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"was zurückbleibt" - Ausstellung und Lesung in Siegen

Ausstellung der gruppe 3/55 in SiegenVom 3.-10. Juni findet im Keller des Modulbüros Marburger Tor 15 in Siegen eine Kunstausstellung der gruppe 3/55 mit dem Titel "was zurückbleibt: verwahrt_verwaltet_verwertet" statt:

Zeitbegriffe, die benutzt werden zur Orientierung, zur Strukturierung von Zeit. Die Zeit ist was? Ein Zahlenstrahl auf dem einzelne Ereignisse eingetragen werden? Etwas, das später in Geschichtsbüchern allgemeingültig festgelegt ist? Was ist mit der subjektiven Wahrnehmung? Welcher Standpunkt ist ausschlaggebend?

Nichts ist je in der Vergangenheit geschehen; es geschieht im Jetzt. Genauso wird nichts jemals in der Zukunft geschehen. Es geschieht immer in der Gegenwart. Leben, Erleben, ist gegenwärtig. was zurückbleibt sind Spuren, die gelesen werden können. In der Gegenwart. Und damit verflechtet sich Vergangenes mit dem Gegenwärtigen. Vergangenheit gibt Identität.


Heute vor 15 Jahren...

Auslöser der Debatte: Christa Wolfs Erzählung »Was bleibt« (1990)... begann mit einem Zeit-Artikel von Ulrich Greiner der sogenannte "Deutsch-deutsche Literaturstreit". Der Londoner Germanist Robert Weninger umreißt die Kernpunkte der Debatte in seinem äußerst lesenswerten Buch Streitbare Literaten: Kontroversen und Eklats in der deutschen Literatur von Adorno bis Walser wie folgt: ... begann mit einem Zeit-Artikel von Ulrich Greiner der sogenannte "Deutsch-deutsche Literaturstreit". Der Londoner Germanist Robert Weninger umreißt die Kernpunkte der Debatte in seinem äußerst lesenswerten Buch Streitbare Literaten: Kontroversen und Eklats in der deutschen Literatur von Adorno bis Walser wie folgt:


Alles GOLD, was glänzt!

Wer sagt, dass nur aus Bonn kommen muss, was auf dem Zeitschriftenmarkt intellektuelle Tiefe beansprucht? Nein, auch in Berlin/Potsdam gibt es ein unabhängiges Literaturmagazin, das von Studenten und Dozenten gemacht, privat finanziert und an ausgewählten Berliner Orten sogar kostenlos erhältlich ist: GOLD!GOLD - Literaturmagazin für Berlin und Potsdam, Nr. 2/2005Wer sagt, dass nur aus Bonn kommen muss, was auf dem Zeitschriftenmarkt intellektuelle Tiefe beansprucht? Nein, auch in Berlin/Potsdam gibt es ein unabhängiges Literaturmagazin, das von Studenten und Dozenten gemacht, privat finanziert und an ausgewählten Berliner Orten sogar kostenlos erhältlich ist: GOLD! Nun gibt es ja Menschen, die Fische fangen, und solche, die nur das Wasser trüben - gerade auf dem Zeitschriftenmarkt ein häufig zu beobachtendes Faktum.


"Die Andere Bibliothek" - reloaded

Nach Bild, Süddeutscher Zeitung und Brigitte geht nun auch die FAZ mit einer eigenen Buchreihe an den Start:

"Frankfurter Allgemeine Bücherei" - so heißt ein verlegerisches Projekt, das im Herbst dieses Jahres, rechtzeitig zur Buchmesse, vorgestellt wird. Ihm liegt ein neuartiges, in Deutschland nie erprobtes Modell zugrunde: Ein Zeitungsunternehmen und ein Buchverlag vertrauen einem Schriftsteller und einem Buchgestalter eine Reihe an, die von beiden Partnern getragen wird.

Das meldet die FAZ heute gleich auf der Titelseite. Und wer ist wohl dieser eine Schriftsteller? Na? Natürlich: der liebe Onkel Hans Magnus, der erst im Dezember vergangenen Jahres das Ende der "Anderen Bibliothek" bei Eichborn verkündet hat, weil er "schon immer 'gegen das Lebenslängliche als Prinzip' gewesen" sei.


Schiller lebt!

»Ins stille Grab versenkt« - und lebt doch weiter: der Herr SchillerWer könnte das bezweifeln? Fast möchte man meinen, er sei an seinem 200. Todestag wenn schon nicht lebendiger, so doch gegenwärtiger denn zu Lebzeiten. "Vivat!" schallt es so einmütig übers Land der Dichter und Denker, als ginge es darum, mit dem "großen Toten" auch gleich den längst eingemottet geglaubten Kulturgeist der Deutschen zu beschwören: "Wir wollen sein ein einig Volk von..."

Doch wollen wir ihm nicht Unrecht tun! Denn "die Schillerkonjunktur", so der Journalist Michael Bienert, erklärt sich nur zum Teil "aus den Bedürfnissen der Medien-, Kultur- und Tourismusindustrie, die solche Jubiläen weidlich ausschlachtet":


»Von keinem Terroristen ist Offenheit und Transparenz zu verlangen, aber von einem Staat sehr wohl«

Cover des neuen Romans von Christoph HeinChronisten sind Autoren, die nicht nur die Stimmung einer Gesellschaft in ihren Büchern einfangen, weil sie nun einmal in ihr leben, sondern sich auch bewußt mit zeitgeschichtlichen Themen befassen. Mitunter nicht zu ihrem Vorteil: eine Art Politiker auf dem Papier. Verwundernd ist ihre Existenz so wenig wie die derer, die in Fantasy-Romanen vor gesellschaftlichen Realitäten flüchten. Ob als phantasielos bezeichnet oder gar als Verfälscher der Realität - irgendwie verpönt sind beide. Dabei vergißt man leicht die Frage danach, was ein Autor der Welt mit seinem Werk mitteilen möchte. Wahrscheinlich ist Christoph Heins neuer Roman In seiner frühen Kindheit ein Garten ein Kandidat für solche Fragen, denn Hein nimmt sich eines uns allen noch in Erinnerung haftenden Ereignisses an: der Ermordung des Terroristen Wolfgang Grams auf dem Bahnhof von Bad Kleinen.


Amos Oz erhält Goethepreis 2005

Der israelische Autor Amos Oz erhält den diesjährigen Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main für sein schriftstellerisches und essayistisches Lebenswerk.

Nach Überzeugung des Kuratoriums ist Oz einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Sein Werk zeichne sich durch große thematische Vielfalt und stilistische Virtuosität aus, hieß es.

Oz' Werke sind bislang in 35 Sprachen übersetzt worden. In seinen Büchern beschäftigte sich der 65-Jährige immer wieder mit den Problemen beim Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in Israel und Palästina. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Romane wie "Mein Michael" (1989), "Der perfekte Frieden" (1990), "Blackbox" (1991), "Der dritte Zustand" (1992) und "Allein das Meer" (2002).

Die Verleihung des mit 50.000 Euro dotierten Preises findet am 28. August 2005 in der Frankfurter Paulskirche statt.

Ein interessantes, noch recht aktuelles Interview mit dem Autor findet sich übrigens auf der Internetseite der ZEIT.

(Quelle: tagesschau.de)


»Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang«

Ich bitte vorab um Verzeihung, denn ich schreibe jetzt seit weit über einem Jahrzehnt Rezensionen zum Werk des Klaus-Dieter Regenbrecht, wenn auch nicht hier, daher mag ich ein paar Dinge voraussetzen, die eben hier nicht gegeben sind.
Dennoch, geschätzte Leserinnen und Leser: Es gibt da ein Buch, das Sie lesen sollten. Es heißt Das Camp, enthält, wie der Untertitel verrät, acht Geschichten, aber, hier darf ich ansetzen: was für welche!


Kurt-Wolff-Preis 2005

Stefan Weidle und sein VerlagDer Bonner Weidle-Verlag hat den mit 26.000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Preis 2005 erhalten. Die Preisverleihung fand auf der Leipziger Buchmesse statt.

In seiner Laudatio würdigte Tilman Spreckelsen vor allem den Mut des Verlegers Stefan Weidle, "literarische Nischen" auszuloten, d.h. zum einen Werke vom Vergessen bedrohter deutscher Exil-Schriftsteller der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, zum anderen aber auch neuen Autoren und Künstlern eine Chance zu geben, und dies stets, wie es in der Begründung der Kurt-Wolff-Stiftung heißt, mit "dem Anspruch inhaltlicher und gestalterischer Perfektion". Denn:

»Seine Begeisterung versteht Stefan Weidle zu vermitteln, seinem Instinkt für literarische Qualität vertraut er zurecht, seine Bücher schlagen zuverlässig in ihren Bann [...]«

Wenige Tage vor der Preisverleihung erschien in der FAZ ein Portrait von Andreas Rossmann (leider nicht online), das den Verleger und sein Credo wie folgt beschreibt:


"... und wächst und wächst"

Leipziger Buchmesse 2005

Von Aufwind oder Aufbruch war [...] wenig zu spüren (woher auch?). Erstaunlicherweise aber auch nicht vom Gegenteil. Kein Krisengejammer, zum Glück! Man macht eben weiter und hofft, dass alles gut wird.

So lautet das Fazit von FR-Autor Christoph Schröder zur diesjährigen Leipziger Buchmesse. Die "schier unendliche Vielfalt des Angebots" (2.142 Aussteller aus 31 Ländern und mehr als 1.500 Veranstaltungen im Rahmen von "Leipzig liest") habe allerdings auch den Zweck erfüllt, "in dem ganzen Gewimmel Entdeckungen machen zu können", wozu besonders der erfreulich-erfrischende Auftritt einiger junger, unabhängiger Verlage - z.B. Tisch 7, kookbooks, Blumenbar oder der kürzlich von Köln nach Berlin übersiedelte Tropen-Verlag - eingeladen habe:

[...] keine Konfektionsware, das sieht man. So etwas fällt auf. Die Kleinen - ein despektierliches Wort. Aber die Kleinen fühlen sich ungeheuer wohl als die Kleinen. Sie wären sonst nicht zu den Stars der am gestrigen Sonntag zu Ende gegangenen Leipziger Buchmesse geworden. Sie wurden gefeiert, gehätschelt, gelobt und mitunter zootierchenhaft bestaunt [...].

Dass man, so Schröder, "über die literarische Qualität der Jungverlags-Produktionen" freilich erst noch werde reden müssen, "wenn das Staunen über all die gestalterischen Einfälle und die seltene Sorgfalt, die auf die Stimmigkeit von Optik und Inhalt verwendet wird, ein wenig gewichen ist", dürfte zumindest kookbooks-Verlegerin Daniela Seel kaum Anlass zur Sorge bieten. Schließlich spricht der Erfolg ihrer Autoren Jan Böttcher (u.a. Märkisches Literaturstipendium 2005), Daniel Falb (Lyrikdebütpreis des Literarischen Colloquiums Berlin 2005) und Ron Winkler (Leonce-und-Lena-Preis 2005) eine recht eindeutige Sprache.


 

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