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Mit Herz und Verstand

Podiumsdiskussion zur Praxis des Kulturjournalismus

Am 16. Juni veranstaltet das Praxismodul des Instituts für Germanistik, Vergl. Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn zusammen mit der Kritischen Ausgabe eine Podiumsdiskussion zum Thema »Kultur + Journalismus = ?. Kritisches Schreiben in der Diskussion«. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Schreiben im wissenschaftlichen und journalistischen Kontext, sondern daran anknüpfend auch die Beziehung von Studium, Praxis und Beruf. Interessierte sind herzlich willkommen, um 18 Uhr dabei zu sein.


Vor 100 Jahren griff ein Virus um sich. Die Rede ist vom Dadaismus, dessen Wurzeln im Cabaret Voltaire in Zürich liegen und dem es nach dem Tod des letzten Dadaisten 1984 auch später noch gelang Kreative weltweit zu infizieren. Angesichts des runden Jubiläums gibt es in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen, die Dada hochleben lassen. Unter den interessanten Werken findet sich mit Martin Mittelmeiers Werk ein lesenswerter Beitrag, der dieses spannende Kapitel europäischer Kulturgeschichte als Jahrhundertepos erzählt.

Zweieinhalb Stunden – keine Pause. So lange dauert die Inszenierung des Fliegenden Holländers für gewöhnlich. Im Vergleich zu späteren Werken Richard Wagners ist das zwar gar nicht mal so lang, doch wegen der Aufführungszeiten genießen gerade seine Opern den hartnäckigen Ruf Publikumsfolter zu sein. Die Aufführung an der Oper Bonn ist es jedenfalls definitiv nicht. Dazu tragen insbesondere die Musik, aber auch die grandiosen Sänger Dara Hobbs und Max Morouse bei.

Das West-Eastern Divan Orchestra ist ein einzigartiges und zugleich gewagtes Vorhaben. 1999 vom Musiker Daniel Barenboim und dem Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet, versteht es sich nicht nur als ein Projekt der Völkerverständigung, sondern auch – gerade in einer Zeit, die durch Konflikte wie im Nahen Osten gestört ist – als dringlicher Appell an die Menschlichkeit. In ihrem Buch Die Kraft der Musik berichtet die Cellistin Elena Cheah von diesem Unternehmen, indem sie gerade auch diejenigen zu Wort kommen lässt, die vom dabei entstehenden Geist der Freundschaft erzählen können.

Europa steht nicht nur für Krieg und Krise, sondern auch für die versöhnliche Lösung von Konflikten in schwierigen Zeiten. Dass das nicht immer einfach ist, zeigt sich gerade dann, wenn über Grenzen – auch in den Köpfen – diskutiert wird. In einer Tagung an der Universität Bonn im Juni soll dies anhand von emotionalen Narrativen, die das Verhältnis von Freund- und Feindschaft exemplarisch verhandeln, und mit Blick auf die europäische Kulturgeschichte diskutiert werden. Im Interview erläutern die fünf Organisatoren nicht nur, weshalb diese Herangehensweise aktuell besonders interessant ist, sondern geben auch einen Eindruck davon, was sie dazu motiviert hat sich Europa auf diese Weise zu nähern.