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Krawall auf hohem Niveau

Deichkinds neues Album Aufstand im Schlaraffenland

Einen kleinen Vorgeschmack auf ihr neues Album »Aufstand im Schlaraffenland« gaben Deichkind bereits beim Bundesvision Song Contest 2005. Auch wenn sie es mit ihrem Beitrag »Electric Super Dance Band (E.S.D.B.)« offiziell nur auf den 14. Platz schafften, gehörte ihr Auftritt doch zu den Highlights eines ansonsten extrem tristen Fernsehabends, denn ihre Show, inklusive der interessanten Kostüme, grenzte schon an Aktionskunst – ein beinah surreales Erlebnis, weil es vollkommen aus dem Rahmen fiel. Aber vielleicht ist auch hier unter den Blinden der Einäugige König?


»Ich glaube einfach an die menschenverändernde Wirkung von Rock ‘n’ Roll«

Tomte-Sänger und -Texter Thees Uhlmann über Vorbilder, Erfolge und sein Verhältnis zu Deutschland

Geboren 1974 in Hemmoor, einer kleinen Stadt bei Cuxhaven, hat es Thees Uhlmann mit seiner Band Tomte zunächst nach Hamburg verschlagen. Hier gründete er mit Kollegen von Kettcar das Plattenlabel Grand Hotel van Cleef. Im Februar erschien das vierte Tomte-Album, »Buchstaben über der Stadt«. Mittlerweile hat es ihn nach Berlin gelockt, wo ihn K.A.-Redakteur Benedikt Viertelhaus in der Tourpause im März für das folgende Gespräch traf.


»Let’s impeach the president for lyin’«

Kritik an den USA ist in Europa populär. Doch auch in den USA mehren sich die Stimmen derjenigen, die mit der Politik ihrer Regierung unzufrieden sind. Die Schockstarre, die nach dem 11. September eingesetzt hatte, ist überwunden. Green Day äußerten sich 2004 mit ihrem Album American Idiot und erst vor wenigen Wochen protestierten Pearl Jam mit ihrem Song »World Wide Suicide« – um nur zwei populäre Beispiele zu nennen. So tauchte vor etwa einem halben Monat auch Neil Young wieder in den Schlagzeilen auf – mit der Nachricht, er habe ein Album gegen den Präsidenten aufgenommen: Living With War ...


»In einem gläsernen Sarg«?

Potential: ja – aber... Voltaires Debütalbum Heute ist jeder Tag

Was »richtig« oder »falsch« ist, diese Frage erübrigt sich eigentlich, wenn es um Popmusik geht. Letzten Endes bleibt eben vieles Geschmackssache – und es wäre entsetzlich, wäre es nicht so. Eine gute Rezension allerdings sollte ihre Kriterien stets transparent machen. Dies gilt auch bei Heute ist jeder Tag, dem Debütalbum der Bonner Band Voltaire, zu dem sich ein einheitliches Urteil nicht so recht fassen lässt ...Voltaire: »Heute ist jeder Tag«Wer mit einem Kunstwerk an die Öffentlichkeit geht, sollte sich warm anziehen! Zumindest in den ersten Wochen. Denn wenn ein Buch/eine CD neu auf dem Markt ist, der Verlag/die Plattenfirma gute Werbung und damit die Journalisten neugierig gemacht hat, könnte so einiges über den Künstler hereinbrechen. Die Plattenfirma schreibt einen tollen Werbe-, der Verlag einen Klappentext, dass das Buch/die CD jede Käuferschicht ansprechen werde, und dann: der Verriss.


Angenehme Verlässlichkeiten

Placebos fünftes Studioalbum Meds

Eigentlich müsste es langweilen: immer wieder dieselben Bands mit immer wieder denselben Klängen und Instrumenten und immer wieder demselben Songverlauf (Strophe – Refrain, Strophe – Refrain). Dennoch sind es, neben den emotionalen Begleiterscheinungen, gerade solche Verlässlichkeiten, die diese Musik in den Soundtrack des eigenen Lebens so sehr integrieren, dass man sie nicht mehr missen möchte. Placebo gelingt dies spätestens mit ihrem fünften Studioalbum Meds.


Der Nacht entflohen

Madrugada: Live at Tralfamadore

„Madrugada“ ist die spanische Bezeichnung für die frühen Morgenstunden, vor dem Sonnenaufgang. Für genau diese Stimmung liefert die gleichnamige norwegische Rockband, die sich musikalisch irgendwo zwischen Nick Cave, Tito and Tarantula und den frühen Alben von PJ Harvey bewegt, den richtigen Soundtrack.


Phänomenal! Genial?

Lang, aber keineswegs langweilig: Farin Urlaubs Livealbum of Death

Eine Sonnenblume, deren Mitte ein Totenkopf ziert, umkränzt von blauen Strahlen auf schwarzem Hintergrund? Die Botschaft ist wohl klar. Witzig, schwarz-humoristisch soll es sein, wie wir das von Farin Urlaub kennen. Dennoch sieht das Cover seines neuen Livealbum of Death einfach nur furchtbar kitschig und misslungen aus. Dabei war Humor doch immer eine von Urlaubs Stärken. Aber der erste Eindruck täuscht, denn trotz seiner bescheidenen Aufmachung weiß dieser 90-minütige Tonträger durchaus zu überzeugen.


Ohne Plattenfirma zum Erfolg

Genug vom New-Wave-Wahn? Etwas andere Töne präsentieren Clap Your Hands Say Yeah

Viel hat man im Vorfeld über Clap Your Hands Say Yeah aus Brooklyn gehört, die in England über alle Maßen gelobt wurden und als »the next big thing« gehandelt werden. So zum Beispiel, dass sie in ihrer Heimat, den USA, ihre ersten 25.000 Alben ohne Plattenvertrag, nur über das Internet verkauft haben. Den Sprung nach Europa aber wollten sie dann wohl doch nicht alleine wagen, weswegen sie hier V2/Rough Trade im Rücken haben. Doch was hat es mit dieser Band auf sich? Ist sie nur eine von vielen, die im New-Wave-Wahn der britischen Musikpresse zu uns hinüberwehen? Nur bedingt, denn etwas an Clap Your Hands Say Yeah mit ihrem gleichnamigen Debüt ist doch deutlich anders.


»Wenn Du singst, bis die Lunge blutet«

Leben an der Kitschgrenze: Tomtes neue CD Buchstaben über der Stadt

Das »Strukturmoment der Sorge sagt doch unzweideutig, dass im Dasein immer noch etwas aussteht, was als Seinkönnen seiner selbst noch nicht wirklich geworden ist. Im Wesen der Grundverfassung des Daseins liegt demnach eine ständige Unabgeschlossenheit. Die Unganzheit bedeutet einen Ausstand an Seinkönnen.« Schreibt Martin Heidegger in seinem Hauptwerk Sein und Zeit. Man kann es auch einfacher formulieren: Der Mensch hat verschiedene Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten bis zu dem Moment, in dem das »Dasein so existiert, dass an ihm schlechthin nichts mehr aussteht, dann« aber »auch schon in eins damit zum Nicht-mehr-da-sein geworden« ist, sprich: er (der Mensch) tot ist. Nicht gerade eines der naheliegendsten Themen für eine Popband. Könnte man nicht sogar fragen, ob sich das nicht von vornherein ausschließt: Pop und eine tiefsinnige Beschäftigung mit dem Leben? Thees Uhlmann, Sänger und Texter der Band Tomte, jedoch gelingt es, das in gewisser Weise zu verbinden.


»Thrown into space«

Jenny Weisgerbers Debüt-CD When Worlds Collide

Kann Musik schön-langweilig sein? Eine schwierige Frage, und doch stellt sie sich beim Hören des Albums When Worlds Collide von Jenny Weisgerber. Ziemlich schnell nämlich stellt sich das Gefühl ein: Alles schon einmal gehört! Das klingt so sehr nach Joni Mitchell wie nach Jonatha Brooke und allen, die in dieser Musikrichtung in den letzten 40 Jahren etwas hervorgebracht haben.


 

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