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Aufmerksamkeit für die Randzonen

Mit Esther Kinsky übernimmt auch eine Übersetzerin die Thomas Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn

Nach Marion Poschmann hat nun die Übersetzerin und Schriftstellerin Esther Kinsky für die kommenden zwei Semester die Thomas Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn inne. Bereits während ihres Studiums wirkte die Autorin, die für ihr Werk in diesem Jahr auch mit dem Adelbert von Chamisso-Preis ausgezeichnet wurde, in der Stadt am Rhein.  Am kommenden Donnerstag hält sie um 19 Uhr im Bonner Universitätsforum ihre Antrittsvorlesung als inzwischen sechste Poetikdozentin.


Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Ein neuer Sammelband zeigt, wie Freundschaft im Mittelalter zelebriert wurde

Selten sind die Freundschaften von langer Dauer, die ohne Gesten, Gaben oder besondere Symbole auskommen. Das gilt heute genauso wie beispielsweise zur Zeit des Mittelalters, wobei damals noch stärker auf Präsenz und damit auch auf Zeichen der Verbundenheit Wert gelegt wurde. Darauf macht ein neuer Sammelband aufmerksam, der nicht nur die Vielfalt des freundschaftlichen Austauschs während des Mittelalters dokumentiert, sondern diese zugleich auch Typen von Beziehungen zuordnet, die neben dem politischen Verhältnis und dem persönlichen Kontakt gerade auch die Bindung zu Gott umfassen.


Eine literarische Verbindung von europäischer und fernöstlicher Kultur

Jana Volkmann debütiert mit ihrem Roman Das Zeichen für Regen

Eine junge Frau bricht in Berlin ihr Studium ab, zieht nach Kyoto, Japan, und wird dort Zimmermädchen. Eine ungewöhnliche Geschichte, aber nicht unrealistisch in einer Zeit, in der der hohe Leistungsdruck unserer Gesellschaft immer mehr Menschen zu drastischen Entscheidungen treibt. Jana Volkmanns Romandebüt Das Zeichen für Regen ist außergewöhnlich auf die Weise, wie es den Lebensweg eines Menschen erzählt, der sich mehr und mehr selbst verliert und langsam auseinanderbricht.


Eine Welt steht Kopf

Rainer Juriattis Roman Lachdiebe zeigt die Realität der Einsamen

Dieser Roman ist außergewöhnlich. In Lachdiebe beleuchtet Rainer Juriatti die trostlose Welt eines einsamen und depressiven Menschen so, dass sich bei der Lektüre nicht nur das Gefühl der Beklommenheit einstellt, sondern auch einige Momente intensiven Mitfühlens entstehen. Das Buch, das 2012 als Hardcover erschienen ist und nun im Taschenbuchformat vorliegt, entfaltet eine düstere Stimmung, die bis zur letzten Seite anhält und vor allem eins deutlich macht: Es will keine leichte Kost sein.


Junge Stimmen braucht das Land

Das literarische Frühjahrsprogramm der Kritischen Ausgabe hat es 2016 in sich

Ganz im Zeichen der Freundschaft starten wir nicht nur mit unserem neuen Heft, sondern auch mit unserem neuen Lese-Programm in das Jahr 2016 und setzen dabei nicht nur unsere Lesereihe »Forum Junge Literatur« (FJL) fort. Ehe am 6. April in Bonn die vierte Lesung des FJL stattfindet und Julia Trompeter ihren jüngst erschienenen Lyrikband Zum Begreifen nah präsentiert, sind wir bereits am 20. März im Rahmen des »Literarischen Salons NRW« auf der Leipziger Buchmesse vertreten.


»Schreiben ist Teil meines Lebens, ohne davon verschlungen zu werden«

Interview mit dem niederländischen Schriftsteller und Journalisten Daan Heerma van Voss

Wenn der europäische Zusammenhalt bröckelt und Politiker darüber nachdenken Ländergrenzen zu schließen, scheint es notwendig über den Staatenbund zu reden. Das Literaturhaus Bonn und die Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn bieten mit ihrer neuen Lesereihe »Literatour d’Europe. Neue Texte aus Europa« Gelegenheit dazu. Zweimal im Jahr sollen neue literarische Stimmen mitten aus Europa zu Wort kommen. Den Anfang macht an diesem Donnerstag der niederländische Autor Daan Heerma van Voss, der in seiner Heimat – nicht nur als Schriftsteller – bereits sehr erfolgreich ist und sich in jüngster Vergangenheit immer wieder der europäischen Geschichte des letzten Jahrhunderts genähert hat.


Reise in die Nacht

Faszinierend düster und schonungslos kritisch: Andrej Nikolaidis' neuer Roman Der Sohn

In Deutschland noch weitgehend unbekannt, zählt Andrej Nikolaidis in seiner bosnischen Heimat seit langem zu den führenden Intellektuellen. Vor allem bekannt für seinen Einsatz für Menschenrechte und die montenegrinische Unabhängigkeit, hat er sich im Balkanraum schon länger als erfolgreicher Schriftsteller etabliert. Nun ist nach Die Ankunft (2014) bereits sein zweiter Roman ins Deutsche übersetzt worden und im vergangenen Jahr bei Voland & Quist erschienen. Wie von einem politisch so unbequemen und geradlinigen Autor erwartet, ist auch Der Sohn ein Buch, das polarisiert und nicht davor zurückschreckt, auch sensible Themen erschreckend direkt anzugehen.


»Wir wollen etwas produzieren, das Bestand hat«

Interview mit dem Zeitschriftenmacher Peter Wagner

Während das Feuilleton in den Zeitungen immer dünner wird, scheint der Markt der Kulturzeitschriften regelrecht zu boomen. Immer wieder entstehen neue Projekte, die Kultur und Journalismus auf spannende Weise vereinen. Eine Zeitschrift, die dabei gegenwärtig heraussticht und geradezu erfrischend wirkt, ist Das Buch als Magazin. 2014 bei den Lead Awards als Newcomer-Magazin des Jahres gefeiert, trägt es mit seinen zweimal pro Jahr erscheinenden Ausgaben dazu bei, das Klassiker der Literaturgeschichte und ihre Inhalte mit der Sicht von Heute konfrontiert und ergänzt werden. Im aktuellen Heft steht der erste Teil von Goethes Faust im Mittelpunkt. Wir haben mit dem Verleger Peter Wagner gesprochen.


Verkehrte Welt, von jeher

Über ein mögliches Leitmotiv in Ralf Rothmanns Feuer brennt nicht

Ralf Rothmanns Berlin-Roman Feuer brennt nicht von 2009 nimmt die Zeit der Wende im Jahre 1989 zum Anlass, einen Ausflug ins Metaphysische zu wagen. Ausgangspunkt hierfür ist eine bildreiche Erzählweise, die nicht bei allen Kritikern auf Gegenliebe stieß. Ein »fatales Faible für Pathos und Bildhaftigkeit« attestierte etwa die Badische Zeitung dem Roman. Doch eine solche Lektüre verkennt das Aufbaumoment, das Rothmann seiner bildreichen Sprache zuwachsen ließ.


Gegen die Zeit

In Nein. Ein Manifest zeigt Eric Jarosinski nicht nur, welcher Witz im Scheitern steckt

Überall wird Ja gesagt oder der Daumen gehoben. Ja zu den Freunden auf Facebook, ja zu den AGBs im Internet, ja zu einem Leben, in dem es immer seltener Nein heißt. Wir leben in einer »Tyrannei des Ja«, schreibt der amerikanische Germanist Eric Jarosinski in seinem Buch Nein. Ein Manifest und setzt ihr kluge Aphorismen entgegen. In den sozialen Medien gilt er damit seit 2012 als Phänomen. Bei allem Erfolg rund um das Nein-Sagen gelingt ihm darüber hinaus auch das, woran manch einer seiner ehemaligen Kollegen verzweifelt: für die Klassiker der deutschen Geistesgeschichte zu faszinieren.


 

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