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Writing Britain

Warum England und Literatur zusammengehören, eine Ausstellung

Die meisten Menschen, die sich zwischen dem 11. Mai und 25. September in die British Library verirrten, flüchteten wahrscheinlich vor einem berüchtigten Londoner Regenguss, oder war auf dem Weg zur Olympia-(Briefmarken-)Ausstellung nebenan. Die Neugierigen aber, die sich von schillernden Namen wie Tolkien, Blake, Austen oder Rowling locken ließen, wurden mit Writing Britain: Wastelands to Wonderlands belohnt, einer herausragenden Literaturausstellung mit zahlreichen Originalausgaben.


Luftraumlücken

Das Berliner Lyrikkollektiv G13 stellt ein Gruppenbuch vor und geht auf Tour

Berlin, 01.10.2012
»Die Kritik der Stimmung ist die Voraussetzung aller Kritik«, sagt Linus Westheuser. Dann rollt eine Leseshow ab, die das Lyrikkollektiv G13 passend zum Erscheinen des Gruppenbuchs 40% Paradies und zur zugehörigen Städtetour inszeniert haben. Es geht nach Kiel, Köln, Karlsruhe unter anderem, vorerst aber zum Heimspiel in die Literaturwerkstatt Berlin, der Stadt und Stätte, in der sich die junge Literatur traditionsgemäß am besten wider- und gegenbefruchtet. Halbfertiges mutet hier allein durch Eventisierung arriviert an. Der Saal ist voll, die Erwartungen gemischt.


»Mit Sizilien wird der Ausnahmezustand gewissermaßen von Anfang an gesetzt«

Florian Scheibe im Gespräch über seinen Debütroman Weiße Stunde

Im Frühjahr legte der 1971 in München geborene Schriftsteller Florian Scheibe mit Weiße Stunde seinen ersten Roman vor. Der studierte Kulturwissenschaftler und Historiker zeigt einmal mehr, dass es neben dem klassischen Krimi Spannungsromane gibt, die mit Sprachwitz und einer gewissen Lust zum Experiment den Leser zu fesseln wissen. Mit K.A.-Chefredakteur Benedikt Viertelhaus hat er über die Inspirationen zu seinem Debüt und die Schwierigkeiten bei der Arbeit am zweiten Roman gesprochen.


Herr Frantz versteht die Welt nicht mehr

Helmut Kuhns Roman Gehwegschäden

Endlich mal wieder einer, der sich etwas traut! Einer, der einen Roman vorlegt, der exemplarisch für eine Stadt und eine Zeit zu sein beansprucht! Einer, der mehr will als einfach nur eine Geschichte auf schöne Weise zu erzählen, sondern es mit den Erzählverfahren der Klassischen Moderne aufnimmt! Ein solcher ist Helmut Kuhns Roman Gehwegschäden.


Die »Sfäre der Poesie« in der DDR und wie man sie findet

Barbara Honigmanns Erzählung Bilder von A.

»A. Ist jetzt tot.«  – Dieser Satz durchzieht das neueste Buch Barbara Honigmanns, Bilder von A., wie ein immer wiederkehrendes Mantra. Als müsse sich die Erzählerin, eine junge Frau in Ost-Berlin, immer wieder in Erinnerung rufen, dass dieses Stück ihrer Vergangenheit, dass A., wirklich existierte.


Von Sektkorken und ungewollten Kindern

Filmemacher Oskar Roehlers legt sein literarisches Debut vor – und geht dahin, wo es weh tut: Zu den Wurzeln seiner »Herkunft«.

Gisela Elsner – man kennt sie als Fräuleinwunder der Gruppe 47, als Autorin der Satire »Die Riesenzwerge«, mit Kleopatra-Perücke und schwarzen Kajal-Balken einfühlsam porträtiert von Hannelore Elsner in Oskar Roehlers Spielfilm »Die Unberührbare«. Jedoch kennt man sie nicht als unnahbares Monster, als Rabenmutter eines kleinen Jungen, der »wie ein Sektkorken aus ihrem Bauch ploppte« und den sie unmittelbar nach der Geburt als »Bündel« bezeichnete, mit dem sie »nichts zu tun haben« wolle.


Die schöpferische Unvollkommenheit

Hans Magnus Enzensbergers Album

Es ist mittlerweile fast egal, in welche Abteilung einer Buchhandlung man sich begibt – ob bei den Kinderbüchern, dem politischen Sachbuch oder in der kleinen Lyrikecke: Überall finden sich Werke von Hans Magnus Enzensberger, einem Tausendsassa der deutschen Literatur. Kaum ein anderer zeitgenössischer Schriftsteller probiert sich auf so vielen Gebieten aus. Und obwohl man meinen könnte, En-zensberger habe inzwischen alle Möglichkeiten ausgeschöpft, schafft er es mit seinem Werk Album erneut, Grenzen einzureißen.


Tradition und Transformation in bayrischer Dorfidylle

Josef Bierbichlers düsterer Familienroman Mittelreich

Über drei Generationen einer Bauern- und Wirtsfamilie erstreckt sich die Erzählung in Mittelreich, dem im bayrischen Voralpenland angesiedelten Heimatroman von Josef Bierbichler. Eindringlich wirft er die Frage nach dem Unterschied von Zuhause und (neuer) Heimat auf. Diese stellt ein wichtiges Puzzleteil in diesem komplexen Romandebüt dar, an dessen Ende es erdrückend heißt: »Die Erde ist keine Heimat.« Das Feuilleton reagierte zu Recht angetan auf Mittelreich, dabei ist er nicht der erste vielbeachtete Familienroman des letzten Bücherjahres, wohl aber der des bekanntesten und streitbarsten Autors.


Wanderhuren, Goldmacherinnen und Lumpenprinzessinen

Weibliche Protagonisten im historischen Roman

Die Welt des Mittelalters war eine männlich dominierte. Doch wie steht es um die Protagonistinnen des Genres? Vor ein paar Jahren kamen sie, die starken Wanderhuren, Hebammen, Lumpenprinzessinnen und Ketzerinnen. Der historische Frauenroman war geboren und stürmte die Bestsellerlisten. Doch auch sein Frauenbild ist zum fürchten. Ein erschreckender Einblick in die Mechanik des beliebten Genres.


Die Zwei von der Parkbank

Milena Michika Flašars neuer Roman bietet durch sprachliche Raffinesse mehr als nur die Geschichte einer bewegenden Männerfreundschaft.

Eine Parkbank in Japan und zwei einander fremde Männer, deren behutsam entstehende Freundschaft auf der Gemeinsamkeit des Aussteigens aus einer zu schnell und inhuman gewordenen Gesellschaft beruht – diese zwei sind die Protagonisten in Milena Michika Flašars neustem Roman Ich nannte ihn Krawatte. Unweigerlich stellt sich die Frage: Kann die junge Autorin mit dieser nicht gerade neuen Thematik vom einsamen Aussteiger überzeugen?


 

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