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Nichts für schwache Nerven

Joe R. Lansdale beweist sein erzählerisches Können in Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick

Mit seinem neuen Werk bietet der amerikanische Autor Joe R. Lansdale spannende Lesestunden. Sein rasanter Roman erzählt die Geschichte des freigelassenen Sklaven Nat Love, der sich auf den Weg macht, um den Tod seines Vaters zu rächen. Typisch für einen echten Western fließt eine Menge Blut und auch humorvolle Momente kommen nicht zu kurz. Doch allein schon wegen der Sprache lohnt sich die Lektüre.


In jedem Fall war ordentlich Ramba-Zamba

Stephan Reich glänzt mit seinem Romandebüt Wenn’s brennt

Am Ende ist nichts mehr so wie zuvor. Erik und Finn starten in die Sommerferien und was sie neben Sex und Drogen erwartet, ist vor allem gähnende Langeweile, die sie mit allerlei Streichen am Rande der Kriminalität füllen. Eine Welt gerät ins Wanken. Schnell hat man eine Ahnung, wie diese Geschichte ausgehen wird. Doch was zunächst allzu bekannt vorkommt, erfährt gerade durch die Sprache eine ganz eigene Note und macht das Buch nicht weniger lesenswert.


»So ein Bömbchen hätten sie alle verdient«

Boris Sawinkows wiederentdeckter Roman Das fahle Pferd hinterfragt das Verhältnis von Literatur und Terrorismus

Kaum ein Thema ist so omnipräsent wie der Terror – auch in der Literatur. Immer wieder werden Terroristen selbst zu Schriftstellern und halten ihre Philosophie fest. Ein Beispiel dafür ist Boris Wiktorowitsch Sawinkow. Sein wiederentdeckter Roman Das fahle Pferd (1908) thematisiert nicht nur das Verhältnis von Literatur und Terrorismus, sondern warnt indirekt auch vor den Gefahren eines Arsenals verkehrter Wert- und Normvorstellungen.


Kein Groschenroman

In ihrem neuen Buch widmet sich Corinna T. Sievers der Metaphysik der Liebe

Dass es Liebe nicht ohne großes Spektakel geben kann, zeigt der Roman Die Halbwertszeit der Liebe auf eindrucksvolle Weise. Das Buch erzählt die Geschichte der Ärztin Margarete, die sich nach einer Scheidung auf die Suche nach einer neuen Liebe macht und dabei dem Kollegen Heinrich begegnet. Anfängliche Gefühlskälte weicht purer Leidenschaft. Die Autorin findet nicht selten klare Worte dafür.


Mehr Weiblichkeit wagen

SPRING: Ein Magazin von Frauen – aber nicht nur für Frauen!

Wer sich für Comics interessiert, kommt um das SPRING-Magazin nicht herum. Jedes Jahr erscheint eine neue Ausgabe, die nicht nur wegen der Bilder, sondern auch durch feministische Inhalte Zeichen setzt. Besonders deutlich wurde dies im vergangenen Jahr, als unter dem Titel »Privée« ein spannendes Thema der Gegenwart in den Mittelpunkt rückte. Wie bei den anderen Ausgaben schon, überzeugt auch hier die sprudelnde Kreativität der 14 Zeichnerinnen. Ihre Comics machen die Lektüre zu einem besonderen Erlebnis.


Malerische Reise eines Vagabunden

Ein Engländer, eine Geige und die große weite Welt

Unterwegs zu sein in einer aufregenden Zeit, das ist nicht ohne. In An einem hellem Morgen ging ich fort erzählt der Autor Laurie Lee von seiner Reise nach Spanien, wo gerade der Spanische Bürgerkrieg tobt. Der autobiographische Roman, der bereits 1969 erschien und längst ein Klassiker der Reiseliteratur ist, liegt nun in einer Neuübersetzung vor. Sie besticht durch eine Sprache, in der selbst Witz und Humor nicht zu kurz kommen.


Mehr als Worte sagen

In ihrem Debüt beweist Anna Galkina einen Blick für das Detail

Wie ist es, jung zu sein, in einem sich auflösenden Land? Die Antwort auf diese Frage liefert Anna Galkina in Das kalte Licht der fernen Sterne, einem Romandebüt, in dem Gewalt und Idylle Hand in Hand gehen. Mit ihrem Blick für das Besondere erzeugt Galkina eine Atmosphäre, die unter die Haut geht. Daneben ist es Galkinas poetische, aber schnörkellose Sprache, die ihr Debüt absolut lesenswert macht.


Ein Herz für Sprache

In seinem neuen Werk zeigt sich Wolfgang Bleier ganz poetisch

Wer kennt eigentlich noch den englischen Dichter Ted Hughes? Bekannt ist er dafür, dass in seinen Texten Tiere als Archetypen auftreten und auch die Mythologie eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Mit seinem neuen Buch erinnert Wolfgang Bleier aber nicht nur an den Dichterkollegen. Neben einer geradezu surrealen Liebesgeschichte ist es gerade die Sprache, die Fischfang bei aufgehender Sonne lesenswert macht.


Generation Traumpraktikum

Henrik Szantos Debütroman Es glänzt und ist schön ist durchaus gelungen

»Halb Finne, halb Ungar, halb Autor, halb Slam Poet«, so kündigt der Milena Verlag seinen Autor Henrik Szanto an, der dort in diesem Jahr seinen Roman veröffentlicht hat. In seinem Debüt geht es nicht nur um den harten Wettbewerb, einen Praktikumsplatz zu ergattern. Im Mittelpunkt steht vor allem ein Einhorn, das Ben, den Protagonisten des Romans, bereits seit Kindheitstagen begleitet. Klingt zunächst komisch und total abgedreht, ist aber so und macht gerade auch wegen Szantos Sprache Lust auf mehr.


Gespür für die Zeit

In seinem neuen Buch verfolgt Martin Mittelmeier die Spuren des Dadaismus

Vor 100 Jahren griff ein Virus um sich. Die Rede ist vom Dadaismus, dessen Wurzeln im Cabaret Voltaire in Zürich liegen und dem es nach dem Tod des letzten Dadaisten 1984 auch später noch gelang Kreative weltweit zu infizieren. Angesichts des runden Jubiläums gibt es in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen, die Dada hochleben lassen. Unter den interessanten Werken findet sich mit Martin Mittelmeiers Werk ein lesenswerter Beitrag, der dieses spannende Kapitel europäischer Kulturgeschichte als Jahrhundertepos erzählt.


 

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