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Wieder was dazugelernt...

Antonomasien [...] lautet der Fachterminus für das Ersetzen von Eigennamen durch ein besonderes Merkmal [...].

So steht's im Sick, von dem hier und hier ja bereits die Rede gewesen ist. Beispiel, nein: kleines Quiz gefällig?

Wer ist "der Bayern-Kapitän", "der Rekord-Keeper" und "der Torwart-Titan"? Natürlich: Oliver "Olli" Kahn. Und wer ist "der Überflieger", "der Hinterzartener" und "der Vierfach-Sieger der Vierschanzentournee"? Richtig: Sven "Hanni" Hannawald.

Denn Antonomasien als "einprägsame Stellvertreter" und "dynamische Platzhalter" tauchen in den deutschen Medien überproportional häufig im Sport-Ressort auf.


Germanistik ist sexy!

Germanistin im Feki.de-AktkalenderWussten wir natürlich längst... Und keine Angst, hierbei handelt es sich nicht um eine der üblichen 0190er-willige-Studentinnen-etcetera-Reklamen, sondern - man lese und staune - um ein Projekt der Bamberger Hochschulgruppe Feki.de, dem es darum geht, "die breite Öffentlichkeit auf die schlechten Bedingungen aufmerksam zu machen, unter denen die Studierenden in Deutschland heute ihre Ausbildung absolvieren müssen, weil die Kapazitäten an den Hochschulen mehr als ausgereizt sind". Aus dieser 'nackten Tatsache' entstand die Idee, einen Aktkalender herauszugeben. Motto: "Ausgezogen für eine bessere Bildung"! Der Kalender mit der eher ungewöhnlichen Laufzeit von 15 Monaten (Oktober 2004 bis Dezember 2005) umfasst 30 Aktfotos:


Legitimationsnöte?

Die Stimmung insgesamt war sehr angenehm und freundlich, alles bestens organisiert. Daß das Fach „als solches“ (welches??) wieder einmal in größten Legitimationsnöten ist, ist uns ja nichts Neues. Insofern sind die teilweise fast zynischen Berichte in der Presse berechtigt, wenn auch nicht originell.

Schreibt uns jemand, der beim diesjährigen Germanistentag dabei war.


Der Sprachwust-Mann

Vom Antiquariat auf den Nachttisch und nunmehr zu meiner Lieblingszwischendurchlektüre avanciert ist der Band »Allerhand Sprachdummheiten« von Gustav Wustmann (1844-1910). Erstmals erschienen ist diese »kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen« (Untertitel) 1891, letztmals in 14., berichtigter und erweiterter Neuauflage 1966 ...Vom Antiquariat auf den Nachttisch und nunmehr zu meiner Lieblingszwischendurchlektüre avanciert ist der Band »Allerhand Sprachdummheiten« von Gustav Wustmann (1844-1910). Erstmals erschienen ist diese »kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen« (Untertitel) 1891, letztmals in 14., berichtigter und erweiterter Neuauflage 1966.

Aus Wustmanns Vorwort zur 2. Auflage (1896)


Eberhard Lämmert im Interview

Der Tagesspiegel hat aus Anlaß seines 80. Geburtstages mit Eberhard Lämmert über Bonn, die "Bauformen" und die Regionalwissenschaft Germanistik gesprochen.

Die Germanistik sollte das Zusammentreffen mit anderen Kulturen zu einer ihrer Hauptaufgaben machen. Ich habe da viel von Auslandsgermanisten gelernt, die ja immer schon Kulturvermittler waren. Daher scheint mir auch das Motto des diesjährigen Germanistentags „Germanistik in und für Europa“ zu eng – die Germanistik sollte sich nicht erneut als Sachwalter einer Region verstehen. Schließlich haben wir sie beim Germanistentag 1966 nicht aus den nationalen Fesseln erlöst, um sie jetzt für Europa zu vereinnahmen. Sie ist eine Regionalwissenschaft, die in die Welt wirken soll.

(Link via Polarluft)


»Philologiemarketing« & »professioneller Masochismus«

Hier einige abschließende Urteile der Presse über den Deutschen Germanistentag 2004:

Die "Gelassenheit professioneller Masochisten" diagnostiziert Roman Luckscheiter in der Frankfurter Rundschau bei den anwesenden, zumeist im Staatsdienste stehenden Germanist/inn/en etwa anlässlich einer "unflätigen" Festrede des Schriftstellers Robert Menasse, über die sich vor einigen Tagen bereits die FAZ ereifert hat. Luckscheiters Betrachtung widmet sich des weiteren einem der beiden schon im Vorfeld als "Highlights" kenntlich gewesenen Foren, nämlich dem zum Verhältnis von Literaturwissenschaft und Literaturkritik, "eine paradoxe Podiumsdiskussion", die verdeutlicht habe, "welch tiefliegende Ressentiments gegen die Disziplin gerade in ihren benachbarten Gebieten existieren":

Obwohl sich das Feuilleton maßgeblich aus studierten Germanisten rekrutiert und gleichzeitig die Hochschullehrer zunehmend über Rezensionen und kulturwissenschaftliche Essays in den Zeitungen präsent sind, wurde hier die traditionelle Opposition von Kritiker und Gelehrtem inszeniert.


Dummy

Entdeckt, gehört und empfohlen bekommen, dann sofort gekauft und gewundert ... Dummy/Gesellschaftsmagazin. Was bitte ist ein Gesellschaftsmagazin? Gute Frage, schlauer bin ich nach der Lektüre von Dummy auch nicht geworden, aber sie war durchaus nicht für die Katz. Aber fangen wir doch einfach mal ganz vorne an. Also, Dummy erscheint in Berlin und wird herausgegeben von Jochen Förster und Oliver Gehrs. Förster schrieb bisher dann und wann für den Stern und war Redakteur bei der Literarischen Welt; Gehrs leitete die Medienseite der taz, schrieb für die Berliner Zeitung, den Spiegel und war Chef der Berlin-Seite der Süddeutschen. Mittlerweile ist er bei der Frankfurter Rundschau gelandet. Warum auch immer taten sich die beiden im Sommer des letzten Jahres zusammen um eine Alternative zu den bisher auf dem Markt angebotenen Klatschmagazinen anzubieten. Heraus kam ein Heft, dass zwar aussieht wie ein Lifestyle-Magazin, aber tatsächlich wesentlich mehr zu bieten hat. Der Name Dummy stehe für den Experimentiercharakter des Magazins und wolle verdeutlichen, dass jedes Heft seinen eigenen Charakter besitze. Tja, hört sich recht großspurig an, aber tatsächlich widersetzen sich die Macher den gängigen Marktregeln. Jedes Heft hat sein eigenes Layout, jede Ausgabe ihre eigene spezielle Typografie. Himmel, mich als Layouter der K.A. würde das wirklich in den Wahnsinn treiben, aber andererseits ist es wirklich mal witzig Layouter beim Amoklauf beobachten zu können.


Kitty Kelley - Was für ein Name

Meine Lieben, das größte Schandmaul der Vereinigten Staaten hat mal wieder zugeschlagen! Kitty Kelley ist zurück mit einer ihrer so herrlich gemeinen Biographien und diesmal sind die Bushs dran. Kitty Kelley? Nie gehört? Ach bitte, sie schrieb vor ein paar Jahren das glorreiche Machwerk The Royals, davor beschäftigte sie sich näher mit den Alkoholproblemen Jackie Onassis' und Liz Taylors und wurde wegen der Behauptung, Frank Sinatra habe äußerst enge Mafiakontakte, auf 3 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Die gute Frau betreibt regelrecht eine kleine Dreckige-Wäsche-Manufaktur, schreibt selten Bücher unter 500 Seiten und recherchiert meist so hieb- und stichfest, dass kein Kläger vor Gericht gegen sie ankommen könnte. Was aber sicher nicht heißt, dass ihre Behauptungen der Wahrheit entsprechen. Die Kläger kommen nur einfach nicht gegen sie an. Auch wenn ihre Belege meist mehr als zweifelhaft sind. Kleiner Auszug aus einem Beitrag der Deutschen Welle:

Viele von Kelleys Behauptungen bleiben allerdings unbelegt. So beruft sie sich bei dem Vorwurf, Bush habe in Camp David gekokst, unter anderem auf Sharon Bush, die geschiedene Gattin des Bruders Neil. Die Ex-Schwägerin hat aber inzwischen dementiert. Auch durch ihre früheren Publikationen wird die Glaubwürdigkeit der Autorin nicht unbedingt gestützt. Sie behauptete, Jackie Kennedy habe sich mit Elektroschocks gegen Depressionen behandeln lassen, Nancy Reagan habe eine Affäre mit Frank Sinatra gehabt, und die britische Königin Elizabeth sowie Prinzessin Margaret seien durch künstliche Befruchtung gezeugt worden - ihr Buch über das Königshaus ist in Großbritannien bis heute verboten.

Egal, unterhaltsam ist sie allemal.


 

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