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Literatur-Café bloggt live aus Leipzig

LiteraturcaféDas Literatur-Café, einer der beliebtesten Tummelplätze für Autoren im Internet, wird an der Leipziger Buchmesse sowohl real (nämlich in Halle 5 an Stand C 213), als auch virtuell teilnehmen:

Von den Vorbereitungen bis zur Heimfahrt: in unserem Messe-Blog lesen Sie, was wir mit dem Literatur-Café auf der Leipziger Buchmesse erleben. Sollten Sie nicht zur Buchmesse kommen können, dann werden wir für Sie berichten und unsere persönlichen Eindrücke schildern.


Rezensionen zur Frauen- und Geschlechterforschung

Anläßlich des Erscheinens der neuen Ausgabe von Querelles-Net heute nachmittag (und ja, als Mitglied der Redaktion betreibe ich hiermit gnadenlose Eigenwerbung) möchte ich gerne auf dieses Forum für Rezensionen zur Frauen- und Geschlechterforschung hinweisen. Querelles-Net erscheint alle drei Monate (jeweils Anfang März, Juli und November), üblicherweise mit einem Schwerpunktthema (diesmal ausnahmsweise nicht). Neben den Rezensionen, die das Gros der Texte ausmachen, finden sich in der Rubrik Forum ein Beitrag oder mehrere Texte zum Schwerpunkthema der jeweiligen Ausgabe.


"Offensive in Sprache und Schrift": [sic !]

Soeben erschienen: die erste Ausgabe der Literaturzeitschrift [sic !]"Mut zu qualitativer Vielfalt", ist das Motto der Literaturzeitschrift [sic !], deren erste Ausgabe soeben erschienen ist. Die Redaktion um Christoph Wenzel und Daniel Ketteler möchte vor allem jungen Autoren ein adäquates Forum und damit den nötigen Spielraum zur Entfaltung bieten.

[sic !] ist eine Jahresschrift für zeitgenössische Literatur.
[sic !] will heißen: „Es steht wirklich so da!“, Du hast Dich nicht verlesen!
[sic !] schafft Platz für Texte, die verstören dürfen, sich ins Gedächtnis hieven, Spuren hinterlassen.
[sic !] rückt den Text ins Zentrum.
[sic !] sucht die Offensive in Sprache und Schrift, sucht Texte, die begriffs-stutzig machen ohne sprach-los zu sein.
[sic !] schärft den Blick für die Wortwörtlichkeit der Metapher und die Bildlichkeit des Buchstäblichen.


Arbeitsfeld Literatur

uni magazin 2/2005: Arbeitsfeld Literatur Studierenden berufliche Perspektiven aufzuzeigen ist das erklärte Ziel des uni magazins, das von der Bundesagentur für Arbeit in zweimonatlichem Rhythmus herausgegeben wird. Geboten werden fundierte Informationen von Experten, ansprechend aufbereitet und gestaltet, die eine erstklassige Orientierung auf dem immer komplexer werdenden Arbeitsmarkt ermöglichen. uni magazin 2/2005: Arbeitsfeld Literatur


Ende ndl

Der Blütenleser teilt mit:

Die "neue deutsche literatur", eine der traditionsreichsten Literaturzeitschriften im deutschsprachigen Raum, stellt auf Ende Jahr ihr Erscheinen ein. Wie der Verlag Schwartzkopff Buchwerke in in einem Schreiben an die Abonnenten mitteilte, fanden sich zu wenig Leser, die "auch Käufer sind". Ein kleiner Verlag könne dies auf die Dauer nicht ausgleichen. Der Verleger und Filmproduzent Peter Schwartzkopff hatte die Zeitschrift Anfang des Jahres vom Aufbau Verlag übernommen, der sich von der ndl trennen wollte. Bislang gibt es laut Auskunft des Verlages keine Interessenten, die die Literaturzeitschriften übernehmen möchten.

Schade - sehr schade! Auch wenn der Verlag in Aussicht stellt, statt der Zeitschrift nun jährlich eine Anthologie erscheinen zu lassen, kann dies wohl kaum einen adäquaten Ersatz für diese Institution darstellen.


Andersch-Bibliographie online

Diogenes meldet und wir geben's weiter:

Soeben erschienen: Gesammelte Werke von Alfred Andersch, erste textkritisch durchgesehene und kommentierte Werkausgabe, herausgegeben von Prof. Dr. Dieter Lamping (Universität Mainz).

Ergänzend zu der Bibliographie der Primärtexte und der Auswahlbibliographie der Sekundärliteratur in dieser Werkausgabe stellt der Diogenes Verlag nun erstmals eine umfassende Online-Bibliographie der Sekundärliteratur (PDF, 616 kb) auf seiner Homepage kostenlos zur Verfügung.
Diese Bibliographie liefert sowohl dem wissenschaftlichen Fachpublikum als auch den interessierten Laien eine Fülle von wertvollen Informationen. [Sie haben] direkten Zugriff auf alle verfügbaren Daten. Nach dem Downloaden der pdf-Datei ist eine bequeme Volltextsuche möglich und alle Seiten können ausgedruckt werden. Zudem erlaubt eine Verlinkung des Inhaltsverzeichnisses ein leichtes Navigieren innerhalb des Dokuments.
Als besondere Dienstleistung wird die Bibliographie halbjährlich aktualisiert.


»Wie man (k)einen erfolgreichen Roman schreibt«

Federwelt Nr. 48 (Okt./Nov. 2004)Die Literaturzeitschrift Federwelt wird gefördert vom Bundesverband junger AutorInnen (BVjA) und erscheint seit 1998 sechs Mal pro Jahr mit der Zielsetzung, "dem tödlichen Geniekult entgegen[zuwirken], der die deutsche Literatur lange gelähmt hat", indem sie die Ansicht pflegt und vertritt, "dass das Schreiben zum größten Teil ein erlernbares Handwerk ist" und daher in erster Linie "praktische Artikel zu verschiedenen Themenbereichen des Schreibens" präsentiert. Dieser Zielsetzung folgt auch die aktuelle Ausgabe zum schönen Thema "Wie man keinen erfolgreichen Roman schreibt". Im Titelbeitrag erläutert Fantasy-Autor Andreas Gruber ebenso unterhaltsam wie lehrreich die typischen Tücken des Romanschreibens:

Verschwenden Sie keine Zeit, um Handlung, Schauplätze und Charaktere zu entwickeln, denn die entwickeln im Laufe des Schreibens ohnehin ein Eigenleben, das Sie als Autor nicht mehr steuern können. Wozu also den Prozess der Kreativität und Spontaneität behindern, etwa durch den Entwurf eines in sich stimmigen Exposés, eines plausiblen Konzepts, raffiniert in die Handlung eingeflochtener Exposition und langwieriger Dossiers aller Protagonisten, die ohnehin kein Mensch braucht, da Sie sowieso nur einen Bruchteil dessen in Ihrem Roman verwenden würden? Als Faustregel kann daher gelten: Einfach drauf losschreiben! Dadurch ergeben sich zwangsläufig Widersprüche in der Handlung und Unstimmigkeiten der einzelnen Charaktere, wodurch die Elemente der Geschichte zu keinem einheitlichen Ganzen zusammenpassen, sodass sich der Roman zu einem Lesegenuss voller überraschender Wendungen entpuppt, der dem Leser noch lange in Erinnerung bleiben wird.

(Der komplette Artikel findet sich übrigens auch auf der Homepage des Autors.) Lesenswerte Tipps für Autor/inn/en hält auch Federwelt-Herausgeberin Kathrin Lange bereit, die sich in ihrem Beitrag dem Problem widmet, "... einen Roman fertig [zu] bekommen", und dabei unter anderem auf den "Mythos" der Schreibblockade und probate Mittel zur Eigenmotivation zu sprechen kommt, die so manchen der inzwischen zahlreichen Romanratgeber überflüssig erscheinen lassen (und hier freilich der Motivation zur Anschaffung des Heftes wegen nicht verraten werden sollen). Federwelt Nr. 48 (Okt./Nov. 2004)Die Literaturzeitschrift Federwelt wird gefördert vom Bundesverband junger AutorInnen (BVjA) und erscheint seit 1998 sechs Mal pro Jahr mit der Zielsetzung, "dem tödlichen Geniekult entgegen[zuwirken], der die deutsche Literatur lange gelähmt hat", indem sie die Ansicht pflegt und vertritt, "dass das Schreiben zum größten Teil ein erlernbares Handwerk ist" und daher in erster Linie "praktische Artikel zu verschiedenen Themenbereichen des Schreibens" präsentiert. Dieser Zielsetzung folgt auch die aktuelle Ausgabe zum schönen Thema "Wie man keinen erfolgreichen Roman schreibt". Im Titelbeitrag erläutert Fantasy-Autor Andreas Gruber ebenso unterhaltsam wie lehrreich die typischen Tücken des Romanschreibens:

Verschwenden Sie keine Zeit, um Handlung, Schauplätze und Charaktere zu entwickeln, denn die entwickeln im Laufe des Schreibens ohnehin ein Eigenleben, das Sie als Autor nicht mehr steuern können. Wozu also den Prozess der Kreativität und Spontaneität behindern, etwa durch den Entwurf eines in sich stimmigen Exposés, eines plausiblen Konzepts, raffiniert in die Handlung eingeflochtener Exposition und langwieriger Dossiers aller Protagonisten, die ohnehin kein Mensch braucht, da Sie sowieso nur einen Bruchteil dessen in Ihrem Roman verwenden würden? Als Faustregel kann daher gelten: Einfach drauf losschreiben! Dadurch ergeben sich zwangsläufig Widersprüche in der Handlung und Unstimmigkeiten der einzelnen Charaktere, wodurch die Elemente der Geschichte zu keinem einheitlichen Ganzen zusammenpassen, sodass sich der Roman zu einem Lesegenuss voller überraschender Wendungen entpuppt, der dem Leser noch lange in Erinnerung bleiben wird.

(Der komplette Artikel findet sich übrigens auch auf der Homepage des Autors.) Lesenswerte Tipps für Autor/inn/en hält auch Federwelt-Herausgeberin Kathrin Lange bereit, die sich in ihrem Beitrag dem Problem widmet, "... einen Roman fertig [zu] bekommen", und dabei unter anderem auf den "Mythos" der Schreibblockade und probate Mittel zur Eigenmotivation zu sprechen kommt, die so manchen der inzwischen zahlreichen Romanratgeber überflüssig erscheinen lassen (und hier freilich der Motivation zur Anschaffung des Heftes wegen nicht verraten werden sollen).


Innehalten

»Allerheiligen - zeit, unserer toten zu gedenken...«, ist heute im abundant-Blog zu lesen, geknüpft an eine Passage aus Tadeusz Borowskis Erzählband Bei uns in Auschwitz:

Sieh Dir das alles an, und verliere nicht den Mut, wenn es Dir schlecht geht. Denn es könnte ja sein, daß wir einmal darüber berichten müssen, daß wir einmal den Lebenden Rechenschaft abgeben müssen und daß wir uns zur Verteidigung der Toten erheben müssen.

Der ganze Textauszug hier, mehr zum Hintergrund und zur Biographie des Autors hier.


Auf die Schnelle: Das Buch der Deutschen

Das Buch der Deutschen Sind wir nicht alle ein bißchen deutsch? Irgendwie ja schon - und da wir als Deutsche kaum eine Chance auf gemeinsame Identitätsbildung haben, erbarmten sich Johannes Thiele und die Verlagsgruppe Lübbe dazu, uns Verwirrten ein Werk zu schenken, das weiterhelfen soll: Das Buch der Deutschen - Alles, was man kennen muss! Wunderbar, uns wird eine helfende Hand entgegengestreckt und wir können endlich gemeinsam auf eine lange lange lange literarische Kultur zurückblicken und sagen: "Wie schön! Was haben wir Deutschen nicht schon alles geschaffen!" Wie lange mussten wir auf so ein nettes Projekt warten - ein deutsches Lesebuch. Eigentlich eine ganz niedliche Idee, nicht neu, nicht aufregend, aber niedlich. Und das beste an der Sache: Es ist ein Kanon. Uaaah, Stolperfalle! und schon liege ich auf dem Boden. Kanon? Sind wir etwa schon wieder mitten in dieser leidigen Kanondiskussion? Es tut mir wirklich leid das zu sagen, aber ja, das sind wir. Für 24, 90 € erhält man ein fürs Auge recht gefälliges 832 Seiten starkes Bändchen, und das ist nicht genug: gratis dazu und ganz ohne Aufpreis gibts sogar 2 (in Worten: zwei) Lesezeichenbändchen (haben die eigentlich einen offiziellen Namen), eins in rot, eins ein gelb (schwarzes Buch). Und dann bekommt man viel Bildung. Wunderlich eigentlich, dass Herr Schwanitz nicht auf diese Idee gekommen ist. Was gibt uns das Buch? Schauen wir doch einfach ins Netz und begutachten das Konzept: Das Buch der Deutschen Sind wir nicht alle ein bißchen deutsch? Irgendwie ja schon - und da wir als Deutsche kaum eine Chance auf gemeinsame Identitätsbildung haben, erbarmten sich Johannes Thiele und die Verlagsgruppe Lübbe dazu, uns Verwirrten ein Werk zu schenken, das weiterhelfen soll: Das Buch der Deutschen - Alles, was man kennen muss! Wunderbar, uns wird eine helfende Hand entgegengestreckt und wir können endlich gemeinsam auf eine lange lange lange literarische Kultur zurückblicken und sagen: "Wie schön! Was haben wir Deutschen nicht schon alles geschaffen!" Wie lange mussten wir auf so ein nettes Projekt warten - ein deutsches Lesebuch. Eigentlich eine ganz niedliche Idee, nicht neu, nicht aufregend, aber niedlich. Und das beste an der Sache: Es ist ein Kanon. Uaaah, Stolperfalle! und schon liege ich auf dem Boden. Kanon? Sind wir etwa schon wieder mitten in dieser leidigen Kanondiskussion? Es tut mir wirklich leid das zu sagen, aber ja, das sind wir. Für 24, 90 € erhält man ein fürs Auge recht gefälliges 832 Seiten starkes Bändchen, und das ist nicht genug: gratis dazu und ganz ohne Aufpreis gibts sogar 2 (in Worten: zwei) Lesezeichenbändchen (haben die eigentlich einen offiziellen Namen), eins in rot, eins ein gelb (schwarzes Buch). Und dann bekommt man viel Bildung. Wunderlich eigentlich, dass Herr Schwanitz nicht auf diese Idee gekommen ist. Was gibt uns das Buch? Schauen wir doch einfach ins Netz und begutachten das Konzept:


 

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