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Das Grauen vor dem eigenen Versagen

In der Erzählung Schläferin nähert sich die Autorin Sophie Reyer erneut dem Thema Kindsmord

Das Buchcover von Sophie Reyers lesenswerter Erzählung starrt nur so von Augenpaaren. Sie erinnern an den Surrealismus und fixieren eine junge Dame im roten Kleid, deren Pose von Marilyn Monroe abgeschaut sein könnte. Anders als diese kokettiert die »Schläferin« jedoch nicht mit ihren Bewunderern. Ihr Wesen ist von Zerbrechlichkeit und Selbstzweifeln geprägt. Mann und Kind hat sie bereits verloren. Gelingt es ihr, sich selbst wiederzufinden?


Gauner, Ganoven und Gangster

Martin Thomas Pesl steckt 100 Bösewichte der Weltliteratur unter einen Buchdeckel

Was zeichnet eigentlich einen Schurken aus? Worin liegt der Reiz des Bösen? Fragen wie diese stellen sich ganz automatisch, wenn man Das Buch der Schurken. Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur liest. Damit nicht genug: Neben interessanten Erläuterungen zum Bösen in der Literatur, liefert das humorvolle Lexikon auch spannende Lektüre-Tipps. Doch Achtung: An einigen Stellen läuft man hier einer Spoiler-Gefahr entgegen!


Eine Reise nach Absurdistan

Nichts Halbes und nichts Ganzes: Elias Hirschl überdreht in seinem zweiten Roman total

Elias Hirschl entwirft mit seinem zweiten Roman Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt ein mögliches Szenario, wie die menschliche Existenz nach Entdeckung der Weltformel weiterbestehen könnte. Er macht dies wortgewaltig und in höchstem Maße ironisch. Wer Großes erwartet, wird jedoch enttäuscht. Der Roman scheitert an seinem absurden Hitler-Overkill.


Nichts für schwache Nerven

Joe R. Lansdale beweist sein erzählerisches Können in Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick

Mit seinem neuen Werk bietet der amerikanische Autor Joe R. Lansdale spannende Lesestunden. Sein rasanter Roman erzählt die Geschichte des freigelassenen Sklaven Nat Love, der sich auf den Weg macht, um den Tod seines Vaters zu rächen. Typisch für einen echten Western fließt eine Menge Blut und auch humorvolle Momente kommen nicht zu kurz. Doch allein schon wegen der Sprache lohnt sich die Lektüre.


In jedem Fall war ordentlich Ramba-Zamba

Stephan Reich glänzt mit seinem Romandebüt Wenn’s brennt

Am Ende ist nichts mehr so wie zuvor. Erik und Finn starten in die Sommerferien und was sie neben Sex und Drogen erwartet, ist vor allem gähnende Langeweile, die sie mit allerlei Streichen am Rande der Kriminalität füllen. Eine Welt gerät ins Wanken. Schnell hat man eine Ahnung, wie diese Geschichte ausgehen wird. Doch was zunächst allzu bekannt vorkommt, erfährt gerade durch die Sprache eine ganz eigene Note und macht das Buch nicht weniger lesenswert.


»So ein Bömbchen hätten sie alle verdient«

Boris Sawinkows wiederentdeckter Roman Das fahle Pferd hinterfragt das Verhältnis von Literatur und Terrorismus

Kaum ein Thema ist so omnipräsent wie der Terror – auch in der Literatur. Immer wieder werden Terroristen selbst zu Schriftstellern und halten ihre Philosophie fest. Ein Beispiel dafür ist Boris Wiktorowitsch Sawinkow. Sein wiederentdeckter Roman Das fahle Pferd (1908) thematisiert nicht nur das Verhältnis von Literatur und Terrorismus, sondern warnt indirekt auch vor den Gefahren eines Arsenals verkehrter Wert- und Normvorstellungen.


Kein Groschenroman

In ihrem neuen Buch widmet sich Corinna T. Sievers der Metaphysik der Liebe

Dass es Liebe nicht ohne großes Spektakel geben kann, zeigt der Roman Die Halbwertszeit der Liebe auf eindrucksvolle Weise. Das Buch erzählt die Geschichte der Ärztin Margarete, die sich nach einer Scheidung auf die Suche nach einer neuen Liebe macht und dabei dem Kollegen Heinrich begegnet. Anfängliche Gefühlskälte weicht purer Leidenschaft. Die Autorin findet nicht selten klare Worte dafür.


Mehr Weiblichkeit wagen

SPRING: Ein Magazin von Frauen – aber nicht nur für Frauen!

Wer sich für Comics interessiert, kommt um das SPRING-Magazin nicht herum. Jedes Jahr erscheint eine neue Ausgabe, die nicht nur wegen der Bilder, sondern auch durch feministische Inhalte Zeichen setzt. Besonders deutlich wurde dies im vergangenen Jahr, als unter dem Titel »Privée« ein spannendes Thema der Gegenwart in den Mittelpunkt rückte. Wie bei den anderen Ausgaben schon, überzeugt auch hier die sprudelnde Kreativität der 14 Zeichnerinnen. Ihre Comics machen die Lektüre zu einem besonderen Erlebnis.


Malerische Reise eines Vagabunden

Ein Engländer, eine Geige und die große weite Welt

Unterwegs zu sein in einer aufregenden Zeit, das ist nicht ohne. In An einem hellem Morgen ging ich fort erzählt der Autor Laurie Lee von seiner Reise nach Spanien, wo gerade der Spanische Bürgerkrieg tobt. Der autobiographische Roman, der bereits 1969 erschien und längst ein Klassiker der Reiseliteratur ist, liegt nun in einer Neuübersetzung vor. Sie besticht durch eine Sprache, in der selbst Witz und Humor nicht zu kurz kommen.


Mehr als Worte sagen

In ihrem Debüt beweist Anna Galkina einen Blick für das Detail

Wie ist es, jung zu sein, in einem sich auflösenden Land? Die Antwort auf diese Frage liefert Anna Galkina in Das kalte Licht der fernen Sterne, einem Romandebüt, in dem Gewalt und Idylle Hand in Hand gehen. Mit ihrem Blick für das Besondere erzeugt Galkina eine Atmosphäre, die unter die Haut geht. Daneben ist es Galkinas poetische, aber schnörkellose Sprache, die ihr Debüt absolut lesenswert macht.


 

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