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Der Stachel im Herzen des Menschen

Zu Natsume Sōsekis 100. Todestag sind zwei Romane erschienen

Mit Natsume Sōseki ist ein Schriftsteller von Weltrang zu entdecken. Er ist für die japanische Literatur das, was Shakespeare für die englische ist: Er ist ihr großer Erneuerer im Übergang zur Moderne, ihr bester Komiker und Tragiker. Anlässlich seines 100. Todestages ist in der Japan-Edition des be-bra Verlags Der Bergmann erschienen und bei Manesse wurde der Roman Kokoro nach vierzig Jahren neu aufgelegt.


»Weil wir viel zu sagen haben«

Interview mit dem Autor und Filmemacher Peter Krištúfek

Damit die europäische Geschichte des vergangenen Jahrhunderts nicht unvergessen bleibt, hat sie der slowakische Autor und Filmemacher Peter Krištúfek in seinem zuletzt erschienenen Buch einfach aufgeschrieben. Am 8. Dezember ist er damit im Rahmen von »Literatour d'Europe. Neue Texte aus Europa« zu Gast im Literaturhaus Bonn. Im Gespräch mit uns erläutert er nicht nur, wie es zu diesem Werk gekommen ist, sondern zeigt auch auf, dass das kulturelle Leben der Slowakei mehr Aufmerksamkeit verdient.


Vom Aufstand und Fall der kleinen Titanen

Nescio erzählt vom Hochmut der Jugend, ihrer Verletzlichkeit, ihren Träumereien und dem ewigen Konflikt zwischen Wollen und Sollen

Seit mehr als einem halben Jahrhundert gelten Nescios Erzählungen außerhalb der Niederlande als Geheimtipp, obwohl seine einfache, schöne Sprache so zugänglich wie vergnüglich ist und sein Werk ein literarisches Kleinod der Weltliteratur bildet. Nescio weiß zwar keinen Ausweg aus dem Dilemma seiner Figuren, aber er schafft es, einen zum Lachen zu bringen und am Ende beinahe zu Tränen zu rühren. Eine neue Übersetzung lädt ein, diesen Zauber zu entdecken.


Schuss in den Ofen

Der Roman Düsterbusch City Lights ist ein quälend langes Scheitern auf 380 Seiten

In seinem ersten Roman erzählt Alexander Kühne die Geschichte von Anton, der in einem kleinen Dorf mitten in der DDR lebt und aus seinem Heimatort eine Partyhochburg machen will. Wer sich neben ungestraften Partyeskapaden noch weitere Entwicklungen erhofft, wird enttäuscht. Nicht nur die Leute aus Düsterbusch, auch Kühnes Sprachstil stagnieren durch viele Klischees.


»Die eigene Phantasie geht in den Köpfen der Anderen spazieren«

Im Atelier NRW im Literaturhaus Bonn stellen sich sechs Autoren ihrem Publikum

Die Nervosität im Haus der Bildung war am vergangenen Samstagabend im Literaturhaus Bonn spürbar. Die sechs Teilnehmer und die Initiatoren des Atelier NRW, Dorian Steinhoff und Thorsten Dönges vom Literarischen Colloquium Berlin, betreten die Bühne. Dazu tritt Almuth Voß vom Literaturhaus Bonn, die auch gleich den Abend eröffnet. Die Abschlusslesung des Atelier NRW, das seit August stattfindet und neben den beiden Initiatoren sechs Autoren vereint, thematisiert diesmal deren Verhältnis zur Öffentlichkeit.


Das Grauen vor dem eigenen Versagen

In der Erzählung Schläferin nähert sich die Autorin Sophie Reyer erneut dem Thema Kindsmord

Das Buchcover von Sophie Reyers lesenswerter Erzählung starrt nur so von Augenpaaren. Sie erinnern an den Surrealismus und fixieren eine junge Dame im roten Kleid, deren Pose von Marilyn Monroe abgeschaut sein könnte. Anders als diese kokettiert die »Schläferin« jedoch nicht mit ihren Bewunderern. Ihr Wesen ist von Zerbrechlichkeit und Selbstzweifeln geprägt. Mann und Kind hat sie bereits verloren. Gelingt es ihr, sich selbst wiederzufinden?


Gauner, Ganoven und Gangster

Martin Thomas Pesl steckt 100 Bösewichte der Weltliteratur unter einen Buchdeckel

Was zeichnet eigentlich einen Schurken aus? Worin liegt der Reiz des Bösen? Fragen wie diese stellen sich ganz automatisch, wenn man Das Buch der Schurken. Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur liest. Damit nicht genug: Neben interessanten Erläuterungen zum Bösen in der Literatur, liefert das humorvolle Lexikon auch spannende Lektüre-Tipps. Doch Achtung: An einigen Stellen läuft man hier einer Spoiler-Gefahr entgegen!


Eine Reise nach Absurdistan

Nichts Halbes und nichts Ganzes: Elias Hirschl überdreht in seinem zweiten Roman total

Elias Hirschl entwirft mit seinem zweiten Roman Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt ein mögliches Szenario, wie die menschliche Existenz nach Entdeckung der Weltformel weiterbestehen könnte. Er macht dies wortgewaltig und in höchstem Maße ironisch. Wer Großes erwartet, wird jedoch enttäuscht. Der Roman scheitert an seinem absurden Hitler-Overkill.


Nichts für schwache Nerven

Joe R. Lansdale beweist sein erzählerisches Können in Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick

Mit seinem neuen Werk bietet der amerikanische Autor Joe R. Lansdale spannende Lesestunden. Sein rasanter Roman erzählt die Geschichte des freigelassenen Sklaven Nat Love, der sich auf den Weg macht, um den Tod seines Vaters zu rächen. Typisch für einen echten Western fließt eine Menge Blut und auch humorvolle Momente kommen nicht zu kurz. Doch allein schon wegen der Sprache lohnt sich die Lektüre.


In jedem Fall war ordentlich Ramba-Zamba

Stephan Reich glänzt mit seinem Romandebüt Wenn’s brennt

Am Ende ist nichts mehr so wie zuvor. Erik und Finn starten in die Sommerferien und was sie neben Sex und Drogen erwartet, ist vor allem gähnende Langeweile, die sie mit allerlei Streichen am Rande der Kriminalität füllen. Eine Welt gerät ins Wanken. Schnell hat man eine Ahnung, wie diese Geschichte ausgehen wird. Doch was zunächst allzu bekannt vorkommt, erfährt gerade durch die Sprache eine ganz eigene Note und macht das Buch nicht weniger lesenswert.


 

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