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Just left the building: Luigi Malerba

Beißender Witz und philosophischer Tiefsinn finden sich selten auf so gekonnte und virtuose Weise wie in Luigi Malerbas Werk vereinigt. Es zeugt von großem Gespür für die Fragilität der menschlichen Existenz, ohne dabei in Depression und Schwermut abzudriften. Am vergangenen Donnerstag ist Luigi Bonardi, wie sein Schöpfer eigentlich hieß, im Alter von 81 Jahren in Rom gestorben.


Arbeitsalltag im Spagat

Als Germanistin für eine politische Stiftung arbeiten? Ja, geht denn so was? – Na klar! Antje Schnadwinkel studierte Soziologie und Germanistik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet heute für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn und Berlin. Im Referat »Internationale Politikanalyse« betreut sie als Lektorin die vor allem Europa-bezogenen Publikationen des Referats. Seien es Artikel zu den europäischen Finanzmärkten, wissenschaftliche Studien zur integrierten Energie- und Klimaaußenpolitik der EU, Analysen zu einzelnen Ländern oder auch Beiträge zur Frage, ob sich Konkordanzdemokratien als Konfliktlösungsmechanismen eignen: Dieses breite Themenspektrum, aber vor allem auch der vielfältige und spannende Arbeitsprozess vom Manuskript bis zur Veröffentlichung des fertigen Produktes begeistern Antje Schnadwinkel für ihren Beruf …Als Germanistin für eine politische Stiftung arbeiten? Ja, geht denn so was? – Na klar!


Just left the building: Werner Dürrson

Vom Vater für einen Nichtsnutz gehalten werden, dafür Schläge bekommen. Und ein Leben lang versuchen, ihn und sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. Die Erfahrungen dieser unheilvollen Vater-Sohn-Konstellation kulminieren in Werner Dürrsons Roman Lohmann oder die Kunst, sich das Leben zu nehmen. Eine romaneske Biographie, den der Lyriker, Erzähler, Essayist und Übersetzer als das größte Projekt seines Lebens bezeichnet hat. Nun ist Werner Dürrson, ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung seines ersten und einzigen Romans, am vergangenen Donnerstag im Alter von 75 Jahren gestorben.


Just left the building: Horst Bingel

Witz, Ironie, Verknappung, Skurrilität, Vertracktheit: dies sind die immer wiederkehrenden Schlagwörter, die im Zusammenhang mit Horst Bingels Werken stehen. Seine ganz eigene, oft experimentelle Art mit Worten umzugehen erinnert fast ein wenig an Größen wie Ernst Jandl oder August Stramm. Vergangenen Montag nun verstarb der Lyriker, Erzähler und Grafiker im Alter von 74 Jahren in Frankfurt am Main.


Just left the building: Erwin Wickert

Die schöngeistige Welt der Literatur vs. die knallharte Realität der Politik. Kaum jemand schaffte es, diese beiden Gegensätze so gut miteinander zu verbinden wie er: Erwin Wickert. Sein Leben als Schriftsteller und Diplomat zeichnete ihn als ein wahres »Multitalent« aus, das vor keiner Aufgabe zurückzuschrecken schien. Am vergangenen Mittwoch verstarb er im Alter von 93 Jahren im rheinland-pfälzischen Remagen-Oberwinter.


Just left the building: Leonhard Reinirkens

»Es war die ausgefeilte Rhetorik und die raffinierte Erzählkunst des ›Märchenonkels für Erwachsene‹, die alle Zuhörer in Atem hielten … Zu beschreiben, wie sich Reinirkens mit seiner unverwechselbaren Stimme in seine Figuren einfühlt, ist unmöglich«, erklärte einst die Ludwigshafener Rheinpfalz. Im Alter von 83 Jahren verstarb der Schriftsteller am vergangenen Ostersonntag in Unkel am Rhein.


Theatermann mit »Bayer-Spirit«

Reiner-Ernst Ohle verfolgt täglich ein Ziel: Die Welt ein bisschen besser zu machen! So dürfen wir es ihm zumindest unterstellen, wollen wir der Corporate Identity seines Arbeitgebers, dem Leverkusener Bayer-Konzern, folgen. Die macht sich dieses, nennen wir es mal: »Symptom« nämlich zu Eigen und fasst es unter dem Sammelbegriff »Bayer-Spirit« zusammen, wie man in sämtlichen Stellenausschreibungen des Konzerns erfahren kann. Ohle aber macht die Welt nicht etwa als Chemiker, Pharmazeut, Agrarwissenschaftler, Mediziner, Betriebswirtschaftler oder gar Jurist jeden Tag »ein bisschen besser«, sondern als Theaterreferent in der Kultur-Abteilung der Bayer AG ...Reiner-Ernst Ohle verfolgt täglich ein Ziel: Die Welt ein bisschen besser zu machen! So dürfen wir es ihm zumindest unterstellen, wollen wir der Corporate Identity seines Arbeitgebers, dem Leverkusener Bayer-Konzern, folgen.


Just left the building: Arthur C. Clarke

Der »Vater der Science-Fiction«, wie Spiegel Online ihn nennt, war er zwar sicher nicht, zweifellos aber einer ihrer prominentesten Vertreter: Der britische Schriftsteller Arthur C. Clarke ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Colombo (Sri Lanka) gestorben ...


Just left the building: Alain Robbe-Grillet

Der »Papst des Nouveau Roman ist tot«, meldete die Wiener Zeitung am späten Montagnachmittag. Und Tilman Krause schreibt in der Welt, »ein monstre sacré, ein heiliges Monster« sei abgetreten. Eingeweihte wissen längst, wer gemeint ist: Alain Robbe-Grillet. In der Nacht zum 18. Februar ist mit ihm einer der wichtigsten französischen Autoren der Nachkriegszeit im Alter von 85 Jahren verstorben.


Just left the building: Dieter Noll

Im Osten der Republik war sein zweibändiger Roman Die Abenteuer des Werner Holt für ganze Schülergenerationen Pflichtlektüre im Deutschunterricht und er selbst einer der bekanntesten Autoren des einstigen zweiten deutschen Staates. Im Westen hingegen war Dieter Noll weit weniger bekannt und seit seinem offenen Brief an DDR-Staatschef Honecker, in dem er Stefan Heym und andere Schriftstellerkollegen 1979 als »kaputte Typen« und Kollaborateure des Klassenfeindes diffamierte, auch weit weniger populär. In der Nacht zu Mittwoch ist Noll wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag im brandenburgischen Zeuthen einem Krebsleiden erlegen.


 

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