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Ungleiche Weiterentwicklungen

Bloc Party überzeugen auf ihrem zweiten Album vor allem textlich

Das Album, das einem erfolgreichen Debüt folgt, ist mit das schwierigste in einer musikalischen Karriere. Franz Ferdinand versprachen mit »You could have it so much better« Neues und ihnen gelang nur ein mittelmäßiges Album, das nicht mal ansatzweise mit ihrem Debüt mithalten konnte. Haben nun Bloc Party, ebenfalls eine Band, die mit ihrer ersten LP 2005 eine musikalische Sensation geliefert hatten, die Hürde des zweiten Albums überwinden können?


Werkschau in drei Akten

John Cale zieht in Circus Live eine umfassende Bilanz seines Schaffens. Heute ist sein 65. Geburtstag

»Ich denke allgemein nicht gerne an die Dinge zurück, die ich getan habe, denn sie waren repräsentativ für die Zeit oder was auch immer. Ich sehe noch immer kein geschlossenes Werk.« Diese Zwischenbilanz, 1998 von John Cale gezogen, drückt auch die Schwierigkeit aus, sein Werk in wenigen Sätzen zusammenzufassen.


Randbemerkung in der Rockgeschichte

Das zweite Album der Kaiser Chiefs klingt mal nach Britpop, mal nach Karneval

Irgendwo hatte man das alles schon einmal gehört, zweimal, dreimal, irgendwo in der Geschichte der Rock- und Popmusik. Mit großem Werbeaufwand kommt nun das zweite Album der Kaiser Chiefs auf den Markt, jener Band, die 2006 bei den BritAwards abräumte und bei deren Musik man damals bereits nur Altbekanntes heraushörte.


Alles über die Liebe – und sonst nichts

Das neue Album Amar es combatirvon Maná

Liebe und Haß – Wärme und Kälte: Gegensätze standen am Anfang der Geschichte der Menschheit, sich das Entstehen und Vergehen der Welt und letztlich des Menschen selbst begreiflich zu machen. Sie erzählen von der Einordnung des zuerst Unfaßlichen in die Begriffe des alltäglich Erleb- und Fühlbaren. Liebe vereint umstandslos, Haß löst bindend; und mitunter begegnen sich beide und wissen bei allem Abstoßenden sich nicht voneinander zu lösen. Erleuchtung ist zugleich Verdunkelung – die erklärende Kraft der Worte erschöpft sich zu einem bleibenden Mysterium, über das unentwegt gesprochen werden muß.


»Im Vorprogramm der Band, die man leider besser kennt«

Das neue Album der Gruppe Sport

Nachdem im Laufe der letzten 12 Monate neue Alben der Hamburger Bands Blumfeld, Tomte, Kante, Die Sterne sowie ein Best of von Tocotronic erschienen sind, veröffentlicht nun auch die Band Sport ihr selbstironisch betiteltes Zweitwerk »Aufstieg und Fall der Gruppe Sport«. Bei einer Auflistung dieser Bands erinnert man sich gerne an die Schublade »Hamburger Schule«. Aber was haben diese Bands eigentlich außer ihrer Heimatstadt gemeinsam? Blumfeld selbst geben zu, dass sich ihr Sound zu naturpoetischen Texten immer mehr nach Schlager anhört, Tocotronic haben sich vom nöligen Geschrammel ihrer Anfangstage zu differenzierter Gitarrenmusik mit mystischen und märchenhaften Texten entwickelt, Kante klingen auf ihrem aktuellen Album teilweise nach Queens of the Stone Age, und Tomte gelten ohnehin als befindlichkeitsfixierte Version der eigentlich verkopften Hamburger Schule.


»Hey Ozonloch, geh wieder zu!«

Das neue Album der Aeronauten ist ihrem Debüt näher als den fein produzierten Alben der Zwischenjahre

Die Aeronauten: Hier

Früher waren Debüt-Alben oft mangelhaft produziert. Zwischen schlechten Arrangements und mittelmäßigen Songs musste man das Potential lange suchen oder aber bis zur nächsten Platte warten. Ob Beatles, Rolling Stones, ob Fink oder Tocotronic, erste Alben erscheinen meist uneinheitlich, bestenfalls lässt sich mit einigem Wohlwollen die Experimentierfreude als so etwas wie ein Konzept bezeichnen. In letzter Zeit allerdings ist dieser Querschuss am Anfang selten geworden. 


Typisch undeutsch?

Das Debutalbum der Band FOTOS

Als »wunderbar undeutsch« wird die Band FOTOS hierzulande gehandelt, womit sie paradoxerweise genau in den neuen Trend deutscher Indie-Musik passt. Denn endlich kommt ein Schwung junger Bands, die nicht nach Hamburger Schule klingen – angefangen bei Voltaire über Klez.E bis zur neuen CD von Sport. Wenn man nicht aufpasst, könnte man fast überhören, dass da auf Deutsch gesungen wird. Da rücken die Worte in den Hintergrund, um der Melodie und den Instrumenten einen eher ungewohnten Platz zu lassen, sich zu entwickeln: echter Gitarrenrock.


»Ich hab die Tradition immer als total bindend begriffen«

Samba-Frontmann Knut Stenert über die deutsche Musikszene, das ›Songwritertum‹ und die eigene musikalische Verortung

Das Pretty Vacant ist ein kleiner Club in der Düsseldorfer Altstadt. Hier gab die Münsteraner Band Samba am 8. September 2006 das erste Konzert ihrer aktuellen Tour zur neuen Platte »Himmel für alle«. Sänger und Texter Knut Stenert nahm sich nach dem Konzert Zeit, einige Fragen der K.A.-Redakteure Christian Struck und Benedikt Viertelhaus zu beantworten.


Liebe Anna!

Brief an eine Sängerin

Bitte entschuldige, dass ich erst jetzt antworte! Ich bin lange Zeit davor zurückgeschreckt, Dir zu schreiben. Eigentlich stand mein Entschluss sogar fest: Ich wollte nicht schreiben. Ich will Dir auch ganz offen gestehen, quasi: ins Gesicht sagen, warum.


Anbruch einer neuen Ära?

Razorlight oder die Schwierigkeit des zweiten Albums

Bekanntermaßen ist das zweite Album ein besonders schwieriges. Man kann es handhaben wie die Strokes, die nach ihrem Debüt bereits herausposaunten, dass ihr zweites Album genau so klingen werde wie das erste und sie erst beim dritten klanglich Neues bieten würden. Gesagt, getan. Ähnlich hielten es Franz Ferdinand: Außer ein, zwei Balladen hat sich der Sound der Schotten auf »You could have it so much better« nicht wirklich verändert. Die Resonanz zwar durchweg positiv, aber bei weitem nicht so begeistert wie bei ihrem Debüt. Und genau da liegt das Problem: Durch das erste Album geweckte Erwartungen werden schnell enttäuscht. Beide Bands standen nach ihren unglaublich erfolgreichen Erstlingen unter enormem Druck.


 

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