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Scheinbar altbekanntes neu entdecken

Biennale Bonn 2008 (Logo)Seit Jahrhunderten schon ist der Orient – das Hirngespinst im Abendland – der Schleier, der die Blicke trübt und die Sinne vernebelt. Seine Märchen aus Tausendundeiner Nacht, all die tausend Geschichten und Lügen über ihn, liegen uns in den Ohren wie eine einzige Wahrheit. Dichter, Schriftsteller und Diplomaten aus aller Welt trugen gleichermaßen ihren Teil dazu bei, dass sich Europa niemals ernsthaft mit der Kultur und Gesellschaft des Orients auseinandergesetzt hat. Die diesjährige Biennale eröffnet uns nun die Möglichkeit, ein anderes Bild der orientalischen Welt kennenzulernen. Die Türkei, Anatolien und seine Bevölkerung, wird uns die Gelegenheit geben, Künstlern zu begegnen, die ihre eigene kulturelle Identität in der Form darstellen, wie sie selbst sie wahrnehmen.


Der Wahnsinn Theater in Theorie und Praxis

Sandra Heinrici beantwortet den Fragebogen für »Germanisten, die es geschafft haben«

Biennale Bonn 2008 (Logo)Den traditionellen Magister-Studiengängen wird gerne einmal ein mangelnder Praxisbezug vorgeworfen. Doch es geht auch anders. Denn wenn sich aus der Mitarbeit in einem Projektseminar zu einem großen Theaterfestival nach dem Studienabschluss ein Jobangebot als Organisationsassistentin bei eben diesem Festival ergibt, dann muß man einfach zugreifen – auch wenn man eigentlich vorhatte, sich sofort in die Promotion zu stürzen.


Mit Einschluss der Übertreibung buchstäblich wahr

Die Biennale Bonn 2008 zeigt vom 14. bis 22. Juni die kulturelle Schönheit des Bosporus

Biennale Bonn 2008 (Logo)Für uns gen Osten reisende Europäer habe es, so kann man in einem Roman Friedrich Schreyvogls nachlesen, nach Ansicht türkischer Touristenbootruderer im 19. Jahrhundert »kein schöneres Vergnügen« gegeben, »als mitten im Bosporus wie verrückt zu schaukeln«. Heute, im Juni 2008, bietet die Biennale Bonn die wunderbare Gelegenheit, sich ohne die Gefahr der Seekrankheit von der Schönheit des Bosporus zu überzeugen. Die Meerenge zwischen Europa und Kleinasien ist, nach New York 2004 und Indien 2006, vom 14. bis 22. Juni die Gastregion des letzten internationalen Theaterfestivals am Rhein.


Jäger der verlorenen Unschuld

Natürlich hätten wir alle Freude daran, würde so Wissenschaft betrieben: mit Notizbuch und Revolver am Gürtel, den Schlapphut auf dem Kopf, die Lederpeitsche geschmeidig in der Hand. Natürlich wäre es aufregend, bestünde Archäologie vor allem daraus, sich vor gefährlichen Eingeborenen und herabstürzenden Felsbrocken in Sicherheit zu bringen, die goldglänzende Statuette im Arm. Doktor Henry Walton Jones, Jr., genannt Indiana, ist aber für alle Menschen außer seinen fiktionalen Studenten stets weniger Wissenschaftler gewesen als Abenteurer: Jäger der verlorenen Schätze ...


Die kalte Hand des Todes in der warmen Fülle der Freuden

Karriere oder Ehe? Das ist die leitmotivische Frage, auf die sich Goethes Clavigo verzweifelt eine Antwort erhofft – von seinem Freund Carlos, von der Familie seiner Geliebten und sogar vom Publikum. Berufliches Ansehen oder häusliches Familienidyll? Keine leichte Entscheidung und so wundert es nicht, dass Clavigo jeden Ratschlag allzu bereitwillig aufnimmt und sogleich in die Tat umsetzt. Da wird nicht lange überlegt, denn Clavigo ist ein Mann der Tat. Rät die Familie zur Heirat, folgt auch prompt die Verlobung. Rät der beste Freund hingegen die Karriereleiter zu erklimmen, wird die Verlobung eben kurzerhand wieder gelöst.


Feuerwerk der Effekte

»Wenn ich bis zehn gezählt habe, befinden Sie sich in Ihrer Vergangenheit! … 7, 8, 9, 10!« Die hypnotisierende Stimme der Experimentleiterin wirkt: Leopold Kessler erwacht, wird herausgerissen aus der Gegenwart und zurückgeworfen an jenen dunklen, verdrängten, beinahe vergessenen Ort: Deutschland im Jahr 1945. Während des Krieges mit seinen Eltern emigriert, kehrt Leopold nun in sein Vaterland zurück. Doch von einladender »Heimat« kann keine Rede sein. Das Deutschland der Nachkriegszeit: ein desolater Ort, an dem der Krieg nur vordergründig beendet ist. Denn im Untergrund hausen die Werwölfe: tagsüber respektable Mitglieder der hohen Gesellschaft, des Nachts aber brutale Freiheitskämpfer, denen jedes Mittel recht ist, sich gegen die Besatzermächte aufzulehnen.


Menschlichkeit zwischen Perversion und Mitleid

Mit zwei tödlichen Stichen in den Bauch hat Woyzeck seine geliebte Marie ermordet; mit den Worten »Sieh da Marie!« zerrt er den leblosen Körper verzweifelt vor den gemeinsamen Kinderwagen. Er will nicht wahrhaben, dass sie tot ist, doch die Antwort des Engels »Ja, Mörder« lässt ihn langsam und schmerzhaft verstehen. – Eine Woche nach der Eröffnung des NRW-Theaterfestivals westwärts 08 haucht David Bösch dem letzten und fragmentarisch hinterlassenen Drama Georg Büchners in den Bonner Kammerspielen neues Leben ein. Laut und nervenaufreibend inszeniert er die 1836/37 geschriebene Tragödie.


westwärts! – Der Name ist Programm

Sonntagnachmittag in den Kammerspielen Bad Godesberg: Trotz strahlenden Sonnenscheins waren viele Menschen gekommen, um bei der Eröffnungsveranstaltung des Theaterfestivals »westwärts 08« dabei zu sein. Denn in diesem Jahr konnte der Generalintendant Klaus Weise zusammen mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, Bärbel Dieckmann, ein neu strukturiertes Konzept des bisher oftmals umstrittenen Festivals vorstellen: Erstmals öffnete sich das Festival nach Europa, Partnerland war dabei Frankreich, das im Jahr 2008/09 auch Partner der Kulturpolitik Nordrhein-Westfalens sein wird.


»Doch, dafür muss man sogar eine Zeitschrift machen«

Die aktuelle und nunmehr siebte Ausgabe des Bonner Exoten bietet auf 80 Seiten komische Kurzgeschichten, Rezensionen und Gedichte einer Vielzahl meist junger Autoren, die mehrheitlich über den üblichen Comedyblödsinn auf Lesebühnen und Slam Poetry-Veranstaltungen hinausgehen. Geschaffen werden soll mit diesem vierteljährlich erscheinenden Medium die schwierige, aber in diesem Fall gelungene Verbindung von Bühnenkomik und satirischer Literatur. Herausgeber des Exoten sind die Herren Christian Bartel, Olaf Guercke und Anselm Neft, die dem Anspruch der »Zeitschrift für komische Literatur« entsprechend in verschiedenen Konstellationen auch auf der Bühne ihrem Publikum Freude bereiten.


Gone with the wind

Wie schon in seinem Film »Stay«, der 2005 völlig zu Unrecht nur geringe Beachtung in den deutschen Kinos fand, beweist Regisseur Marc Forster auch in »Drachenläufer« seine Fähigkeit, den Zuschauer mit ästhetischen Bildern zu fesseln, ohne dabei den Fokus von der Handlung zu nehmen.


 

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