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Ein Herz für Sprache

In seinem neuen Werk zeigt sich Wolfgang Bleier ganz poetisch

Wer kennt eigentlich noch den englischen Dichter Ted Hughes? Bekannt ist er dafür, dass in seinen Texten Tiere als Archetypen auftreten und auch die Mythologie eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Mit seinem neuen Buch erinnert Wolfgang Bleier aber nicht nur an den Dichterkollegen. Neben einer geradezu surrealen Liebesgeschichte ist es gerade die Sprache, die Fischfang bei aufgehender Sonne lesenswert macht.


Generation Traumpraktikum

Henrik Szantos Debütroman Es glänzt und ist schön ist durchaus gelungen

»Halb Finne, halb Ungar, halb Autor, halb Slam Poet«, so kündigt der Milena Verlag seinen Autor Henrik Szanto an, der dort in diesem Jahr seinen Roman veröffentlicht hat. In seinem Debüt geht es nicht nur um den harten Wettbewerb, einen Praktikumsplatz zu ergattern. Im Mittelpunkt steht vor allem ein Einhorn, das Ben, den Protagonisten des Romans, bereits seit Kindheitstagen begleitet. Klingt zunächst komisch und total abgedreht, ist aber so und macht gerade auch wegen Szantos Sprache Lust auf mehr.


Gespür für die Zeit

In seinem neuen Buch verfolgt Martin Mittelmeier die Spuren des Dadaismus

Vor 100 Jahren griff ein Virus um sich. Die Rede ist vom Dadaismus, dessen Wurzeln im Cabaret Voltaire in Zürich liegen und dem es nach dem Tod des letzten Dadaisten 1984 auch später noch gelang Kreative weltweit zu infizieren. Angesichts des runden Jubiläums gibt es in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen, die Dada hochleben lassen. Unter den interessanten Werken findet sich mit Martin Mittelmeiers Werk ein lesenswerter Beitrag, der dieses spannende Kapitel europäischer Kulturgeschichte als Jahrhundertepos erzählt.


»hollaka hollala!«

Zwei neue Anthologien feiern 100 Jahre DADA

»Was also war Dada?«, fragt der Autor Walter Mehring in seinem gleichnamigen Gedicht von 1959 und reflektiert dieses Thema in dadaistischer Manier. Mehr als ein halbes Jahrzehnt später steht dieselbe Frage erneut im Raum. Anlass bietet das Dada-Jubiläum 2016. Mehrere Bücher sind erschienen, die Wege aufzeigen wollen, wie man den Dadaismus auf Basis seiner eigenen Texte ergründen kann. Doch halten sie das, was sie versprechen? Unsere Redakteurin hat genauer hingeschaut und aus dem Meer der Neuerscheinungen zwei Bücher ausgewählt.


Raum für Spontaneität

Beim Auftakt von IMPORT/EXPORT zeigt sich junge Literatur ganz ungezwungen

Der Bonner Kulturkalender ist zwar bereits gut gefüllt, doch seit dem vergangenen Mittwoch ist er um eine neue Veranstaltung reicher. In der Fabrik 45 feierte die neue Literaturshow IMPORT/EXPORT Premiere. Ausgedacht hat sich das Format der Kölner Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff. Mit seinen ersten beiden Gästen, der Autorin Mercedes Lauenstein und dem Schauspieler Birger Frehse, gelang ihm ein bravouröser Start der Reihe.


Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Ein neuer Sammelband zeigt, wie Freundschaft im Mittelalter zelebriert wurde

Selten sind die Freundschaften von langer Dauer, die ohne Gesten, Gaben oder besondere Symbole auskommen. Das gilt heute genauso wie beispielsweise zur Zeit des Mittelalters, wobei damals noch stärker auf Präsenz und damit auch auf Zeichen der Verbundenheit Wert gelegt wurde. Darauf macht ein neuer Sammelband aufmerksam, der nicht nur die Vielfalt des freundschaftlichen Austauschs während des Mittelalters dokumentiert, sondern diese zugleich auch Typen von Beziehungen zuordnet, die neben dem politischen Verhältnis und dem persönlichen Kontakt gerade auch die Bindung zu Gott umfassen.


Eine literarische Verbindung von europäischer und fernöstlicher Kultur

Jana Volkmann debütiert mit ihrem Roman Das Zeichen für Regen

Eine junge Frau bricht in Berlin ihr Studium ab, zieht nach Kyoto, Japan, und wird dort Zimmermädchen. Eine ungewöhnliche Geschichte, aber nicht unrealistisch in einer Zeit, in der der hohe Leistungsdruck unserer Gesellschaft immer mehr Menschen zu drastischen Entscheidungen treibt. Jana Volkmanns Romandebüt Das Zeichen für Regen ist außergewöhnlich auf die Weise, wie es den Lebensweg eines Menschen erzählt, der sich mehr und mehr selbst verliert und langsam auseinanderbricht.


Eine Welt steht Kopf

Rainer Juriattis Roman Lachdiebe zeigt die Realität der Einsamen

Dieser Roman ist außergewöhnlich. In Lachdiebe beleuchtet Rainer Juriatti die trostlose Welt eines einsamen und depressiven Menschen so, dass sich bei der Lektüre nicht nur das Gefühl der Beklommenheit einstellt, sondern auch einige Momente intensiven Mitfühlens entstehen. Das Buch, das 2012 als Hardcover erschienen ist und nun im Taschenbuchformat vorliegt, entfaltet eine düstere Stimmung, die bis zur letzten Seite anhält und vor allem eins deutlich macht: Es will keine leichte Kost sein.


Reise in die Nacht

Faszinierend düster und schonungslos kritisch: Andrej Nikolaidis' neuer Roman Der Sohn

In Deutschland noch weitgehend unbekannt, zählt Andrej Nikolaidis in seiner bosnischen Heimat seit langem zu den führenden Intellektuellen. Vor allem bekannt für seinen Einsatz für Menschenrechte und die montenegrinische Unabhängigkeit, hat er sich im Balkanraum schon länger als erfolgreicher Schriftsteller etabliert. Nun ist nach Die Ankunft (2014) bereits sein zweiter Roman ins Deutsche übersetzt worden und im vergangenen Jahr bei Voland & Quist erschienen. Wie von einem politisch so unbequemen und geradlinigen Autor erwartet, ist auch Der Sohn ein Buch, das polarisiert und nicht davor zurückschreckt, auch sensible Themen erschreckend direkt anzugehen.


Verkehrte Welt, von jeher

Über ein mögliches Leitmotiv in Ralf Rothmanns Feuer brennt nicht

Ralf Rothmanns Berlin-Roman Feuer brennt nicht von 2009 nimmt die Zeit der Wende im Jahre 1989 zum Anlass, einen Ausflug ins Metaphysische zu wagen. Ausgangspunkt hierfür ist eine bildreiche Erzählweise, die nicht bei allen Kritikern auf Gegenliebe stieß. Ein »fatales Faible für Pathos und Bildhaftigkeit« attestierte etwa die Badische Zeitung dem Roman. Doch eine solche Lektüre verkennt das Aufbaumoment, das Rothmann seiner bildreichen Sprache zuwachsen ließ.


 

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