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Mehr als Worte sagen

In ihrem Debüt beweist Anna Galkina einen Blick für das Detail

Wie ist es, jung zu sein, in einem sich auflösenden Land? Die Antwort auf diese Frage liefert Anna Galkina in Das kalte Licht der fernen Sterne, einem Romandebüt, in dem Gewalt und Idylle Hand in Hand gehen. Mit ihrem Blick für das Besondere erzeugt Galkina eine Atmosphäre, die unter die Haut geht. Daneben ist es Galkinas poetische, aber schnörkellose Sprache, die ihr Debüt absolut lesenswert macht.


Ein Herz für Sprache

In seinem neuen Werk zeigt sich Wolfgang Bleier ganz poetisch

Wer kennt eigentlich noch den englischen Dichter Ted Hughes? Bekannt ist er dafür, dass in seinen Texten Tiere als Archetypen auftreten und auch die Mythologie eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Mit seinem neuen Buch erinnert Wolfgang Bleier aber nicht nur an den Dichterkollegen. Neben einer geradezu surrealen Liebesgeschichte ist es gerade die Sprache, die Fischfang bei aufgehender Sonne lesenswert macht.


Generation Traumpraktikum

Henrik Szantos Debütroman Es glänzt und ist schön ist durchaus gelungen

»Halb Finne, halb Ungar, halb Autor, halb Slam Poet«, so kündigt der Milena Verlag seinen Autor Henrik Szanto an, der dort in diesem Jahr seinen Roman veröffentlicht hat. In seinem Debüt geht es nicht nur um den harten Wettbewerb, einen Praktikumsplatz zu ergattern. Im Mittelpunkt steht vor allem ein Einhorn, das Ben, den Protagonisten des Romans, bereits seit Kindheitstagen begleitet. Klingt zunächst komisch und total abgedreht, ist aber so und macht gerade auch wegen Szantos Sprache Lust auf mehr.


Gespür für die Zeit

In seinem neuen Buch verfolgt Martin Mittelmeier die Spuren des Dadaismus

Vor 100 Jahren griff ein Virus um sich. Die Rede ist vom Dadaismus, dessen Wurzeln im Cabaret Voltaire in Zürich liegen und dem es nach dem Tod des letzten Dadaisten 1984 auch später noch gelang Kreative weltweit zu infizieren. Angesichts des runden Jubiläums gibt es in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen, die Dada hochleben lassen. Unter den interessanten Werken findet sich mit Martin Mittelmeiers Werk ein lesenswerter Beitrag, der dieses spannende Kapitel europäischer Kulturgeschichte als Jahrhundertepos erzählt.


»hollaka hollala!«

Zwei neue Anthologien feiern 100 Jahre DADA

»Was also war Dada?«, fragt der Autor Walter Mehring in seinem gleichnamigen Gedicht von 1959 und reflektiert dieses Thema in dadaistischer Manier. Mehr als ein halbes Jahrzehnt später steht dieselbe Frage erneut im Raum. Anlass bietet das Dada-Jubiläum 2016. Mehrere Bücher sind erschienen, die Wege aufzeigen wollen, wie man den Dadaismus auf Basis seiner eigenen Texte ergründen kann. Doch halten sie das, was sie versprechen? Unsere Redakteurin hat genauer hingeschaut und aus dem Meer der Neuerscheinungen zwei Bücher ausgewählt.


Raum für Spontaneität

Beim Auftakt von IMPORT/EXPORT zeigt sich junge Literatur ganz ungezwungen

Der Bonner Kulturkalender ist zwar bereits gut gefüllt, doch seit dem vergangenen Mittwoch ist er um eine neue Veranstaltung reicher. In der Fabrik 45 feierte die neue Literaturshow IMPORT/EXPORT Premiere. Ausgedacht hat sich das Format der Kölner Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff. Mit seinen ersten beiden Gästen, der Autorin Mercedes Lauenstein und dem Schauspieler Birger Frehse, gelang ihm ein bravouröser Start der Reihe.


Aufmerksamkeit für die Randzonen

Mit Esther Kinsky übernimmt auch eine Übersetzerin die Thomas Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn

Nach Marion Poschmann hat nun die Übersetzerin und Schriftstellerin Esther Kinsky für die kommenden zwei Semester die Thomas Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn inne. Bereits während ihres Studiums wirkte die Autorin, die für ihr Werk in diesem Jahr auch mit dem Adelbert von Chamisso-Preis ausgezeichnet wurde, in der Stadt am Rhein.  Am kommenden Donnerstag hält sie um 19 Uhr im Bonner Universitätsforum ihre Antrittsvorlesung als inzwischen sechste Poetikdozentin.


Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Ein neuer Sammelband zeigt, wie Freundschaft im Mittelalter zelebriert wurde

Selten sind die Freundschaften von langer Dauer, die ohne Gesten, Gaben oder besondere Symbole auskommen. Das gilt heute genauso wie beispielsweise zur Zeit des Mittelalters, wobei damals noch stärker auf Präsenz und damit auch auf Zeichen der Verbundenheit Wert gelegt wurde. Darauf macht ein neuer Sammelband aufmerksam, der nicht nur die Vielfalt des freundschaftlichen Austauschs während des Mittelalters dokumentiert, sondern diese zugleich auch Typen von Beziehungen zuordnet, die neben dem politischen Verhältnis und dem persönlichen Kontakt gerade auch die Bindung zu Gott umfassen.


Eine literarische Verbindung von europäischer und fernöstlicher Kultur

Jana Volkmann debütiert mit ihrem Roman Das Zeichen für Regen

Eine junge Frau bricht in Berlin ihr Studium ab, zieht nach Kyoto, Japan, und wird dort Zimmermädchen. Eine ungewöhnliche Geschichte, aber nicht unrealistisch in einer Zeit, in der der hohe Leistungsdruck unserer Gesellschaft immer mehr Menschen zu drastischen Entscheidungen treibt. Jana Volkmanns Romandebüt Das Zeichen für Regen ist außergewöhnlich auf die Weise, wie es den Lebensweg eines Menschen erzählt, der sich mehr und mehr selbst verliert und langsam auseinanderbricht.


Eine Welt steht Kopf

Rainer Juriattis Roman Lachdiebe zeigt die Realität der Einsamen

Dieser Roman ist außergewöhnlich. In Lachdiebe beleuchtet Rainer Juriatti die trostlose Welt eines einsamen und depressiven Menschen so, dass sich bei der Lektüre nicht nur das Gefühl der Beklommenheit einstellt, sondern auch einige Momente intensiven Mitfühlens entstehen. Das Buch, das 2012 als Hardcover erschienen ist und nun im Taschenbuchformat vorliegt, entfaltet eine düstere Stimmung, die bis zur letzten Seite anhält und vor allem eins deutlich macht: Es will keine leichte Kost sein.


 

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