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Die geballte Ladung Menschlichkeit

Selim Özdogan liest im Literaturhaus Bonn aus seinem neuen Roman Wo noch Licht brennt

Am kommenden Montag kehrt die Literaturshow Import/Export aus der Sommerpause zurück. Dieses Mal hat Moderator Dorian Steinhoff den Kölner Autor Selim Özdogan mit seinem frisch erschienenen Roman Wo noch Licht brennt eingeladen. Die Geschichte handelt von einer starken Frau, die erneut aus ihrer türkischen Heimat nach Deutschland aufbricht, wo sie ihr Heimweh und das Misstrauen ihrer Mitmenschen mit beeindruckender Herzlichkeit und Wärme zu überwinden versucht.


Trockenschwimmen

Die Wassermetaphorik neuerer Flanerie- und Entfremdungsdiskurse in Georges Perecs Un homme qui dort

Vor 50 Jahren veröffentlichte der französische Schriftsteller George Perec seinen Roman Un homme qui dort. Er erzählt in diesem Werk die Geschichte eines namenlosen jungen Pariser Studenten, der sich dem Leben entzieht und in diesem Prozess der Selbstauflösung wie ein Flaneur in der Stadt bewegt. Auffällig sind dabei nicht nur die besondere Erzählperspektive und intertextuelle Anleihen, sondern gerade auch der bisher unberücksichtigte Bezug auf die Metaphorik des Wassers.


Haltbar bis Ende?

Das Jahrbuch der Lyrik 2017 ist eine Nabelschau, die gerade von den leisen Tönen profitiert

Was motiviert Autoren heute dazu, Gedichte zu schreiben? Wie sind die Verse angeordnet und womit beschäftigen sie sich? Der Schöffling Verlag legt im Namen der musikalischsten unter den literarischen Grundgattungen auch 2017 eine umfangreiche Sammlung vor. Doch so weitblickend der Kreis der Textauswahl auch gehalten ist, mit der groß gedachten Komposition und den selbstvergessenen Versspielereien mancher Autoren wird dem Jahrbuch kein Gefallen getan.


Ich ist ein Anderer

In ihrem Romandebüt erzählt Isabelle Lehn die Geschichte einer Selbstentfremdung

Ehe Soldaten einen Auslandseinsatz antreten, trainieren sie in speziellen Trainingslagern, um sich auf ihre Arbeit vor Ort vorzubereiten. Damit das möglichst echt ist, werden sie durch Statisten unterstützt. Isabelle Lehn greift dies in ihrem Roman Binde zwei Vögel zusammen, der im vergangenen Jahr erschienen ist, auf. Ihre Geschichte von Albert, der in einem dieser Lager zu Aladdin wird, ist ein Debüt, in dem es der Autorin eindrucksvoll gelingt die zerrissene Gegenwart einzufangen.


Im Narrenturm

Rattenrennen - Etappe 3

»Einmal Kanake – immer Kanake«, gegen diese Geisteshaltung muss der Protagonist aus Tekin Tegidas Erzähltext Rattenrennen auch dann ankämpfen, als er sich für eine Stelle in der Finanzbranche bewirbt. Nach einem halben Jahr erfolgloser Bewerbungen hat er Erfolg: Eine Fondsgesellschaft stellt ihn an. Doch das Glück währt nicht lange. Die globale Finanzkrise wirft bereits ihre Schatten voraus.


Vom Versuch, anzukommen

Rattenrennen – Etappe 2

In der zweiten Etappe des Erzähltexts Rattenrennen nimmt Tekin Tegida seine Leser weiter in das Leben des gerade erst nach Deutschland gekommenen Gastarbeiterkinds mit und schildert dessen steinigen Weg in all seinen Facetten. Ob in der Konfrontation mit Herrn und Frau Hügel aus der Nachbarschaft oder aber dem Lehrer Bart, der als alter Nazi mit Hitlerfrisur über die Schule wie ein Tyrann herrscht, und den Schlägereien am Busbahnhof, überall zeigt sich die harte Realität des Alltags.


Der Aufbruch

Rattenrennen - Etappe 1

In seinem Erzähltext Rattenrennen schildert der Autor Tekin Tegida die autobiografisch inspirierten Erfahrungen und Erlebnisse eines »deutschen Kanaken« – von dessen Kindheit und Jugend bis hin zu der steinigen und sumpfigen Karriere in den oberen Etagen renommierter deutscher Bankhäuser. Vor dem Hintergrund der Dot.Com- und Finanzkrise gibt er einen Einblick in das Tagesgeschäft, das durch Verleumdungen, Abzocken, Affären und nicht zuletzt auch einer guten Portion Diskriminierung geprägt ist. 


Ungewöhnliche Vorkommnisse

In ihrem Debütroman beweist Juliana Kálnay ihr erzählerisches Können

Am 13. Juni geht Dorian Steinhoffs Literaturshow IMPORT/EXPORT um 20 Uhr in eine neue Runde. Zu Gast ist dann die Autorin Juliana Kálnay, die in diesem Jahr ihr Debüt Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens veröffentlicht hat. In ihrem Roman erzählt sie außergewöhnliche Geschichten einer Hausgemeinschaft, die den Leser wie ein Puzzle herausfordern und zugleich aber auch neugierig darauf machen, was die Autorin noch zu erzählen hat.


Auf der Suche nach Liebe

Navid Kermani bedient sich in Sozusagen Paris bei den großen französischen Literaten

Was ist eigentlich Liebe? Ist sie das Leben, das man miteinander teilt, das Sorgen um das gemeinsame Kind oder doch etwas ganz Anderes – etwa jenes Mysterium, das in unzähligen Romanen bereits verarbeitet wurde? Fragen wie diesen widmet sich der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani in Sozusagen Paris, der eine Fortsetzung seines 2014 erschienenen Romans Große Liebe ist, doch kann er damit nicht gänzlich überzeugen.


Unheimlich rasant und radikal dystopisch

Hendrik Otremba kommt mit seinem Debüt Über uns der Schaum nach Bonn

Zum Staffelstart der zweiten Runde der Literaturshow IMPORT/EXPORT im Literaturhaus Bonn hat sich der Gastgeber Dorian Steinhoff morgen Hendrik Otremba eingeladen. Der Autor, bildende Künstler und Musiker hat gerade seinen ersten Roman mit dem Titel Über uns der Schaum veröffentlicht. In seinem Debüt erzählt er die surreale Geschichte zweier Menschen, die ums Überleben kämpfen und dabei erleben, wie die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit immer mehr verschwimmt.


 

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