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Eingeschränkt leben

In Brief an meinen Sohn berichtet Manuel Bauer in aller Aufrichtigkeit vom Alltag mit seinem an Epilepsie erkrankten Sohn

Über die schwierigen genauso wie die glücklichen Momente im Leben mit seinem behinderten Sohn Yorick berichtet der Fotograf Manuel Bauer in seinem neuen lesenswerten Buch. Es handelt sich nicht nur um eine Liebeserklärung an das Leben, sondern auch um einen emotionalen Brief, der in dem Wissen, dass es keine Antwort geben wird, einen ungeschönt ehrlichen Einblick in eine Welt liefert, die sich gänzlich den Prinzipien der gegenwärtigen Leistungsgesellschaft entzieht.


Grenzen von Gewicht

Körper und Freiheit in den Werken von Marina Abramović und Ulay im Vergleich mit Paul B. Preciados Testo Junkie

Marina Abramović und Ulay, prominente Vertreter der body art, setzen sich seit vielen Jahren immer wieder mit Körpergrenzen und auch der Spannung zwischen den Geschlechtern auseinander. Doch ist die Überschreitung körperlicher Grenzen zwangsläufig immer auch eine Geschlechterfrage? Paul B. Preciado legt dies mit seinem autofiktionalen Text Testo Junkie nahe und erlaubt es über das Verhältnis von Kunst und Freiheit in der Gegenwart noch einmal neu nachzudenken.


»Ich habe zum erstenmal das Gefühl, daß ich mir mein Frühstück ehrlich verdient habe«

Siegfried Pitschmanns neuentdeckter Roman Erziehung eines Helden und Erzählungen aus Schwarze Pumpe

»Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische deutsche Nationalkultur braucht dich!«, mit dieser Aufforderung nahm die Kulturpolitik der DDR 1959 eine neue Entwicklung. Die ausgegebene Direktive sollte dabei helfen die Distanz zwischen Kunst und Arbeitswelt zu überwinden. Einer, der das umsetzte und letztlich dennoch scheiterte, ist der Schriftsteller Siegfried Pitschmann. Zwei jüngst erschienene Werke erinnern an ihn und retten seine künstlerische Leistung vor dem Vergessen.


Ein Okapi mischt den Westerwald auf

In ihrem neuen Roman erzählt Mariana Leky ein skurriles und beglückendes Märchen von der Schönheit des Lebens

Der Tod, der in Gestalt eines Okapis Einzug in die Träume einer alten Westerwälderin erhält? Klingt skurril und das ist es auch! In Was man von hier aus sehen kann diskutiert Mariana Leky große Themen wie Liebe und Tod, ohne düster oder kitschig zu wirken. Getragen wird der Roman von erfrischendem und treffendem Sprachwitz, der das Buch absolut lesenswert macht.


Die geballte Ladung Menschlichkeit

Selim Özdogan liest im Literaturhaus Bonn aus seinem neuen Roman Wo noch Licht brennt

Am kommenden Montag kehrt die Literaturshow Import/Export aus der Sommerpause zurück. Dieses Mal hat Moderator Dorian Steinhoff den Kölner Autor Selim Özdogan mit seinem frisch erschienenen Roman Wo noch Licht brennt eingeladen. Die Geschichte handelt von einer starken Frau, die erneut aus ihrer türkischen Heimat nach Deutschland aufbricht, wo sie ihr Heimweh und das Misstrauen ihrer Mitmenschen mit beeindruckender Herzlichkeit und Wärme zu überwinden versucht.


Trockenschwimmen

Die Wassermetaphorik neuerer Flanerie- und Entfremdungsdiskurse in Georges Perecs Un homme qui dort

Vor 50 Jahren veröffentlichte der französische Schriftsteller George Perec seinen Roman Un homme qui dort. Er erzählt in diesem Werk die Geschichte eines namenlosen jungen Pariser Studenten, der sich dem Leben entzieht und in diesem Prozess der Selbstauflösung wie ein Flaneur in der Stadt bewegt. Auffällig sind dabei nicht nur die besondere Erzählperspektive und intertextuelle Anleihen, sondern gerade auch der bisher unberücksichtigte Bezug auf die Metaphorik des Wassers.


Haltbar bis Ende?

Das Jahrbuch der Lyrik 2017 ist eine Nabelschau, die gerade von den leisen Tönen profitiert

Was motiviert Autoren heute dazu, Gedichte zu schreiben? Wie sind die Verse angeordnet und womit beschäftigen sie sich? Der Schöffling Verlag legt im Namen der musikalischsten unter den literarischen Grundgattungen auch 2017 eine umfangreiche Sammlung vor. Doch so weitblickend der Kreis der Textauswahl auch gehalten ist, mit der groß gedachten Komposition und den selbstvergessenen Versspielereien mancher Autoren wird dem Jahrbuch kein Gefallen getan.


Ich ist ein Anderer

In ihrem Romandebüt erzählt Isabelle Lehn die Geschichte einer Selbstentfremdung

Ehe Soldaten einen Auslandseinsatz antreten, trainieren sie in speziellen Trainingslagern, um sich auf ihre Arbeit vor Ort vorzubereiten. Damit das möglichst echt ist, werden sie durch Statisten unterstützt. Isabelle Lehn greift dies in ihrem Roman Binde zwei Vögel zusammen, der im vergangenen Jahr erschienen ist, auf. Ihre Geschichte von Albert, der in einem dieser Lager zu Aladdin wird, ist ein Debüt, in dem es der Autorin eindrucksvoll gelingt die zerrissene Gegenwart einzufangen.


Ungewöhnliche Vorkommnisse

In ihrem Debütroman beweist Juliana Kálnay ihr erzählerisches Können

Am 13. Juni geht Dorian Steinhoffs Literaturshow IMPORT/EXPORT um 20 Uhr in eine neue Runde. Zu Gast ist dann die Autorin Juliana Kálnay, die in diesem Jahr ihr Debüt Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens veröffentlicht hat. In ihrem Roman erzählt sie außergewöhnliche Geschichten einer Hausgemeinschaft, die den Leser wie ein Puzzle herausfordern und zugleich aber auch neugierig darauf machen, was die Autorin noch zu erzählen hat.


Auf der Suche nach Liebe

Navid Kermani bedient sich in Sozusagen Paris bei den großen französischen Literaten

Was ist eigentlich Liebe? Ist sie das Leben, das man miteinander teilt, das Sorgen um das gemeinsame Kind oder doch etwas ganz Anderes – etwa jenes Mysterium, das in unzähligen Romanen bereits verarbeitet wurde? Fragen wie diesen widmet sich der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani in Sozusagen Paris, der eine Fortsetzung seines 2014 erschienenen Romans Große Liebe ist, doch kann er damit nicht gänzlich überzeugen.


 

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