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Mord und Gerechtigkeit – Wer trägt die Schuld?

Sebastian Fitzek und Michael Tsokos präsentieren in Abgeschnitten einen atemberaubenden Thriller, der in die Tiefen der menschlichen Psyche führt

Ein Rechtsmediziner, der im Kopf einer Leiche die Telefonnummer seiner Tochter findet. Eine Comiczeichnerin, die sich auf einer Insel vor ihrem Ex-Freund versteckt und am Strand eine Leiche entdeckt. Zwei Menschen, zwei Geschichten. Doch ihre Wege werden sich schneiden – weil Er es so geplant hat! Fitzek und Tsokos – beide Experten auf ihrem Gebiet – brillieren gemeinsam in ihrem Roman Abgeschnitten. Fitzek, der sich bereits mit Bestsellern wie Das Kind oder Der Augensammler einen Namen gemacht hat, verbündet sich mit Tsokos, dem wohl bekanntesten deutschen Rechtsmediziner, der schon mit Der Totenleser Unglaubliches aus seinem Beruf erzählte und dessen Spezialgebiet sich unübersehbar in diesem Thriller spiegelt.


»Wir konzentrieren uns nun auf Literatur, weil wir inzwischen damit umgehen können«

Ein Interview mit dem Salisverleger André Gstettenhofer über das Crowdfundingprojekt für die »édition bibliophile«

Crowdfunding für Kulturprojekte hat sich bereits für viele Bereiche etabliert. Zum Beispiel im Musikbusiness ist diese Form der Vorfinanzierung von Projekten weiterhin auf dem Vormarsch. Für den Buchbereich konnten im Vergleich eher wenige Projekte auf diese Weise finanziert werden. Mit der »édition bibliophile« startet nun der Zürcher Salis Verlag ein Crowdfunding-Projekt, das ansonsten ganz von der Digitalen Welt wegweist. Alle belletristischen Titel sollen ab dem Frühjahrsprogramm 2013 auch in einer kleinen Auflage von 250 Exemplaren in besonders sorgfältiger Ausstattung vorgelegt werden. Mit André Gstettenhofer, dem Verleger des kleinen Schweizer Verlags, sprach K.A.-Chefredakteur Benedikt Viertelhaus.


Das Recht des Kanuns

Die albanische Schriftstellerin Anila Wilms debütiert in Deutschland mit Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens

Wenn im heutigen Literaturbetrieb von einem historischen Kriminalroman die Rede ist, dann spricht man meist von Büchern aus dem Bereich der trivialen Unterhaltungsliteratur. Dass sich dabei auch anspruchsvollere Literatur in diesen Gefilden tummelt, gerät trotz Umberto Ecos Der Name der Rose und Patrick Süskinds Das Parfüm schnell in Vergessenheit. Ein solches Beispiel für einen aktuellen Historienkrimi mit literarischem Niveau hat nun jüngst die in Albanien geborene Autorin Anila Wilms veröffentlicht. Ihr Roman Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens beweist eindrucksvoll, dass auch dieses Genre gute Literatur hervorbringen kann – und zugleich auch, dass nicht jeder Historienkrimi immer zwangsläufig im Mittelalter angesiedelt sein muss.


Zombies, Monster und Mutanten

Über die Faszination aktueller Untergangszenarien

Stellen Sie sich vor, die Welt geht heute unter. Aber es ist kein schneller Untergang, kein »Big Bang« und das war’s. Es ist eine zunächst überlebbare Katastrophe, nach der Überlebende in Ruinenstädten umherirren und über den Sinn von all dem philosophieren können. So jedenfalls zeigen es aktuelle Vertreter fiktiver Untergangszenarien. Doch es sind keine realistischen Hochrechnungen für den Ernstfall, sondern Kassenschlager, preisgekrönte Fernsehserien und Videospiele, die den Rezipienten zugleich verstören und faszinieren. Dabei mischen Macher und Autoren moderne mit alten Gruselmythen. Was entsteht sind einzigartige Gesellschaftsbilder in den »letzten Tagen der Menschheit«. Doch was ist eigentlich das Fesselnde am Untergang unserer Spezies?


»Wo die Linie andere Linien kreuzt, wo das Leben ein fremdes Leben betritt.«

Entdeckung von Wsewolod Petrows Die Manon Lescaut von Turdej, Erzählung aus dem Russischen

Eine befremdende Ausgangssituation: Es ist Krieg, und ein Zug mit der Destination Militärspital fährt durch Russland; in einem Wagon liegen Offiziere und Ärzte auf den Pritschen und die Krankenschwestern unterhalb der Pritschen, Mittelpunkt des Wagons und des Lebens darin ist ein eiserner Kanonenofen. Eine Liebesbeziehung entwickelt sich zwischen dem Offizier und der einfachen Krankenschwester Vera. Später wird die Zugfahrt und auch die recht unbekümmerte Stimmung von Bombenangriffen unterbrochen, die Geliebte lebt fortan mit Nina Aleksejwna in einem kleinem Ort, der Offizier besucht sie noch einmal, bemerkt ihr reges Liebesleben, verbringt eine Nacht mit ihr, verbleibt schließlich in Liebe zu ihr. Vera stirbt im Feuer eines Bombenangriffs. Das ist eine grobe Inhaltsskizze von Die Manon Lescaut von Turdej, dem in diesem Herbst erschienenen Roman von Wsewolod Petrow.


Vom Zufall geleitet, mit Zufall belohnt

Katrin Heinau beschreibt eindrucksvoll wie unvorhersehbar und planlos das Leben ist

Fred Schiller lebt nach dem Motto: Wenn das Leben dir etwas schenken will, dann nehme es dankend an und warte auf das nächste Geschenk. Katrin Heinaus Hochstaplerroman beschreibt den Weg eines Mannes, der gezwungen wird aus einem ›normalen‹ Leben auszusteigen, dann sein Leben auf der Straße versucht, ein vorübergehend leeres Haus besetzt und schließlich zu der eigenen Ausstellungseröffnung in New York nicht erscheint.


Writing Britain

Warum England und Literatur zusammengehören, eine Ausstellung

Die meisten Menschen, die sich zwischen dem 11. Mai und 25. September in die British Library verirrten, flüchteten wahrscheinlich vor einem berüchtigten Londoner Regenguss, oder war auf dem Weg zur Olympia-(Briefmarken-)Ausstellung nebenan. Die Neugierigen aber, die sich von schillernden Namen wie Tolkien, Blake, Austen oder Rowling locken ließen, wurden mit Writing Britain: Wastelands to Wonderlands belohnt, einer herausragenden Literaturausstellung mit zahlreichen Originalausgaben.


Luftraumlücken

Das Berliner Lyrikkollektiv G13 stellt ein Gruppenbuch vor und geht auf Tour

Berlin, 01.10.2012
»Die Kritik der Stimmung ist die Voraussetzung aller Kritik«, sagt Linus Westheuser. Dann rollt eine Leseshow ab, die das Lyrikkollektiv G13 passend zum Erscheinen des Gruppenbuchs 40% Paradies und zur zugehörigen Städtetour inszeniert haben. Es geht nach Kiel, Köln, Karlsruhe unter anderem, vorerst aber zum Heimspiel in die Literaturwerkstatt Berlin, der Stadt und Stätte, in der sich die junge Literatur traditionsgemäß am besten wider- und gegenbefruchtet. Halbfertiges mutet hier allein durch Eventisierung arriviert an. Der Saal ist voll, die Erwartungen gemischt.


»Mit Sizilien wird der Ausnahmezustand gewissermaßen von Anfang an gesetzt«

Florian Scheibe im Gespräch über seinen Debütroman Weiße Stunde

Im Frühjahr legte der 1971 in München geborene Schriftsteller Florian Scheibe mit Weiße Stunde seinen ersten Roman vor. Der studierte Kulturwissenschaftler und Historiker zeigt einmal mehr, dass es neben dem klassischen Krimi Spannungsromane gibt, die mit Sprachwitz und einer gewissen Lust zum Experiment den Leser zu fesseln wissen. Mit K.A.-Chefredakteur Benedikt Viertelhaus hat er über die Inspirationen zu seinem Debüt und die Schwierigkeiten bei der Arbeit am zweiten Roman gesprochen.


Herr Frantz versteht die Welt nicht mehr

Helmut Kuhns Roman Gehwegschäden

Endlich mal wieder einer, der sich etwas traut! Einer, der einen Roman vorlegt, der exemplarisch für eine Stadt und eine Zeit zu sein beansprucht! Einer, der mehr will als einfach nur eine Geschichte auf schöne Weise zu erzählen, sondern es mit den Erzählverfahren der Klassischen Moderne aufnimmt! Ein solcher ist Helmut Kuhns Roman Gehwegschäden.


 

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