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Alles über die Liebe – und sonst nichts

Das neue Album Amar es combatirvon Maná

Liebe und Haß – Wärme und Kälte: Gegensätze standen am Anfang der Geschichte der Menschheit, sich das Entstehen und Vergehen der Welt und letztlich des Menschen selbst begreiflich zu machen. Sie erzählen von der Einordnung des zuerst Unfaßlichen in die Begriffe des alltäglich Erleb- und Fühlbaren. Liebe vereint umstandslos, Haß löst bindend; und mitunter begegnen sich beide und wissen bei allem Abstoßenden sich nicht voneinander zu lösen. Erleuchtung ist zugleich Verdunkelung – die erklärende Kraft der Worte erschöpft sich zu einem bleibenden Mysterium, über das unentwegt gesprochen werden muß.


»Im Vorprogramm der Band, die man leider besser kennt«

Das neue Album der Gruppe Sport

Nachdem im Laufe der letzten 12 Monate neue Alben der Hamburger Bands Blumfeld, Tomte, Kante, Die Sterne sowie ein Best of von Tocotronic erschienen sind, veröffentlicht nun auch die Band Sport ihr selbstironisch betiteltes Zweitwerk »Aufstieg und Fall der Gruppe Sport«. Bei einer Auflistung dieser Bands erinnert man sich gerne an die Schublade »Hamburger Schule«. Aber was haben diese Bands eigentlich außer ihrer Heimatstadt gemeinsam? Blumfeld selbst geben zu, dass sich ihr Sound zu naturpoetischen Texten immer mehr nach Schlager anhört, Tocotronic haben sich vom nöligen Geschrammel ihrer Anfangstage zu differenzierter Gitarrenmusik mit mystischen und märchenhaften Texten entwickelt, Kante klingen auf ihrem aktuellen Album teilweise nach Queens of the Stone Age, und Tomte gelten ohnehin als befindlichkeitsfixierte Version der eigentlich verkopften Hamburger Schule.


»Hey Ozonloch, geh wieder zu!«

Das neue Album der Aeronauten ist ihrem Debüt näher als den fein produzierten Alben der Zwischenjahre

Die Aeronauten: Hier

Früher waren Debüt-Alben oft mangelhaft produziert. Zwischen schlechten Arrangements und mittelmäßigen Songs musste man das Potential lange suchen oder aber bis zur nächsten Platte warten. Ob Beatles, Rolling Stones, ob Fink oder Tocotronic, erste Alben erscheinen meist uneinheitlich, bestenfalls lässt sich mit einigem Wohlwollen die Experimentierfreude als so etwas wie ein Konzept bezeichnen. In letzter Zeit allerdings ist dieser Querschuss am Anfang selten geworden. 


Typisch undeutsch?

Das Debutalbum der Band FOTOS

Als »wunderbar undeutsch« wird die Band FOTOS hierzulande gehandelt, womit sie paradoxerweise genau in den neuen Trend deutscher Indie-Musik passt. Denn endlich kommt ein Schwung junger Bands, die nicht nach Hamburger Schule klingen – angefangen bei Voltaire über Klez.E bis zur neuen CD von Sport. Wenn man nicht aufpasst, könnte man fast überhören, dass da auf Deutsch gesungen wird. Da rücken die Worte in den Hintergrund, um der Melodie und den Instrumenten einen eher ungewohnten Platz zu lassen, sich zu entwickeln: echter Gitarrenrock.


Liebe Anna!

Brief an eine Sängerin

Bitte entschuldige, dass ich erst jetzt antworte! Ich bin lange Zeit davor zurückgeschreckt, Dir zu schreiben. Eigentlich stand mein Entschluss sogar fest: Ich wollte nicht schreiben. Ich will Dir auch ganz offen gestehen, quasi: ins Gesicht sagen, warum.


Anbruch einer neuen Ära?

Razorlight oder die Schwierigkeit des zweiten Albums

Bekanntermaßen ist das zweite Album ein besonders schwieriges. Man kann es handhaben wie die Strokes, die nach ihrem Debüt bereits herausposaunten, dass ihr zweites Album genau so klingen werde wie das erste und sie erst beim dritten klanglich Neues bieten würden. Gesagt, getan. Ähnlich hielten es Franz Ferdinand: Außer ein, zwei Balladen hat sich der Sound der Schotten auf »You could have it so much better« nicht wirklich verändert. Die Resonanz zwar durchweg positiv, aber bei weitem nicht so begeistert wie bei ihrem Debüt. Und genau da liegt das Problem: Durch das erste Album geweckte Erwartungen werden schnell enttäuscht. Beide Bands standen nach ihren unglaublich erfolgreichen Erstlingen unter enormem Druck.


Ein stumpfes Messer

Slut: »Songs aus Die Dreigroschenoper von Kurt Weill/Bertolt Brecht«

Die Dreigroschenoper: 78 Jahre ist es her, dass das berühmteste Stück Bertolt Brechts uraufgeführt wurde, und noch immer ist es für viele Theater- und Opernliebhaber mit einem Namen verbunden: Lotte Lenya. Die legendäre Sängerin und Schauspielerin prägte das dramatische Werk Brechts und seines Komponisten Kurt Weill wie keine andere. Jetzt tritt die Band Slut aus Ingolstadt, allen voran Sänger Christian Neuburger, in ihre Fußstapfen – oder besser gesagt: in ihren Schatten.


»Der Stand der Dinge ist, dass ich bis zuletzt hier singe«

Himmel für alle – das neue Album von Samba

Nicht erst in den vergangenen Jahren mit Bands wie Wir sind Helden, auch Mitte der 90er gab es eine Welle deutschsprachiger Musik. Angespornt durch den Erfolg von Tocotronic, Die Sterne und Blumfeld wurden auch die Münsteraner Samba ins Rennen geschickt, um für Sony das große Geld einzufahren. Mit ihren nicht immer eindeutig sinnhaltigen Songs tat sich die Band um Sänger und Texter Knut Stenert in der deutschen Poplandschaft, in der es vielen anderen nur darum zu gehen schien, anspruchsvoll zu klingen oder möglichst albern um Schlagerfloskeln, die im Englischsprachigen gang und gäbe sind, herumzusingen, angenehm hervor.


»Es geht nicht ums Dabeisein, es geht nur drum, wer gewinnt«

Männer Fussball Frauen Sensibel – Die neue Aeronauten-Single mit Fussball-Schmankerl

Eigentlich ist das Zeitalter der Singles schon seit Mitte der 80er im kontinentalen Europa vorbei. Eigentlich ist das Zeitalter der Singles erst angebrochen. Mit dem Bedeutungsverlust der Musik-Single (7'') scheint die Bedeutung der Lebensform Single zugenommen zu haben. Während Deutschland immer mehr Single-Haushalte zählt, dümpelt der Verkauf von Singles an der Grenze zur Belanglosigkeit dahin. Doch traditionell mit eben einer Single, einer so genannten »4 Tracks – 7''«, meldet sich die Schweizer Band Aeronauten nach fünf Jahren Kreativpause, in der lediglich ein Best-Of-Album erschienen ist, zurück.


Krawall auf hohem Niveau

Deichkinds neues Album Aufstand im Schlaraffenland

Einen kleinen Vorgeschmack auf ihr neues Album »Aufstand im Schlaraffenland« gaben Deichkind bereits beim Bundesvision Song Contest 2005. Auch wenn sie es mit ihrem Beitrag »Electric Super Dance Band (E.S.D.B.)« offiziell nur auf den 14. Platz schafften, gehörte ihr Auftritt doch zu den Highlights eines ansonsten extrem tristen Fernsehabends, denn ihre Show, inklusive der interessanten Kostüme, grenzte schon an Aktionskunst – ein beinah surreales Erlebnis, weil es vollkommen aus dem Rahmen fiel. Aber vielleicht ist auch hier unter den Blinden der Einäugige König?


 

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