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Grenzen von Gewicht

Körper und Freiheit in den Werken von Marina Abramović und Ulay im Vergleich mit Paul B. Preciados Testo Junkie

Marina Abramović und Ulay, prominente Vertreter der body art, setzen sich seit vielen Jahren immer wieder mit Körpergrenzen und auch der Spannung zwischen den Geschlechtern auseinander. Doch ist die Überschreitung körperlicher Grenzen zwangsläufig immer auch eine Geschlechterfrage? Paul B. Preciado legt dies mit seinem autofiktionalen Text Testo Junkie nahe und erlaubt es über das Verhältnis von Kunst und Freiheit in der Gegenwart noch einmal neu nachzudenken.


»Ich habe zum erstenmal das Gefühl, daß ich mir mein Frühstück ehrlich verdient habe«

Siegfried Pitschmanns neuentdeckter Roman Erziehung eines Helden und Erzählungen aus Schwarze Pumpe

»Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische deutsche Nationalkultur braucht dich!«, mit dieser Aufforderung nahm die Kulturpolitik der DDR 1959 eine neue Entwicklung. Die ausgegebene Direktive sollte dabei helfen die Distanz zwischen Kunst und Arbeitswelt zu überwinden. Einer, der das umsetzte und letztlich dennoch scheiterte, ist der Schriftsteller Siegfried Pitschmann. Zwei jüngst erschienene Werke erinnern an ihn und retten seine künstlerische Leistung vor dem Vergessen.


»Die Esten grübeln zu oft über ihre eigene Kleinheit«

Gespräch mit der estnischen Autorin und Filmemacherin Katrin Laur

In der nächsten Runde der Lesereihe Literatour d'Europe. Neue Texte aus Europa liest am 9. November die estnische Autorin und Filmemacherin Katrin Laur aus ihrem demnächst erscheinenden Roman Porta Coeli. Im Interview verrät die Autorin vorab, warum ihr Roman gar nicht so ernst ist, wie es zunächst mit Blick auf die Geschichte scheint, was Deutschland und Estland miteinander verbindet und wie ihre Sicht auf den gegenwärtigen Zustand Europas ist.


Ein Okapi mischt den Westerwald auf

In ihrem neuen Roman erzählt Mariana Leky ein skurriles und beglückendes Märchen von der Schönheit des Lebens

Der Tod, der in Gestalt eines Okapis Einzug in die Träume einer alten Westerwälderin erhält? Klingt skurril und das ist es auch! In Was man von hier aus sehen kann diskutiert Mariana Leky große Themen wie Liebe und Tod, ohne düster oder kitschig zu wirken. Getragen wird der Roman von erfrischendem und treffendem Sprachwitz, der das Buch absolut lesenswert macht.


Die geballte Ladung Menschlichkeit

Selim Özdogan liest im Literaturhaus Bonn aus seinem neuen Roman Wo noch Licht brennt

Am kommenden Montag kehrt die Literaturshow Import/Export aus der Sommerpause zurück. Dieses Mal hat Moderator Dorian Steinhoff den Kölner Autor Selim Özdogan mit seinem frisch erschienenen Roman Wo noch Licht brennt eingeladen. Die Geschichte handelt von einer starken Frau, die erneut aus ihrer türkischen Heimat nach Deutschland aufbricht, wo sie ihr Heimweh und das Misstrauen ihrer Mitmenschen mit beeindruckender Herzlichkeit und Wärme zu überwinden versucht.


Trockenschwimmen

Die Wassermetaphorik neuerer Flanerie- und Entfremdungsdiskurse in Georges Perecs Un homme qui dort

Vor 50 Jahren veröffentlichte der französische Schriftsteller George Perec seinen Roman Un homme qui dort. Er erzählt in diesem Werk die Geschichte eines namenlosen jungen Pariser Studenten, der sich dem Leben entzieht und in diesem Prozess der Selbstauflösung wie ein Flaneur in der Stadt bewegt. Auffällig sind dabei nicht nur die besondere Erzählperspektive und intertextuelle Anleihen, sondern gerade auch der bisher unberücksichtigte Bezug auf die Metaphorik des Wassers.


Haltbar bis Ende?

Das Jahrbuch der Lyrik 2017 ist eine Nabelschau, die gerade von den leisen Tönen profitiert

Was motiviert Autoren heute dazu, Gedichte zu schreiben? Wie sind die Verse angeordnet und womit beschäftigen sie sich? Der Schöffling Verlag legt im Namen der musikalischsten unter den literarischen Grundgattungen auch 2017 eine umfangreiche Sammlung vor. Doch so weitblickend der Kreis der Textauswahl auch gehalten ist, mit der groß gedachten Komposition und den selbstvergessenen Versspielereien mancher Autoren wird dem Jahrbuch kein Gefallen getan.


Ich ist ein Anderer

In ihrem Romandebüt erzählt Isabelle Lehn die Geschichte einer Selbstentfremdung

Ehe Soldaten einen Auslandseinsatz antreten, trainieren sie in speziellen Trainingslagern, um sich auf ihre Arbeit vor Ort vorzubereiten. Damit das möglichst echt ist, werden sie durch Statisten unterstützt. Isabelle Lehn greift dies in ihrem Roman Binde zwei Vögel zusammen, der im vergangenen Jahr erschienen ist, auf. Ihre Geschichte von Albert, der in einem dieser Lager zu Aladdin wird, ist ein Debüt, in dem es der Autorin eindrucksvoll gelingt die zerrissene Gegenwart einzufangen.


Im Narrenturm

Rattenrennen - Etappe 3

»Einmal Kanake – immer Kanake«, gegen diese Geisteshaltung muss der Protagonist aus Tekin Tegidas Erzähltext Rattenrennen auch dann ankämpfen, als er sich für eine Stelle in der Finanzbranche bewirbt. Nach einem halben Jahr erfolgloser Bewerbungen hat er Erfolg: Eine Fondsgesellschaft stellt ihn an. Doch das Glück währt nicht lange. Die globale Finanzkrise wirft bereits ihre Schatten voraus.


Vom Versuch, anzukommen

Rattenrennen – Etappe 2

In der zweiten Etappe des Erzähltexts Rattenrennen nimmt Tekin Tegida seine Leser weiter in das Leben des gerade erst nach Deutschland gekommenen Gastarbeiterkinds mit und schildert dessen steinigen Weg in all seinen Facetten. Ob in der Konfrontation mit Herrn und Frau Hügel aus der Nachbarschaft oder aber dem Lehrer Bart, der als alter Nazi mit Hitlerfrisur über die Schule wie ein Tyrann herrscht, und den Schlägereien am Busbahnhof, überall zeigt sich die harte Realität des Alltags.


 

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