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Eine literarische Verbindung von europäischer und fernöstlicher Kultur

Jana Volkmann debütiert mit ihrem Roman Das Zeichen für Regen

Eine junge Frau bricht in Berlin ihr Studium ab, zieht nach Kyoto, Japan, und wird dort Zimmermädchen. Eine ungewöhnliche Geschichte, aber nicht unrealistisch in einer Zeit, in der der hohe Leistungsdruck unserer Gesellschaft immer mehr Menschen zu drastischen Entscheidungen treibt. Jana Volkmanns Romandebüt Das Zeichen für Regen ist außergewöhnlich auf die Weise, wie es den Lebensweg eines Menschen erzählt, der sich mehr und mehr selbst verliert und langsam auseinanderbricht.


Eine Welt steht Kopf

Rainer Juriattis Roman Lachdiebe zeigt die Realität der Einsamen

Dieser Roman ist außergewöhnlich. In Lachdiebe beleuchtet Rainer Juriatti die trostlose Welt eines einsamen und depressiven Menschen so, dass sich bei der Lektüre nicht nur das Gefühl der Beklommenheit einstellt, sondern auch einige Momente intensiven Mitfühlens entstehen. Das Buch, das 2012 als Hardcover erschienen ist und nun im Taschenbuchformat vorliegt, entfaltet eine düstere Stimmung, die bis zur letzten Seite anhält und vor allem eins deutlich macht: Es will keine leichte Kost sein.


Reise in die Nacht

Faszinierend düster und schonungslos kritisch: Andrej Nikolaidis' neuer Roman Der Sohn

In Deutschland noch weitgehend unbekannt, zählt Andrej Nikolaidis in seiner bosnischen Heimat seit langem zu den führenden Intellektuellen. Vor allem bekannt für seinen Einsatz für Menschenrechte und die montenegrinische Unabhängigkeit, hat er sich im Balkanraum schon länger als erfolgreicher Schriftsteller etabliert. Nun ist nach Die Ankunft (2014) bereits sein zweiter Roman ins Deutsche übersetzt worden und im vergangenen Jahr bei Voland & Quist erschienen. Wie von einem politisch so unbequemen und geradlinigen Autor erwartet, ist auch Der Sohn ein Buch, das polarisiert und nicht davor zurückschreckt, auch sensible Themen erschreckend direkt anzugehen.


Verkehrte Welt, von jeher

Über ein mögliches Leitmotiv in Ralf Rothmanns Feuer brennt nicht

Ralf Rothmanns Berlin-Roman Feuer brennt nicht von 2009 nimmt die Zeit der Wende im Jahre 1989 zum Anlass, einen Ausflug ins Metaphysische zu wagen. Ausgangspunkt hierfür ist eine bildreiche Erzählweise, die nicht bei allen Kritikern auf Gegenliebe stieß. Ein »fatales Faible für Pathos und Bildhaftigkeit« attestierte etwa die Badische Zeitung dem Roman. Doch eine solche Lektüre verkennt das Aufbaumoment, das Rothmann seiner bildreichen Sprache zuwachsen ließ.


Gegen die Zeit

In Nein. Ein Manifest zeigt Eric Jarosinski nicht nur, welcher Witz im Scheitern steckt

Überall wird Ja gesagt oder der Daumen gehoben. Ja zu den Freunden auf Facebook, ja zu den AGBs im Internet, ja zu einem Leben, in dem es immer seltener Nein heißt. Wir leben in einer »Tyrannei des Ja«, schreibt der amerikanische Germanist Eric Jarosinski in seinem Buch Nein. Ein Manifest und setzt ihr kluge Aphorismen entgegen. In den sozialen Medien gilt er damit seit 2012 als Phänomen. Bei allem Erfolg rund um das Nein-Sagen gelingt ihm darüber hinaus auch das, woran manch einer seiner ehemaligen Kollegen verzweifelt: für die Klassiker der deutschen Geistesgeschichte zu faszinieren.


Eduard Engels ›Deutsche Stilkunst‹ und Ludwig Reiners – revisited

Zu Heidi Reuschels Dissertation, einer Arbeit mit wertvollen Ergebnissen – und Mängeln

Vor fünfzehn Jahren erschien Anke Sauters von Helmut Glück betreute Bamberger Dissertation über Eduard Engel, den »Literaturhistoriker, Stillehrer, Sprachreiniger«. In einem Kapitel (»Stille Erben: Ludwig Reiners und seine Nachfolger«) behandelte Sauter damals das Verhältnis, in welchem Reiners zu Engel steht. Zu diesem Thema hat nun wiederum eine Schülerin Glücks, Heidi Reuschel, eine umfangreiche Dissertation vorgelegt: Tradition oder Plagiat? Die ›Stilkunst‹ von Ludwig Reiners und die ›Stilkunst‹ von Eduard Engel im Vergleich (University of Bamberg Press, 2014).


Die Kluft zwischen Leben und Werk, zwischen Ethik und Ästhetik

Zerwürfnisse mit Rilke: von Torf-Romantik bis Rodin

Weißer Stoff, grünes Licht, geschwungene Armlehnen und Couchtische – ein bisschen führt der Raum die Ästhetik des Einbandes von Konzert ohne Dichter fort. Auch funktioniert er in seinem Status quo noch als ‚Lesung ohne Romancier‘.


»Lass den Kampf unserer Zeit kurz sein«

Im Handbuch Niemals eine Atempause beschwört Joachim Sartorius die Kraft politischer Lyrik

Anfang des Jahres veröffentlichte die F.A.Z. einen Kommentar, der mit der Überschrift »Sanktionen statt Lyrik« überschrieben war. Angesichts des durch Terror und Kriege geprägten Weltgeschehens geriet so nicht nur die Notwendigkeit politischen Handelns, sondern auch die fehlende Wirkung politischer Sprache in den Mittelpunkt. Doch trifft das zu? Oder sind Worte, zumal die aus der Feder eines Dichters, vielleicht doch die passende Alternative zum gegenwärtigen Aktionismus? Eine neue Anthologie liefert Antworten.


»Können die uns jetzt hören?«

Viktor Martinowitsch erzählt in Paranoia über Liebe und die Mechanismen eines totalitären Staates

Er ist derzeit wohl der interessanteste Autor Weißrusslands und auch der am strengsten überwachte. Viktor Martinowitsch hat stets Aufmerksamkeit erregt; nun soll sein Roman Paranoia der belrussischen Bevölkerung die Angst vor der ›letzten Diktatur Europas‹ nehmen. Dies blieb seitens der Regierung nicht unbemerkt. Sein erster Roman ist zugleich auch das erste literarische Werk, das in der Republik Belarus verboten wurde. Martinowitsch wurde 1977 in Aschmjany geboren und studierte Journalistik in Minsk. 2012 wurde er mit dem Maksim-Bahdanowitsch-Preis ausgezeichnet und seine Erzählung Sphagnum stand auf der Longlist für den Nationalen Bestseller Preis in Russland.


Fluide und mehrfach beschrieben: Die ortlose Stadt

Die Erweiterung der Urbanität in die virtuelle Dimension

Im Transcript-Verlag erschien in diesem Jahr der Band Die ortlose Stadt. Der Titel suggeriert eine neue Theorie des Stadtbegriffes, de facto fallen jedoch verschiedene Blickwinkel und Konzepte des Urbanen auf das unnahbare Wesen des Städtischen zusammen. Eine Analyse der Funktionsweise zeitgenössischer urbaner Räume gestaltet sich in der Publikation ähnlich schwierig wie der Versuch, gesichertes Wissen über vage Beschreibungen zu generieren. Die drei Autoren Alain Bourdin (Professor für Stadtplanung), Frank Eckardt (Stadtsoziologe) und Andrew Wood (Professor für Medienwissenschaft) präsentieren Metaphern und Darstellungsformen des komplexen Phänomens des Städtischen und zeigen zugleich stadtgeographische und medientheoretische Phänomene anhand gegenwärtiger Tendenzen städtischer Perzeption, Konstruktion und Reproduktion auf. Am Ende steht kein Theoriepalast, sondern ein Mosaik verschiedener Ansätze, das die Virtualisierung der Stadt zu reflektieren sucht und – frei von Lösungsansätzen – neue Wechselwirkungen in der Stadtentwicklung offenbaren will.


 

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