Inhalt abgleichen

Vom wilden Kurdistan

Was haben 22 Staaten zwischen Atlantik und Golf gemeinsam? Also, zunächst gehören sie alle der Arabischen Liga an. Sie liegen alle irgendwo zwischen Golf und Atlantik und sie sind vornehmlich islamisch geprägt. Sie benutzen das arabische Schriftsystem - und sie sind gerade in Frankfurt Ehrengast der Buchmesse.

Schön und gut, haben wir doch alle was gelernt und freuen uns, dass die arabische Welt sich Europa öffnet. Muss sie auch irgendwie, denn ebenfalls gemein ist diesen Ländern ihr schlechter Ruf und das verschrobene Bild, das wir von ihnen haben. Wie nett von uns, sie zur Buchmesse einzuladen. Ach Mensch, wie toll! Wir geben ihnen eine Chance. Sind wir nicht super? So weltoffen. Fantastisch.

Mal abgesehen davon, dass mir diese ganze Einstellung zum Gastland doch ziemlich suspekt ist, muss ich an dieser Stelle mal rumpöbeln und munter in die Welt herausrufen:
Das mit der Offenheit habt ihr irgendwie noch nicht verstanden!
Oder sind wir es, die etwas nicht verstanden haben?
Zumindest eins steht nach der Buchmesse fest: So richtig klappt das mit der Völkerverständigung nicht, und das aus ganz profanen Gründen. Erstens wurde uns nur ein ganz kleiner und zwar offizieller Teil des arabischen Literaturmarktes präsentiert; und zweitens hatten wir keine Chance, auch nur irgendwie einen Zugang zu finden.


Jelinek und der Nobelpreis

Elfriede JelinekIch habe es immer gewusst! Sie ist die Größte! Ja, ja, ich weiß, nicht allzuviele teilen meine zärtliche hassgeprägte Liebe zu Frau Jelinek, aber ich bin begeistert!!!

SIE BEKOMMT DEN NOBELPREIS! Und nun auf zum Spott, meine Lieben - aber denkt dran, Ihr werdet mich nicht von meiner Begeisterung ob dieser Neuigkeiten abbringen können! Holt den Sekt raus, sie hat es geschafft!

Der ORF lässt verlauten:

Die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek erhält den diesjährigen Literatur-Nobelpreis. Das gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag in Stockholm bekannt.

Der renommierteste Literaturpreis der Welt wird jährlich vergeben und ist mit zehn Millionen Kronen (1,1 Mio. Euro) dotiert.


Wir auf der Buchmesse

Frankfurter Buchmesse, 6.-10.10.2004

Vom 6.-10. Oktober ist wieder Frankfurter Fleischbeschau Buchmesse angesagt - und dank des Kranichsteiner Literaturverlags werden auch wir dort vertreten sein.

Wer uns besuchen möchte, findet uns in Halle 4.1, Stand D 133. Wo das genau ist, kann man sich übrigens - o Segen der Technik! - auf dem interaktiven Hallenplan anschauen.

Weitere Infos zur Buchmesse gibt es hier: www.buchmesse.de

www.kranichsteiner.de

 

addendum (07.10.04): Bilder gibt's übrigens auch. ;-)


Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann?

Nun ist es raus - und so ganz daneben liegt der gute Fraenke mit seinem heutigen Kommentar nicht...

Der heutige Börsenblatt-Newsletter lässt nämlich verlauten:

Am 7. Oktober fällt der Startschuss für die 25 Bände umfassende Bestseller-Bibliothek von "Bild" und Weltbild. Erster Titel ist "Der Pate" von Mario Puzo.

Das Buch hat mehr als 500 Seiten und kostet ebenso wie alle anderen Titel 4,90 Euro. Die Erstauflage soll bei 180000 Exemplaren liegen. "Der Pate" ist bisher nur in der Ausgabe des Rowohlt Taschenbuch Verlages lieferbar. Um Missverständnissen vorzubeugen, legt Rowohlt Wert auf die Feststellung, dass die Vergabe des Rechts an die "Bild-Bestseller-Bibliothek" allein durch die zuständige literarische Agentur erfolgt ist. Die Rechte an "Der Pate" liegen mit sämtlichen Nebenrechten, auch der Vergabe von Lizenzausgaben, bei der Züricher Agentur Fritz.


Wilde Ehen

Schon 1924 hat Ivor Armstrong Richards, einer der Väter der akademischen Literaturkritik, in seinem grundlegenden Werk Principles of Literary Criticism (dt.: Prinzipien der Literaturkritik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1985) auf die zunehmende Bedeutung des "Anspielungscharakters moderner Poesie" hingewiesen und prognostiziert, dass

[u]nter den gegebenen Umständen und unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen in der Richtung, wie sie die Veränderungen der letzten zweihundert Jahre angegeben haben, [...] es sehr wahrscheinlich [sei], daß die Dichter nicht weniger, sondern noch mehr auf Anspielungen zurückgreifen werden und daß ihr Werk mehr und mehr nicht nur von anderer Poesie, sondern von allen möglichen Spezialgebieten, mit denen man vertraut sein muß, abhängen wird.

Bereits ein nur flüchtiger Blick in summarische Lyrikanthologien und Einzelpublikationen (längst nicht nur gefeierter Größen wie Durs Grünbein, Raoul Schrott oder Dieter M. Gräf) der letzten Jahre und Jahrzehnte bestätigt diesen Eindruck zweifellos: Referentialität ist das Schlüsselwort für die Interpretation moderner Lyrik. Gedichte korrespondieren mit anderen, nicht nur literarischen Texten, bilden komplexe Vernetzungsstrukturen aus und bisweilen reale Kommunikation zwischen Autoren ab, gehen gleichsam "wilde Ehen" ein... Diesem hochinteressanten Thema widmet sich nun die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift »intendenzen« (Nr. 10 (2004)):


»BILD-Bestseller-Bibliothek«?

Meldung aus dem Newsletter des Börsenblattes des deutschen Buchhandels vom heutigen Tage:

Möglichst noch im Oktober wollen die Partner "BILD" und Weltbild ihre gemeinsame "Bild-Bestseller-Bibliothek" starten. Das bestätigte Weltbild-Geschäftsführer Werner Ortner BÖRSENBLATT online.
[...] Mit etwa 20 bis 25 Titeln soll das Gemeinschaftsprojekt von Weltbild und "Bild" im Oktober starten. Der Preis der Bücher werde nicht über fünf Euro liegen, so Ortner. "Wir haben nicht die literarischen Ansprüche der "SZ Bibliothek", so Ortner. Bedient werde das Genre "gehobene Unterhaltung".
Wann die "BILD"-Zeitung ihre Werbeaktion für die Bestseller-Bibliothek startet, stehe noch nicht fest.

Was da wohl auf uns zukommen mag? Bis jetzt sind jedenfalls weder bei BILD, noch bei Weltbild nähere Informationen zu erfahren...

addendum (10.09.04): Näheres weiß die heutige FAZ...


 

Spendenaufruf

Die »Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Literatur im Dialog« sowie das Online-Magazin wird von einer jungen, ehrenamtlichen Redaktion betreut. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, mit unserer Arbeit weiterzumachen.

Detaillierte Hinweise für Spenden finden Sie im Impressum.

Wenn Sie mögen, können Sie uns auch ganz einfach unterstützen, während Sie online einkaufen, einen Flug oder Ihren nächsten Urlaub buchen – ohne, dass es Sie mehr als ein paar zusätzliche Mausklicks kostet. Wenn Sie vor dem Einkauf bzw. der Buchung über nachstehenden Button zu einem Online-Shop gehen und dort dann wie gewohnt einkaufen, bekommt die »Kritische Ausgabe« automatisch eine kleine Spende von etwa fünf Prozent des Einkaufswertes gutgeschrieben. Ihnen entstehen dadurch garantiert keine Mehrkosten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!