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»Wir wollen etwas produzieren, das Bestand hat«

Interview mit dem Zeitschriftenmacher Peter Wagner

Während das Feuilleton in den Zeitungen immer dünner wird, scheint der Markt der Kulturzeitschriften regelrecht zu boomen. Immer wieder entstehen neue Projekte, die Kultur und Journalismus auf spannende Weise vereinen. Eine Zeitschrift, die dabei gegenwärtig heraussticht und geradezu erfrischend wirkt, ist Das Buch als Magazin. 2014 bei den Lead Awards als Newcomer-Magazin des Jahres gefeiert, trägt es mit seinen zweimal pro Jahr erscheinenden Ausgaben dazu bei, das Klassiker der Literaturgeschichte und ihre Inhalte mit der Sicht von Heute konfrontiert und ergänzt werden. Im aktuellen Heft steht der erste Teil von Goethes Faust im Mittelpunkt. Wir haben mit dem Verleger Peter Wagner gesprochen.


Verkehrte Welt, von jeher

Über ein mögliches Leitmotiv in Ralf Rothmanns Feuer brennt nicht

Ralf Rothmanns Berlin-Roman Feuer brennt nicht von 2009 nimmt die Zeit der Wende im Jahre 1989 zum Anlass, einen Ausflug ins Metaphysische zu wagen. Ausgangspunkt hierfür ist eine bildreiche Erzählweise, die nicht bei allen Kritikern auf Gegenliebe stieß. Ein »fatales Faible für Pathos und Bildhaftigkeit« attestierte etwa die Badische Zeitung dem Roman. Doch eine solche Lektüre verkennt das Aufbaumoment, das Rothmann seiner bildreichen Sprache zuwachsen ließ.


Gegen die Zeit

In Nein. Ein Manifest zeigt Eric Jarosinski nicht nur, welcher Witz im Scheitern steckt

Überall wird Ja gesagt oder der Daumen gehoben. Ja zu den Freunden auf Facebook, ja zu den AGBs im Internet, ja zu einem Leben, in dem es immer seltener Nein heißt. Wir leben in einer »Tyrannei des Ja«, schreibt der amerikanische Germanist Eric Jarosinski in seinem Buch Nein. Ein Manifest und setzt ihr kluge Aphorismen entgegen. In den sozialen Medien gilt er damit seit 2012 als Phänomen. Bei allem Erfolg rund um das Nein-Sagen gelingt ihm darüber hinaus auch das, woran manch einer seiner ehemaligen Kollegen verzweifelt: für die Klassiker der deutschen Geistesgeschichte zu faszinieren.


Eduard Engels ›Deutsche Stilkunst‹ und Ludwig Reiners – revisited

Zu Heidi Reuschels Dissertation, einer Arbeit mit wertvollen Ergebnissen – und Mängeln

Vor fünfzehn Jahren erschien Anke Sauters von Helmut Glück betreute Bamberger Dissertation über Eduard Engel, den »Literaturhistoriker, Stillehrer, Sprachreiniger«. In einem Kapitel (»Stille Erben: Ludwig Reiners und seine Nachfolger«) behandelte Sauter damals das Verhältnis, in welchem Reiners zu Engel steht. Zu diesem Thema hat nun wiederum eine Schülerin Glücks, Heidi Reuschel, eine umfangreiche Dissertation vorgelegt: Tradition oder Plagiat? Die ›Stilkunst‹ von Ludwig Reiners und die ›Stilkunst‹ von Eduard Engel im Vergleich (University of Bamberg Press, 2014).


»Die Sprache trägt sich selbst weiter«

Interview mit der Philosophin, Lyrikerin und Romanautorin Julia Trompeter (Teil II)

Julia Trompeter ist eine Autorin, die in ihrem Romandebüt Die Mittlerin weit mehr als nur das Entstehen eines Romans behandelt. Auf ganz besondere Weise setzt sich die Schriftstellerin, die 1980 in Siegburg geboren wurde, nicht nur mit dem Literaturbetrieb auseinander, sondern denkt auch über das Verhältnis von Sprache, Denken und Handeln nach. Im zweiten Teil des Interviews, das wir mit Julia Trompeter vor ein paar Wochen geführt haben, erklärt sie unter anderem, ob sie ein literarisches Vorbild hat und wie sie die Kritik an ihrem Debüt aufgenommen hat.


»Ich wollte nicht bewusst gegen Konventionen verstoßen«

Interview mit der Philosophin, Lyrikerin und Romanautorin Julia Trompeter (Teil I)

Julia Trompeter fühlt sich in Prosa und Lyrik gleichermaßen zuhause. Mit ihrem Debütroman Die Mittlerin aus dem vergangenen Jahr hat sie ein vielschichtiges Werk vorgelegt, in dem es nicht nur um das Entstehen eines Romans geht. Julia Trompeter entspannt auch ein Netz aus vielen klugen Verweisen, bei denen gerade der griechische Philosoph Aristoteles eine wichtige Rolle spielt. Vor ein paar Wochen hat sie uns dazu Rede und Antwort gestanden und ein längeres Interview gegeben, das wir in zwei Teilen präsentieren. Im ersten Teil erklärt sie, wie es zu diesem Debüt gekommen ist und welchen Stellenwert die Lyrik in ihrem Schreiben hat.


Am Puls der Gegenwart

Die Kritische Ausgabe präsentiert das »Forum Junge Literatur«

In diesem Sommer startet unter dem Titel »Forum Junge Literatur« die neue Lesereihe der Kritischen Ausgabe. Im Buchcafé Antiquarius präsentieren junge Autorinnen und Autoren in den kommenden Wochen und Monaten einen bunten Mix aus Prosa und Lyrik und zeigen, wie lebendig junge Literatur gegenwärtig ist. Zum Auftakt begrüßen wir Dorian Steinhoff, Christoph Wenzel und Roman Ehrlich.


Die Kluft zwischen Leben und Werk, zwischen Ethik und Ästhetik

Zerwürfnisse mit Rilke: von Torf-Romantik bis Rodin

Weißer Stoff, grünes Licht, geschwungene Armlehnen und Couchtische – ein bisschen führt der Raum die Ästhetik des Einbandes von Konzert ohne Dichter fort. Auch funktioniert er in seinem Status quo noch als ‚Lesung ohne Romancier‘.


»Lass den Kampf unserer Zeit kurz sein«

Im Handbuch Niemals eine Atempause beschwört Joachim Sartorius die Kraft politischer Lyrik

Anfang des Jahres veröffentlichte die F.A.Z. einen Kommentar, der mit der Überschrift »Sanktionen statt Lyrik« überschrieben war. Angesichts des durch Terror und Kriege geprägten Weltgeschehens geriet so nicht nur die Notwendigkeit politischen Handelns, sondern auch die fehlende Wirkung politischer Sprache in den Mittelpunkt. Doch trifft das zu? Oder sind Worte, zumal die aus der Feder eines Dichters, vielleicht doch die passende Alternative zum gegenwärtigen Aktionismus? Eine neue Anthologie liefert Antworten.


»Können die uns jetzt hören?«

Viktor Martinowitsch erzählt in Paranoia über Liebe und die Mechanismen eines totalitären Staates

Er ist derzeit wohl der interessanteste Autor Weißrusslands und auch der am strengsten überwachte. Viktor Martinowitsch hat stets Aufmerksamkeit erregt; nun soll sein Roman Paranoia der belrussischen Bevölkerung die Angst vor der ›letzten Diktatur Europas‹ nehmen. Dies blieb seitens der Regierung nicht unbemerkt. Sein erster Roman ist zugleich auch das erste literarische Werk, das in der Republik Belarus verboten wurde. Martinowitsch wurde 1977 in Aschmjany geboren und studierte Journalistik in Minsk. 2012 wurde er mit dem Maksim-Bahdanowitsch-Preis ausgezeichnet und seine Erzählung Sphagnum stand auf der Longlist für den Nationalen Bestseller Preis in Russland.


 

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