süskinds Roman »Das Parfum«

Bücherfreunde beäugen Literaturverfilmungen meist sehr skeptisch. Zu groß erscheint die Gefahr, dass Regisseur oder Produzent die imaginären Bilder zu den Zeilen eines Autors verhunzen, verkürzen, ›falsch‹ darstellen. »Das Parfum«, der moderne Klassiker im Bücherregal vieler LiteraturliebhaberInnen, scheint ob der Vielzahl beschriebener Gerüche und Geruchsverästelungen erst recht a priori unverfilmbar. Nun ist der Roman Patrick Süskinds aber doch auf Zelluloid gebannt worden und lädt ein zur Diskussion. – K.A.-Autorinnen Ines Böckelmann und Anna-Lena Scholz haben sich den Film angesehen.


Brecht?

Paraphrase, leicht verwirrt & teilmontiert

[Anm. d. A.: Dieser Text erschien zuerst in »Kritische Ausgabe« 1/1999 und wird hier gnadenlos wiederverwertet.] Aber kann man uns wirklich vorwerfen, wir hätten uns zu seinem Hundertsten nichts einfallen lassen? Zum Beispiel die tolle 3sat-Reihe, die einiges an Raritäten zu bieten hatte. Oder der wiederaufgewärmte »Skandal« um Brecht und die Frauen. Überhaupt: Waren unsere Spielpläne und Universitäten nicht seiner Stücke voll? Gab es etwa nicht genügend Fernseh- und Radiofeatures zum Thema, waren nicht auch die Zeitungen satt vor lauter Brecht? Und dann der Biermann-Abend im November: War das nicht höchst lehrreich? Ja, sogar die Marxisten haben wir uns angehört (passend zum anderen Großjubiläum: 30 Jahre 68er). Und hat nicht Suhrkamp, dies alles zu krönen, eine Sonderausgabe der Werke Brechts in Leder (wofür man sie allesamt kreuzigen sollte!) auf den Markt gebracht?


Der tägliche Canetti

Das aktuelle »Masse und Macht«-Zitat zur Fußball-WM 2006

Aus, aus, aus – die WM ist aus! König Fußball ist abgetreten. Es wird keine Verlängerung geben und auch kein Elfmeterschießen. Der Schlusspfiff ist verklungen. – Ein letztes Zitat und ein Abgesang.


Zwischen Hoffen und Bangen

Das Drama um Theater Bonn – ein Schauspiel in drei Akten

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da war Bonn noch glanzvolle Bundeshauptstadt und Sitz der Regierung der Republik und ganz Deutschland blickte auf die Stadt am Rhein. Dann aber kam der Tag, der Geschichte schrieb: der 9. November des Jahres 1989 – die Mauer fiel und Ost und West lagen sich wiedervereint in den Armen. Nur wenige Jahre später zogen die Politiker vom Rhein an die Spree. Kein leichtes Los für das schon 1990 von der Bundeshauptstadt zur einfachen Bundesstadt degradierte Bonn. Das bekam auch das Theater Bonn zu spüren.


Petition in Sachen Praktika endet heute

Stellung von Praktikanten soll verbessert werden

Eine dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags vorgelegte Petition fordert eine Änderung des Status' von Praktikanten, die nach ihrem Hochschulabschluss in dem Berufsbild arbeiten, für das sie ausgebildet sind. Demnach sollen Praktika, die länger als drei Monate dauern, automatisch in ein reguläres Arbeitsverhältnis umgewandelt werden. Die Mitzeichnungsfrist endet heute.


Deutscher Literaturfonds unter Beschuss

Stellungnahme zu einer aktuellen Debatte aus der »Unterperspektive« kleiner Literaturzeitschriften

Ende letzter Woche erregte sich Ulrich Janetzki, der Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin, in einem »Offenen Brief« über den Deutschen Literaturfonds und warf dem dort für Gutachten und Projekte zuständigen Lektor, Gunther Nickel, »Selbstbedienungsmentalität« und »Gutsherrenart« bei der Vergabe der Fördergelder vor. Hintergrund dafür ist, dass das Kuratorium des Literaturfonds bei seiner Frühjahrssitzung beschlossen hat, der Literaturzeitung Volltext einen Projektzuschuss in Höhe von bis zu 300.000 Euro zu gewähren.


Die Spieluhr Heine

Gedanken zum Gedenken

SpieluhrDieses neckische Ding ist eine Spieluhr – oder wie der Fachmann sagen würde: ein Handkurbel-Spielwerk –, das ich im Sommer 1994 in Rüdesheim erworben habe, einem dieser Rhein-Wein-Örtchen, die gemeinhin als »romantisch« gelten, weshalb dort zu jeder Jahreszeit hordenweise Touristen aus aller Welt einfallen, um die Straßen zu verstopfen, die Cafés zu fluten und Kitsch aus chinesischen Souvenirfabriken zu erwerben. Doch grollen möchte ich ihnen nicht, den Spurensuchern der Rheinromantik, war ich doch damals[TM] selbst einer, mit meiner ersten Freundin auf der ersten längeren Tour mit meinem ersten eigenen Auto ...


Not eines Kritikers

Aus gegebenem Anlass: Ein "Hoch" auf die Urteilskraft

Wenn es einen Berufsstand gibt, der in Bezug auf die sich auf ihn verdichtenden Feindseligkeiten selbst den der Politessen noch um Längen überbietet, dann der des Kritikers. Kritiker sind von Natur aus eine eigenartige Bande: Es wohnt ihrem Tun bereits ein nicht zu verhehlender destruktiver Kern inne: Alles, was sie tun, ist – wie der Name schon verrät: kritisieren. „Das war nicht schön“, „Das hätte schöner sein können“, usw. ... – wer mag solche ewig herummäkelnden Zeitgenossen schon leiden? Der Kritiker hat es daher nicht leicht.


 

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