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Verehrt, verhasst und verrissen

Julia Encke porträtiert in einem lesenswerten Buch den Skandalautor Michel Houellebecq

Kaum ein Autor der Gegenwart polarisiert die Öffentlichkeit so sehr wie Michel Houellebecq. Der Name steht wie kein zweiter für Provokation im Literaturbetrieb. Anlässlich des 60. Geburtstags des Schriftstellers porträtiert die Literaturkritikerin Julia Encke Houellebecq nun in all seinen Facetten und zeichnet das Bild eines umstrittenen Propheten. Das »Phänomen Houellebecq« vollends zu enträtseln, gelingt ihr allerdings nicht.


Bulgarien und der Westen

Im Literaturhaus Bonn ist morgen der Autor Alek Popov zu Gast

Morgen ist der bulgarische Autor Alek Popov mit seinem auf Deutsch erschienen Roman Schneeweißchen und Partisanenrot aus dem Jahr 2014 zu Gast im Literaturhaus Bonn. In seinen Werken verfolgt der ehemalige bulgarische Kulturattaché der Botschaft in Großbritannien die Geschichte seines Heimatslands bis in die Gegenwart. Angesichts der aktuellen Diskussionen um Europa ist er ein Gesprächspartner genau zur richtigen Zeit.


Ein Nacktfoto und seine Folgen

In seinem Roman Die Unzertrennlichen diskutiert Stuart Nadler die Themen Familie und Feminismus charmant und unterhaltsam

Mit seinem neuen Roman taucht Stuart Nadler in die Welt der Frauen ein. Er erzählt die Geschichte von Henriette, Oona und Lydia, die sich allesamt in skurrilen und problematischen Lebenslagen befinden. Trotz ein paar Schwächen lohnt das Buch die Lektüre, weil es nicht nur charmant und unterhaltsam durchaus ernste Themen berührt, sondern auch zum Nachdenken anregt.


Ein Hippie auf paranormaler Mörderjagd

In ihrem Debüt gelingt Jess Kidd eine Mischung aus skurriler Gesellschaftskomödie und magischer Detektivgeschichte

Bei der Aufklärung des Mordes seiner Mutter erhält der irische Hippie Mahony nicht nur von der ehemaligen Schauspielerin Mrs. Cauley, sondern auch von den Geistern der Verstorbenen Hilfe. Mit Der Freund der Toten gelingt Jess Kidd eine humorvolle Mischung aus Mystery und romantischer Liebesgeschichte. Neben der spannenden Mörderjagd bietet der Roman exzentrische Figuren und ergreifende Melodramen, die das Buch absolut lesenswert machen.


Das große Durcheinander

Alexander Emanuely zeigt in zwei Bänden, wie umkämpft der Begriff ›Avantgarde‹ immer noch ist

Literatur über avantgardistische Bewegungen kennt keine Grenzen. Sie füllt in Bibliotheken bereits jetzt mehrere Regalmeter und nicht nur zu Jubiläen kommen neue Werke hinzu. Zuletzt erschienen beispielsweise zwei Bände, die gerade deshalb herausstechen, weil sie das Phänomen »Avantgarde« anhand von verschiedenen Biographien beleuchten und nicht zuletzt auch aus dem Blickwinkel linken Denkens und Handelns zur Entzauberung beitragen wollen.


Ein Gelübde mit Rückfahrschein

Elvira Dones' albanische Geschichte über Geschlechteridentität und kulturelle Zugehörigkeit stimmt nachdenklich und wärmt das Herz

Wer die albanische Literatur kennenlernen will, hat nun die Gelegenheit. Im Zürcher Verlag Ink Press hat Elvira Dones den absolut lesenswerten Roman Hana veröffentlicht. Die Autorin erzählt anhand ihrer gleichnamigen Protagonistin die Geschichte einer mehrfachen Geschlechtsumwandlung, die von Albanien nach Amerika führt. Angesichts der aktuellen Diskussionen über die Vielfalt der Geschlechter erscheint das Werk nicht nur genau zur richtigen Zeit, sondern findet für dieses Thema auch eine ungemein poetische Sprache.


Gegen die Zeit

Theresia Enzensberger positioniert sich mit ihrem Debütroman auch als politische Autorin

Morgen geht die Literaturshow Import/Export in eine weitere Runde. Diesmal ist die Autorin Theresia Enzensberger bei Dorian Steinhoff im Literaturhaus Bonn zu Gast. In diesem Jahr hat die Autorin ihren Debütroman Blaupause veröffentlicht, der von der Protagonistin Luise Schilling handelt. Angeregt durch den Wunsch Architektur zu studieren, zieht es sie Anfang der 1920er Jahre nach Weimar.


Eingeschränkt leben

In Brief an meinen Sohn berichtet Manuel Bauer in aller Aufrichtigkeit vom Alltag mit seinem an Epilepsie erkrankten Sohn

Über die schwierigen genauso wie die glücklichen Momente im Leben mit seinem behinderten Sohn Yorick berichtet der Fotograf Manuel Bauer in seinem neuen lesenswerten Buch. Es handelt sich nicht nur um eine Liebeserklärung an das Leben, sondern auch um einen emotionalen Brief, der in dem Wissen, dass es keine Antwort geben wird, einen ungeschönt ehrlichen Einblick in eine Welt liefert, die sich gänzlich den Prinzipien der gegenwärtigen Leistungsgesellschaft entzieht.


Grenzen von Gewicht

Körper und Freiheit in den Werken von Marina Abramović und Ulay im Vergleich mit Paul B. Preciados Testo Junkie

Marina Abramović und Ulay, prominente Vertreter der body art, setzen sich seit vielen Jahren immer wieder mit Körpergrenzen und auch der Spannung zwischen den Geschlechtern auseinander. Doch ist die Überschreitung körperlicher Grenzen zwangsläufig immer auch eine Geschlechterfrage? Paul B. Preciado legt dies mit seinem autofiktionalen Text Testo Junkie nahe und erlaubt es über das Verhältnis von Kunst und Freiheit in der Gegenwart noch einmal neu nachzudenken.


»Ich habe zum erstenmal das Gefühl, daß ich mir mein Frühstück ehrlich verdient habe«

Siegfried Pitschmanns neuentdeckter Roman Erziehung eines Helden und Erzählungen aus Schwarze Pumpe

»Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische deutsche Nationalkultur braucht dich!«, mit dieser Aufforderung nahm die Kulturpolitik der DDR 1959 eine neue Entwicklung. Die ausgegebene Direktive sollte dabei helfen die Distanz zwischen Kunst und Arbeitswelt zu überwinden. Einer, der das umsetzte und letztlich dennoch scheiterte, ist der Schriftsteller Siegfried Pitschmann. Zwei jüngst erschienene Werke erinnern an ihn und retten seine künstlerische Leistung vor dem Vergessen.


 

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