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Gelungener Anschluß

Jan Böttcher legt ein starkes Solodebut vor

In der deutschen Musikszene ist es still geworden. Zwar sind die Bands der letzten Welle noch aktiv und wir erwarten die nächste Auflage von Juli, Wir sind Helden oder Tomte, aber wirklich Neues hat sich schon lange nicht mehr in die Herzen der Deutschen gesungen. Von den Medien völlig ignoriert, mußten wir statt dessen im letzten Jahr einen Verlust hinnehmen: Die Berliner Band Herr Nilsson hat sich aufgelöst. Auf ihrer Website findet man seit ein paar Monaten den Satz: »Weiter geht’s nur hier: www.myspace.com/herrnilssonpop«.


Auswege aus der Krise

Musiker erproben alternative Vermarktungsstrategien

Fast hatten wir uns dran gewöhnt, und die jährlichen Meldungen würden uns nicht weiter berühren: Die Plattenindustrie steckt in der Krise. Allein der fortschreitende Abwärtstrend bei der EMI hat dieses Thema in den letzten Monaten wieder in die Schlagzeilen der Tageszeitungen gebracht. Die neue Firmenpolitik seit der Übernahme durch den Finanzinvestor Terra Firma tat ihr übriges und hatte für einige hier unter Vertrag stehende Künstler Konsequenzen: von Firmenwechsel bis zum Protest durch die Verzögerung der Veröffentlichung ihrer neuen Platten. Die Krise jener Firma, die Bands wie die Beatles, Queen oder Radiohead groß gemacht hat, verdeutlicht aber nur einen Teil des Problems. Auch weniger krisengeschüttelte Konzerne müssen sich weiter gegen den Verkaufseinbruch physischer Tonträger, der vor ca. zehn Jahren mit der Möglichkeit, CDs 1:1 zu vervielfältigen, begann und später durch mp3s verschärft wurde, wappnen. Geldverdienen mit CDs und LPs, so heißt es immer wieder: Das war gestern.


Verlorene und gewonnene Heimat

Das neue Album La Cerise der bretonischen Band Matmatah

Wenn man versucht, die Entwicklung einer Band nachzuvollziehen, stellt man mitunter fest, dass sich Veränderungen des musikalischen Stils oft schleichend vollziehen und Brüche daher kaum wahrnehmbar sind. Erst der direkte Vergleich eines frühen mit einem späten Werk verdeutlicht, wie lang der Weg gewesen sein muss, der dazwischen liegt. – Einen langen Weg scheinen so gesehen auch die Bretonen Matmatah gegangen zu sein.


»You know I changed my ways forever«

Maximo Park melden sich mit ihrem zweiten Album poppiger zurück

Vor zwei Jahren wiederholte sich das Phänomen in der Musiklandschaft, dass Bands, die eigentlich nicht für die Massen bestimmt schienen, unerwartet hoch in den Charts aufstiegen. Jene Bands, wie die Kaiser Chiefs, Franz Ferdinand, Bloc Party oder auch Maximo Park, deren Stil man mit dem Sammelbegriff ›Independent‹ zu beschreiben versucht, schafften es, gleichermaßen Presse und Publikum zu begeistern. Ihre Debüts strotzten von kraftvollen Arrangements sowie intelligenten Texten und verrieten ein großes Potential. Doch nach der anfänglichen Euphorie über diese Welle stellte sich die Frage nach möglichen Weiterentwicklungen. Was kann noch nach derart großartigen, ersten Platten folgen?


»This Bird Has Flown«

Nils Koppruchs Solodebüt Den Teufel tun

Zu sagen, die vor zehn Jahren gegründete Band Fink sei immer nur eine Durchgangsstation gewesen, wäre falsch. Schaut man sich die Listen der mitwirkenden Musiker auf den sechs zwischen 1997 und 2005 erschienen Alben genauer an, so herrschte trotz einiger Wechsel bis zu ihrer Auflösung im letzten Jahr Kontinuität.


»Everything is average nowadays!«

Die Kaiser Chiefs zum Zweiten

Erst knapp zwei Jahre ist es her, dass die Kaiser Chiefs ihren fulminanten Einstieg ins Musikbusiness feiern durften. Nach ihrem sehr erfolgreichen Debüt Employment im Jahre 2005 sollte jedoch noch lange nicht Schluss sein mit dem Hype, der um die Newcomer aus Leeds gemacht wurde. Im Februar 2006 räumten sie nämlich erst richtig ab...Kaiser Chiefs: Yours Truly, Angry Mob.

Es hat schon fast Tradition bei der Kritischen Ausgabe, einzelne Bücher, Platten oder Bühnenstücke nicht nur einmal, sondern gleich mehreren RezensentInnen zur Bewertung vorzulegen. Heute ist es wieder soweit: Lena Sundheimer bespricht die neue Platte der Kaiser Chiefs, die vor kurzem auch schon von Benedikt Viertelhaus kritisch begutachtet wurde. Diskutieren Sie mit!

 


Ungleiche Weiterentwicklungen

Bloc Party überzeugen auf ihrem zweiten Album vor allem textlich

Das Album, das einem erfolgreichen Debüt folgt, ist mit das schwierigste in einer musikalischen Karriere. Franz Ferdinand versprachen mit »You could have it so much better« Neues und ihnen gelang nur ein mittelmäßiges Album, das nicht mal ansatzweise mit ihrem Debüt mithalten konnte. Haben nun Bloc Party, ebenfalls eine Band, die mit ihrer ersten LP 2005 eine musikalische Sensation geliefert hatten, die Hürde des zweiten Albums überwinden können?


Werkschau in drei Akten

John Cale zieht in Circus Live eine umfassende Bilanz seines Schaffens. Heute ist sein 65. Geburtstag

»Ich denke allgemein nicht gerne an die Dinge zurück, die ich getan habe, denn sie waren repräsentativ für die Zeit oder was auch immer. Ich sehe noch immer kein geschlossenes Werk.« Diese Zwischenbilanz, 1998 von John Cale gezogen, drückt auch die Schwierigkeit aus, sein Werk in wenigen Sätzen zusammenzufassen.


Randbemerkung in der Rockgeschichte

Das zweite Album der Kaiser Chiefs klingt mal nach Britpop, mal nach Karneval

Irgendwo hatte man das alles schon einmal gehört, zweimal, dreimal, irgendwo in der Geschichte der Rock- und Popmusik. Mit großem Werbeaufwand kommt nun das zweite Album der Kaiser Chiefs auf den Markt, jener Band, die 2006 bei den BritAwards abräumte und bei deren Musik man damals bereits nur Altbekanntes heraushörte.


Alles über die Liebe – und sonst nichts

Das neue Album Amar es combatirvon Maná

Liebe und Haß – Wärme und Kälte: Gegensätze standen am Anfang der Geschichte der Menschheit, sich das Entstehen und Vergehen der Welt und letztlich des Menschen selbst begreiflich zu machen. Sie erzählen von der Einordnung des zuerst Unfaßlichen in die Begriffe des alltäglich Erleb- und Fühlbaren. Liebe vereint umstandslos, Haß löst bindend; und mitunter begegnen sich beide und wissen bei allem Abstoßenden sich nicht voneinander zu lösen. Erleuchtung ist zugleich Verdunkelung – die erklärende Kraft der Worte erschöpft sich zu einem bleibenden Mysterium, über das unentwegt gesprochen werden muß.


 

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