Inhalt abgleichen

Letzte Sätze

Manfred Poser wendet sich – nach dem Vorbild Letzter Worte berühmter Personen – letzten Sätzen in Büchern zu

Dass ich nicht früher darauf gekommen bin! Ich stand spät am Abend auf einer Terrasse bei Zürich, rauchte meine Pfeife, und da fiel mich der Gedanke an: Wären nicht letzte Sätze von Romanen ähnlich aussagekräftig, wie es erste Sätze sind (oder wie sie es nicht sind)? Man könnte eines Tages einen Lehrstuhl gründen, der literarische Finalität zum Thema hätte.


Das Mäandern der Prosa

Manfred Poser liest gern Sebald und Saramago, die verbindet, dass sie Sätze zu endlosen Fäden verbinden

Vor Ostern imitierte Harald Schmidt in seiner Late-Night-Show auf Sat.1 einmal Christian Streich, den Trainer des SC Freiburg. Anscheinend genießen dessen Ein- und Auslassungen in Fachkreisen bereits »Kultstatus«. Ich hörte und sah mir also einen Monolog des Trainers an. Da kommt einer neu und überraschend in ein relativ hohes Amt und versucht, den Erfordernissen der Mediengesellschaft gerecht zu werden. Alles ist wichtig, alles ist ganz wunderbar, alles wird gut.


Der Kuss der Tosca

Manfred Poser liebt natürlich auch die Oper, und manchmal steckt ihr ganzer Geist in fünf Minuten

Italien pflegt noch seine großen abendlichen Fernsehshows und Galas. Da wird dann ausgiebig gesungen und man hört oft die ›Gassenhauer‹ des Opern-Repertoires. Ich mag Oper, bin aber ein konventioneller Konsument wie die Rai-Zuschauer auch: Tosca und Carmen also.


Heilige Texte

Manfred Poser hat ein Faible für Einzelkämpfer und Leute mit großen Ideen, und John Bruno Hare war einer von ihnen

Vor zwei Jahren, am 27. April, starb nach langer Krankheit John Bruno Hare (JBH), knapp 55 Jahre alt. Er ist der Begründer des Internet Sacred Texts Archive (ISTA), das er in 13 Jahren zu einem unschätzbaren Kompendium heiliger Texte aus allen Epochen und allen Weltregionen gemacht hat. ISTA gehört zu den 20.000 meistkonsultierten Seiten im Internet.


Der Untergang der Titan(ic)

Manfred Poser hat ein paar merkwürdige Details zum Untergang der ›Titanic‹ zu bieten

Am 15. April 1912 ging der englische Luxusdampfer RMS Titanic unter und riss mehr als tausendfünfhundert Menschen in den Tod. Es war die Schiffskatastrophe, die in den 100 Jahren seither die Menschheit am stärksten beschäftigte. Zu diesem Fall ist ja alles gesagt worden – wenngleich, nach einem Bonmot von Karl Valentin, noch nicht von allen –, und es wird alles auch schon immer früher gesagt, weit vor dem Jahrestag, weil man schneller sein will als die anderen. Am Jahrestag selbst steht man dann wie ein Zuspätgekommener da. Wissen wirklich schon alle alles? Oder lesen sie das Falsche?


Sir Arthur Conan Doyle lebt!

Manfred Poser hat ein Buch aufgespürt, in dem der Schöpfer des Sherlock Holmes aus dem Jenseits Ratschläge gibt

Im vergangenen Dezember kam der Film Spiel im Schatten in die Kinos, gedreht von Guy Ritchie. Robert Downey jr. spielt den Sherlock Holmes, Jude Law den Doktor Watson. Es ist die Fortsetzung von Sherlock Holmes, und man könnte sagen, dass der geniale, in London tätige Detektiv die berühmteste literarische Gestalt aller Zeiten ist.


Huren und Hetären

Manfred Poser über das älteste Gewerbe der Welt und dessen Spuren in der Literatur

Das älteste Gewerbe der Welt hat noch einen Beitrag verdient. Es hat Schriftsteller immer in seinen Bann gezogen, da sie das Verbotene und Verruchte dem banalen Treiben der Welt vorziehen. Den Sonderling zieht es hin zu den Randgebieten der Gesellschaft, und beide, Huren und Autoren, verkaufen sich, müssen sich manchmal verkaufen und hoffen, dabei ihre Seele bewahren zu können.


Sade, Defoe, Pasolini

Manfred Poser, den sie früher auch ›Marquis‹ nannten, liest gerne seinen Adelsbruder, den Herrn von Sade

Vor 40 Jahren hat der französische Soziologe Roland Barthes das Buch Sade, Fourier, Loyola geschrieben. Darin geht es um Liebe und Macht, denn der Marquis propagierte das Böse, Charles Fourier eine Republik der Liebe, und Ignatius von Loyola setzte auf Strenge und Gehorsam. Ihr Wirken überspannte zweieinhalb Jahrhunderte – wie auch das meiner drei Protagonisten.


Die mächtige Frau

Manfred Poser beschwört das Matriarchat herauf

Charles Dickens’ Heldinnen waren zumeist junge Mädchen, die leiden und dann tragisch sterben mussten wie die kleine Nell im Old Curiosity Shop. Auch seine Schauspielerin Ellen Tennant war ja erst 18 und er 45. Jeder Autor hat seine Biografie, seine Vorlieben. Das Gegenbild der jungen, arglosen Heldin ist die mächtige Frau, die Große Mutter. Sie ist ein Archetypus im Sinne C. G. Jungs, und Schriftsteller – natürlich Männer – haben sie gestaltet.


Charles Dickens und die gefallenen Frauen

Manfred Poser freut sich, zum 200. Geburtstag von Charles Dickens den verehrten Autor würdigen zu können

Von Charles Dickens’ zwei Dutzend Romanen habe ich etwa die Hälfte gelesen, aber das ist schon 25 Jahre her, damals in Hamburg. Nicholas Nickleby, Little Dorrit, Bleak House, Great Expectations ... Es waren Feste. Er wurde vor 200 Jahren, am 7. Februar 1812, geboren, ein Wassermann-Sternzeichen wie ich. Also: ein eigener Kopf mit blühender Fantasie; wortmächtig und charmant; aber auch irgendwie flüchtig, immer auf dem Sprung; wenig Erotik und Sexualität. Da steht der Wassermann drüber.


 

Spendenaufruf

Die »Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Literatur im Dialog« sowie das Online-Magazin wird von einer jungen, ehrenamtlichen Redaktion betreut. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, mit unserer Arbeit weiterzumachen.

Detaillierte Hinweise für Spenden finden Sie im Impressum.

Wenn Sie mögen, können Sie uns auch ganz einfach unterstützen, während Sie online einkaufen, einen Flug oder Ihren nächsten Urlaub buchen – ohne, dass es Sie mehr als ein paar zusätzliche Mausklicks kostet. Wenn Sie vor dem Einkauf bzw. der Buchung über nachstehenden Button zu einem Online-Shop gehen und dort dann wie gewohnt einkaufen, bekommt die »Kritische Ausgabe« automatisch eine kleine Spende von etwa fünf Prozent des Einkaufswertes gutgeschrieben. Ihnen entstehen dadurch garantiert keine Mehrkosten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!