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Der Herbst macht Lust aufs Lesen

Auch in der zweiten Jahreshälfte präsentiert die Kritische Ausgabe wieder junge Autoren

Es ist wieder soweit. Wir gehen mit der Lesereihe »Forum Junge Literatur« (FJL) in diesem Jahr in die zweite Runde und bieten wie gewohnt jungen Stimmen eine Plattform. Nach Julia Trompeter im Frühjahr, sind unsere Gäste in diesem Herbst Sven Heuchert und Chris Nolde. Beide haben in den letzten Monaten lesenswerte Bücher vorgelegt. Sie zeigen mit ihrem Werk eindrucksvoll, wie lebendig die deutschsprachige Literatur gegenwärtig ist.


Unterwegs zu sein in einer aufregenden Zeit, das ist nicht ohne. In An einem hellem Morgen ging ich fort erzählt der Autor Laurie Lee von seiner Reise nach Spanien, wo gerade der Spanische Bürgerkrieg tobt. Der autobiographische Roman, der bereits 1969 erschien und längst ein Klassiker der Reiseliteratur ist, liegt nun in einer Neuübersetzung vor. Sie besticht durch eine Sprache, in der selbst Witz und Humor nicht zu kurz kommen.

Während auf der Bühne noch am Licht gearbeitet und letzte Hand am Bühnenbild angelegt wird, begeben sich die Schauspieler auf ihre Positionen. Es ist wieder Probenzeit für die Theatergruppe S.U.B.-Kultur in Bonn. Demnächst hat die Inszenierung von Chris Noldes Stück Von der Unschuld des Atmens Premiere. Wer den Mitgliedern der Truppe, die nicht nur Studenten der Uni Bonn sind, vor, auf und hinter der Bühne zusieht, stellt schnell fest, dass hier vor allem Spaß vermittelt werden soll.

Das West-Eastern Divan Orchestra ist ein einzigartiges und zugleich gewagtes Vorhaben. 1999 vom Musiker Daniel Barenboim und dem Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet, versteht es sich nicht nur als ein Projekt der Völkerverständigung, sondern auch – gerade in einer Zeit, die durch Konflikte wie im Nahen Osten gestört ist – als dringlicher Appell an die Menschlichkeit. In ihrem Buch Die Kraft der Musik berichtet die Cellistin Elena Cheah von diesem Unternehmen, indem sie gerade auch diejenigen zu Wort kommen lässt, die vom dabei entstehenden Geist der Freundschaft erzählen können.

Europa steht nicht nur für Krieg und Krise, sondern auch für die versöhnliche Lösung von Konflikten in schwierigen Zeiten. Dass das nicht immer einfach ist, zeigt sich gerade dann, wenn über Grenzen – auch in den Köpfen – diskutiert wird. In einer Tagung an der Universität Bonn im Juni soll dies anhand von emotionalen Narrativen, die das Verhältnis von Freund- und Feindschaft exemplarisch verhandeln, und mit Blick auf die europäische Kulturgeschichte diskutiert werden. Im Interview erläutern die fünf Organisatoren nicht nur, weshalb diese Herangehensweise aktuell besonders interessant ist, sondern geben auch einen Eindruck davon, was sie dazu motiviert hat sich Europa auf diese Weise zu nähern.